Bereinigte Hanauer Eröffnungsbilanz liegt vor
Geprüfte Bilanzsumme beläuft sich auf 1,074 Milliarden Euro
„Rein rechnerisch konnten wir unsere Jahresergebnisse der Haushaltsjahre 2009 bis 2012 durch die nach unten korrigierte Bewertung unseres Anlagevermögens und die dadurch reduzierte Abschreibung um insgesamt rund 28 Millionen Euro verbessern“, erläuterte Oberbürgermeister Claus Kaminsky eine wichtigsten buchhalterischen Konsequenzen aus der überarbeiteten und jetzt durch das Revisionsamt abschließend geprüften Eröffnungsbilanz der Stadt Hanau zum Stichtag 1. Januar 2009. Gleichzeitig werde damit auch die Kritik des Landesrechnungshofes, der im vergangenen Jahr die zu hohe Bewertung des unbeweglichen Vermögens in dem städtischen Bilanzentwurf moniert hatte, aufgegriffen und umgesetzt. „Ingesamt wurden rund 90 Prozent der einzelnen Posten nochmals unter die Lupe genommen und gegebenenfalls korrigiert, was die Bilanzsumme im Ergebnis um 17,1 Prozent oder 221 Millionen Euro verringerte.“
Die Eröffnungsbilanz bildet die Basis zur Einführung der Doppik, wie sie inzwischen für alle hessischen Kommunen verbindlich ist. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hanau hatte 2006 einen entsprechenden Grundsatzbeschluss gefasst, zum 1. Januar 2009 die Haushaltsführung umzustellen. Die Eröffnungsbilanz als das für die kommunale Haushaltswirtschaft wichtige Zahlenwerk lag im Entwurf erstmals im Mai 2010 vor und informiert im Detail über das städtische Vermögen sowie dessen Finanzierung durch Eigen- und Fremdkapital. Außerdem macht sie ausstehende Forderungen und Verbindlichkeiten sichtbar.
Eine zweite wesentliche Funktion der Eröffnungsbilanz ist die des sogenannten „Wertespeichers“. Bestehende und neue Vermögen sowie der Werteverlust von Vermögensgegenständen werden hier nachvollziehbar dokumentiert. Da außerdem Ressourcenaufkommen und – verbrauch hier abgebildet werden, liefern die Daten eine solide Basis für die Beurteilung der städtischen Finanzlage.
Die Bilanzsumme beläuft sich in der jetzt durch das Revisionsamt bestätigten Fassung auf 1,074 Milliarden Euro. Der Anteil des Anlagevermögens an dieser Bilanzsumme in Höhe von 96,77 Prozent macht dessen starke Prägung innerhalb des städtischen Vermögens deutlich.
Das ausgewiesene Eigenkapital beträgt 533 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalquote von 49,68 Prozent entspricht. „Das ist deutlich besser als in vielen vergleichbaren Städten“, kommentiert OB Kaminsky diesen wichtigen Posten in der Gesamtbewertung der Eröffnungsbilanz.
Auf der Passiva-Seite der Bilanz, die die Herkunft der finanziellen Mittel beschreibt, sind unter Verbindlichkeiten insgesamt 339 Millionen Euro ausgewiesen, darunter rund 281 Millionen Euro als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. „Das ist der Posten, den man im allgemeinen Sprachgebrauch als Schulden bezeichnen würde“, so der OB. Dazu kommen Rückstellungen in Höhe von 105,4 Millionen Euro. Der größte Posten darin sind die Mittel, die im Sinne der Vorsorge für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bereitgestellt werden müssen.
Der Magistrat hat die bereinigte und geprüfte Eröffnungsbilanz bereits beschlossen. Die Stadtverordnetenversammlung wird sich mit dem Zahlenwerk in ihrer Juli-Sitzung beschäftigen.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
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