Ottostadt Magdeburg.
Heute hat der Leiter des städtischen Umweltamtes, Rolf Warschun, den Startschuss für das Klimaschutzportal der Landeshauptstadt gegeben. Unter www.magdeburg.de erhalten Interessierte Informationen, Ratschläge und Tipps rund um umweltfreundliches Verhalten.
„Nur wer die Hintergründe und Ursachen des Klimawandels kennt, wird den Zusammenhang zwischen dem eigenen Handeln und der globalen Klimaherausforderung erkennen“, stellt Rolf Warschun voran. Die Errichtung und Inbetriebnahme eines eigenen Klimaschutzportals ist eine von siebzehn Maßnahmen des am 4. April 2013 durch den Stadtrat beschlossenen Energie- und Klimaschutzprogramms.
Das Klimaschutzportal bietet interessierten Bürgerinnen und Bürgern Informationen und Beratungsangebote zum Thema Klimaschutz. Hier erfahren Interessierte mehr über die städtischen Klimaschutzaktivitäten und erhalten auch Antworten auf Fragen zum Energiesparen, zum energieeffizienten Bauen, zum nachhaltigen Konsum sowie zu umweltfreundlicher Mobilität. Vorgestellt werden außerdem Veranstaltungen sowie Projekte und Aktionen rund um das Thema „Klimaschutz“. Das Klimaschutzportal soll wie ein „Lotse“ durch die verschiedenen Aspekte des Themas führen.
„Ich bin sehr froh, dass wir nach dem Klimaschutzkonzept nun auch diese Homepage gemeinsam mit unseren Partnern entwickelt haben“, betont der Leitr des Umweltamtes, Rolf Warschun. „Damit verfügen wir über eine gute Informations- und hoffentlich auch Motivationsplattform, um gemeinsam den Klimaschutz in unserer Stadt weiter voranzubringen. Klimaschutz bedarf des Handelns aller, da ist jede Institution, jedes Unternehmen und jede Person gefragt. Lokal kann nur etwas bewegt werden, wenn sich viele engagieren.“
Der Freischaltung des Klimaschutzportals vorausgegangen war eine intensive Planungs- und Erarbeitungsphase mit verschiedenen Partnern aus Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft im Rahmen der vom Umweltamt 2011 ins Leben gerufenen Fach-Arbeitsgruppe „Kommunikation/Bürger“, deren Mitglieder sich seither mit Maßnahmen zur Sensibilisierung und Motivation von Bürgerinnen und Bürgern im Bereich des Klimaschutzes befassen.
Hintergrundinformationen:
Seit 1993 ist die Landeshauptstadt Magdeburg Mitglied im „Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V.“. Im Rahmen seiner Mitgliedschaft unterstützt Magdeburg jährlich Projekte zum Schutz des Regenwaldes.
Am 16. September 2010 hat der Stadtrat beschlossen, bis zum Jahr 2050 die Emissionen klimarelevanter Gase auf 3,2 t CO2 je Einwohner und Jahr zu reduzieren. Im Vergleich zum Status quo bedeutet dies eine Reduktion um ca. die Hälfte. Das am 4. April 2013 vom Stadtrat beschlossene Klimaschutzprogramm stellt die Strategie zur Erreichung des klimapolitischen Leitziels in den Jahren 2013 bis 2015 dar und beinhaltet insgesamt 17 Maßnahmen für die Handlungsfelder Gebäude, Stadtplanung, Stromnutzung, Energiesysteme, Verkehr, Kommunikation, die in den Folgejahren umgesetzt werden sollen.
Um ihr Engagement in den Bereichen Energieeffizienz und Klimaschutz zu stärken und ihrer Vorbildwirkung gerecht zu werden, hat die Landeshauptstadt Magdeburg darüber hinaus vielfältige andere Aktivitäten unternommen:
So wurde bereits im September 2010 ein Kooperationsvertrag zur Energieeinspar-Partnerschaft zwischen der Stadtverwaltung und den SWM unterzeichnet. Diese Partnerschaft ist Teil der von den SWM gestarteten Klima-Aktion „Magdeburger Natur-Talente“. Gemeinsames Ziel ist es, durch umfassende Energieberatung Verhaltensänderungen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung anzustoßen und damit zum Energiesparen anzuregen.
Darüber hinaus hat sich die Landeshautstadt Magdeburg zur Einführung eines kommunalen Energie- und Klimaschutzmanagements entschlossen, das der besseren Planung und Steuerung von Klimaschutzmaßnahmen dienen soll. Dafür hat Magdeburg das Angebot einer Exklusivpartnerschaft mit der Deutsche Energie-Agentur (dena) angenommen. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde im November 2010 unterzeichnet.
Bereits im September 2010 wurde die Landeshauptstadt Magdeburg durch die damalige Bundesforschungsministerin Anette Schavan als Preisträger im Bundeswettbewerb „Energieeffiziente Stadt“ ausgezeichnet. Magdeburg hat sich damit als eine von insgesamt fünf Städten für die Endphase des Wettbewerbes qualifiziert und wird vom Bundesministerium mit jeweils bis zu 1 Mio. Euro jährlich gefördert. Die Auszeichnung bestätigt, dass Magdeburg auf einem guten Weg ist, um den Ressourcenverbrauch und den CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren, damit auch künftige Generationen eine intakte, vielgestaltige Umwelt vorfinden. Die Förderung durch das Bundesministerium versetzt die Landeshauptstadt in die Lage, weitere Projekte umzusetzen und vor allem die Erforschung von intelligenten, zukunftsfähigen Systemen und Technologien fortzusetzen mit dem Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2020 um mehr als Zweidrittel gegenüber 1990 verringern.
Auch der Umwelterziehung misst die Stadtverwaltung erhebliche Bedeutung bei. Gemeinsam mit den Städtischen Werken organisiert die Stadt einen Energiespar-Wettbewerb für Schulen. Das Energie-Einsparmodell unter dem Motto „Fifty/fifty“ trägt seit Jahren zur CO2-Reduzierung bei. Ziel ist die Energieeinsparung in den drei Bereichen Wasser, Wärme und Strom durch energiebewusstes Verhalten. Gleichzeitig sollen den Schülern die Zusammenhänge im Klimaschutz zwischen dem eigenen Handeln vor Ort und den globalen Auswirkungen näher gebracht werden. Fifty/fifty heißt, dass die Schulen 50 Prozent der verhaltensbedingt eingesparten Energiekosten erhalten.
Darüber hinaus vergibt die Landeshauptstadt Magdeburg alle zwei Jahre den Umweltpreis für herausragende Leistungen zur Förderung der Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien sowie zur Steigerung der Energieeffizienz. Nach einer erfolgreichen Preisverleihung in 2011 wird der Umweltpreis der Landeshauptstadt Magdeburg in 2013 wieder vergeben.