Wahlsburg. Nach nur knapp sechs Monaten Sanierungsphase kann die Bildungsherberge auf dem Lippoldsberger Klosterhof im ehemaligen Hermann-Nohl-Haus ihre Pforten öffnen. „Die Herberge im Klosterhof ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie aus einer Vision Wirklichkeit wird und wie man gemeinsam einen sinnvollen Beitrag zur Regionalentwicklung leisten kann“, betont Vizelandrätin Susanne Selbert beim „Sanierungsabschlussfest“. Der „nimmermüde Einsatz“ des Fördervereins Klosterkirche habe dazu geführt, dass auf dem Klosterareal in Lippoldsberg ein vielfältiges Angebot für die Bürger der Region, für Touristen und Kulturinteressierte entstanden ist. „Die Herberg im Klosterhof ist da sozusagen das Tüpfelchen auf dem i“, so Selbert weiter.
Sowohl bei der Klosterpforte wie auch jetzt beim ehemaligen Hermann-Nohl-Haus sei es gelungen, ein für das Klosterareal und Lippoldsberg wichtiges Bauwerk wieder mit Leben zu füllen. Selbert: „Hier ist in den vergangenen Jahren ein richtiges Kulturzentrum entstanden“. Beispielhaft nannte die Vizelandrätin das Irish-Folk-Festival, die weltmusikalische Sommernacht, die Veranstaltungen im Rahmen des Kultursommers Nordhessen bis hin zum Weihnachtsmarkt. „Alles zusammen trägt auf vorbildliche Weise dazu bei, dass das Klosterareal zu einer identitätsstiftenden Keimzelle für die weitere Entwicklung Wahlsburgs wird“, ist sich Selbert sicher.
Damit die „Vision Realität werden konnte“ bedurfte es eines Unterstützernetzwerks. Aus dem europäischen LEADER-Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums flossen 30.252 Euro in das Projekt Herberge im Klosterhof.
Eine weitere Spende in Höhe 12.000 Euro kam vom Verein „Freunde des pädagogischen Seminars Göttingen“, den Vorbesitzern des ehemaligen Hermann-Nohl-Hauses. Weitere 10.000 Euro steuerte die Kasseler Sparkasse bei. Die restlichen Sanierungskosten übernahm die Gemeinde Wahlsburg. Außerdem beteiligte sich der Touristikverband Solling-Vogler-Region an der Finanzierung. „Durch die Eigenleistung der Mitglieder des Fördervereins konnten die Sanierungskosten auf rund 60.000 Euro begrenzt werden“, betont Vizelandrätin Selbert.
Das nach dem Reformpädagogen Herman Nohl benannte frühere Haus des Klostervogtes stammt aus dem 17. Jahrhundert und steht – wie der gesamte Klosterbezirk – unter Denkmalschutz. Die vom Förderverein Klosterkirche betreute Bildungsherberge knüpft an die Geschichte des Gebäudes als Gästehaus des Klosters an. „Das Konzept Bildungsherberge richtet sich an Menschen, die sich von der besonderen Ausstrahlung des Klosterareals angezogen, für einige Tage in die Ruhe dieses historischen Ensembles zurückziehen wollen“, berichtet Pfarrer Christian Trappe. Es wurde daher keine „Luxussanierung“, sondern „eine eher spartanische Unterkunft“, so Trappe weiter. Der Förderverein will Menschen ansprechen, die sich für die mittelalterliche Lebenswelt interessieren, ein Angebot für studentische Wochenend-Seminare bieten und Jugendgruppen einen Ort der Bildung zur Verfügung stellen. Gedacht ist auch die Nutzung durch Musikgruppen, die hier ein „ideales Probenumfeld finden“, informiert Trappe. Die erste Gruppe wird Ende August in der Herberge im Klosterhof erwartet.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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