Zum Stichtag haben alle Eltern einen Platz
Versorgungsquote in Hanau bei 26,4 Prozent –Weiterer U3-Ausbau geplant
Durch die vorausschauende Planung der Stadt Hanau ist es möglich, alle Eltern, die zum 1. August einen Betreuungsplatz für ihr Kleinkind angemeldet haben, mit einem Platz in einer Kindertageseinrichtung oder bei einer Tagesbetreuungsperson zu versorgen. Diese gute Nachricht beweist für Stadtrat Axel Weiss-Thiel, „dass die Stadt Hanau ein gutes Gespür für die Bedürfnisse der Familien hat“. Angesichts der positiven Stadtentwicklung mit steigenden Bevölkerungszahlen sei der weitere Ausbau im U3-Bereich bereits auf den Weg gebracht. Bis 2016 entstehen zusätzlich 752 Plätze, für die die Stadt rund 8,6 Millionen Euro investiert.
Die auf Bundes- und Landesebene postulierte Quote von 35 Prozent ist nach Aussage des Sozialdezernenten „eine theoretische Annahme und keine gesetzliche Vorgabe. Entscheidend ist die Bevölkerungsstruktur einer Kommune“. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz tritt ab dem ersten Geburtstag in Kraft und umfasst eine tägliche Betreuung von fünf Stunden in der Zeit von 7 bis 17 Uhr. Längere Betreuungszeiten sind abhängig vom individuell nachgewiesenen Bedarf, beispielsweise eine Berufstätigkeit der Eltern oder Alleinerziehenden.
In der Altersgruppe der Jahrgänge eins und zwei (13 bis 35 Monate) leben 1780 Kinder in Hanau. Es stehen 470 Plätze für diese Kinder mit Rechtsanspruch zur Verfügung, 120 davon bei Einrichtungen freier Träger. „Alle Plätze werden am Stichtag besetzt sein“, so Weiss-Thiel. Die Versorgungsquote in Hanau liegt danach bei 26,4 Prozent. Insgesamt werden 535 Plätze für Kinder unter Drei angeboten. 65 dieser Plätze beanspruchen Kinder ab dem zweiten Lebensmonat bis zum ersten Geburtstag. Sie sind alle belegt. "Die Voranmeldungen steigen insbesondere nach dem ersten Lebensjahr deutlich an", sagt Gitte Rodriguez, Leiterin des Eigenbetriebs Kindertagesbetreuung.
„Das Gros der Eltern plant die Betreuung ihrer Jüngsten vorausschauend und reicht mindestens sechs Monate vor dem gewünschten Aufnahmetermin die Voranmeldungen in den Kindertagestätten oder beim Servicebüro Familientagesbetreuung ein“, erläutert Rodriguez. „Diesen zeitlichen Vorlauf brauchen wir, um die Platzanfragen adäquat bearbeiten zu können.“ Um größtmögliche Planungssicherheit zu haben, findet einmal jährlich im Frühjahr einen Treffen mit allen Trägern von Kinderbetreuung statt, um die Bedarfe in den jeweiligen Sozialräumen – diese entsprechen in etwa den Stadtteilen – abzugleichen und abzustimmen, wie es um die Platzkapazitäten bestellt ist. „Diese im Jahr 2003 eingeführte Hanauer Methode hat sich bewährt“, so Weiss-Thiel.
Die Platzvergabe orientiert sich an den freien Kapazitäten in den Kitas oder in der Familientagesbetreuung. Beide Betreuungsformen sind gleichrangig. „Wir setzen alles daran, die Betreuung so wohnortnah wie möglich anzubieten“, so der Sozialdezernent. „Doch trotz unserer umfassenden Betreuungsstruktur gelingt es leider nicht immer, dass das Kind einen Platz in der Wunsch-Kita oder bei der Wunsch-Tagesbetreuungsperson bekommt.“ Dann gilt die Regelung, dass die Einrichtung innerhalb von 30 Minuten mit öffentlichen Verkehrmitteln oder zu fuß in 20 Minuten erreichbar sein muss. „Dieser Aspekt ist uns auch deshalb wichtig“, so Weiss-Thiel, „damit berufstätige Eltern so wenig Stress wie möglich bei der Bewältigung ihres Alltags haben “. Ein verlässlicher Rahmen für die Kinderbetreuung sei das A und O, um Beruf und Familie gut vereinbaren zu können. „Wir bemühen uns nach Kräften, nicht nur quantitative, sondern auch qualitativ sehr gute Rahmenbedingungen zu schaffen, um unserem Image als familienfreundliche Stadt mit dem erklärten Ziel der frühen Bildungsteilhabe gerecht zu werden.“
In Hanau gibt es seit 1995 keine reinen Krippen mehr, in denen ausschließlich Kinder unter drei Jahren betreut werden. „Wir favorisieren altersgemischte Gruppen, da Groß und Klein so am besten voneinander und miteinander lernen“, sagt Gitte Rodriguez. Die Jüngsten werden in der Regel in Gruppen von 13 Kinder im Altern von 0 bis sechs Jahren von zwei Erzieherinnen oder Erziehern betreut. Je mehr ganz Kleine zwischen zwölf und 24 Monaten in einer Gruppe sind, desto mehr Zeit wird benötigt, sei es für die Eingewöhnungszeit, für Körperhygiene, Unterstützung beim Essen oder bei der Begleitung ihrer ersten sozialen Erfahrungen in einer Kindergruppe.
„Unsere Qualitätsstandards in der U3-Betreuung sind hoch, die Arbeit mit den Familien als Einstieg in eine gelingende Erziehungspartnerschaft ist fest verankert und gleichrangig mit der pädagogischen Arbeit mit den Kindern “, versichert Stadtrat Axel Weiss-Thiel. Die fachlichen Themen rund um die U3-Betreuung seien erst seit wenigen Jahren fester Bestandteil der Ausbildung zur Erzieherin beziehungsweise zum Erzieher. Um alle Fachkräfte der Stadt Hanau gut auf den Umgang mit den Kleinkindern vorzubereiten, gebe es seit vielen Jahren ein umfassendes internes Fortbildungsangebot für die pädagogischen Fachkräfte der kommunalen Einrichtungen wie auch der freier Träger von Kindertagesbetreuung. Bereits in der Ausbildung von Praktikantinnen und Praktikanten stehen Elementarpädagogik und Entwicklungspsychologie auf dem Stundenplan der betriebsinternen Ausbildungstage.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Andrea Freund, Telefon 06181/295-488
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