„Ein Ausrufezeichen der Weltoffenheit“
Bündnis für Vielfalt trifft sich zum Runden Tisch
„Wir bekennen uns zu einer lebendigen Stadtgesellschaft, die ihre Vielfalt als Bereicherung wahrnimmt“, bezieht Oberbürgermeister Claus Kaminsky einmal mehr klare Gegenposition zur Ausländerfeindlichkeit und dem Rassismus der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), die in den vergangenen Wochen mehrfach zu Wahlkampfveranstaltungen nach Hanau gekommen war. Mit seiner Einladung zu einem Runden Tisch setzt der Hanauer OB zeitnah seine Ankündigung bei der jüngsten Gegendemonstration auf. Gemeinsam mit den im „Bündnis für Vielfalt“ engagierten Parteien, Organisationen und Gruppierungen will er nach angemessenen Strategien im Umgang mit rechtsextremen Strömungen zu suchen. Ein erstes Treffen ist bereits für Mitte Oktober terminiert. Ergänzende Impulse erhofft sich der OB dabei auch von dem in diesem Bereich seit vielen Jahren aktiven Mitarbeiter des Vereins „Gegen Vergessen – für Demokratie“, Martin Ziegenhagen. Der Diplompädagoge leitet seit 2007 erfolgreich das Projekt „Online-Beratung gegen Rechtsextremismus“.
Bereits an Montag nach der jüngsten NPD-Kundgebung am Kurt-Blaum-Platz hatte der Hanauer OB im Präsidium der Stadtverordnetenversammlung für den Runden Tisch geworben und ist damit bei allen Fraktionen auf große Zustimmung gestoßen. „Es besteht hier ein großer Konsens in der Frage, dass wir den einseitigen Hetztiraden des rechtsextremen Lagers ein positives Signal entgegensetzen wollen und müssen.“ Als hilfreich in diesem gemeinsamen Projekt wertete Kaminsky auch die die Zusammenarbeit mit dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“, an dessen Spitze bis zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten Dr. Joachim Gauck stand. Der überparteiliche, bundesweit tätige Verein wurde im Jahr 1993 gegründet und zählt inzwischen mehr als 2.000 Mitglieder. Sein Ziel ist es, die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und das Unrecht der SED-Diktatur wach zu halten sowie das zivilgesellschaftliche Engagement und politische Teilhabe sowie die Auseinandersetzung mit politischem Extremismus zu fördern.
Martin Ziegenhagen habe im Rahmen seiner Arbeit für den Verein selbst an der Entwicklung von Strategien mitgewirkt, wie man mit guter Aufklärungsarbeit dem Rechtsextremismus entgegentreten und gegen solche Auftritte wie die jüngst in Hanau erlebten-positive Ausrufezeichen setzen könne. Bereits seit 2001 im Verein aktiv, liegen seine Arbeitsschwerpunkte auf der der Planung und Durchführung von Projekten und Veranstaltungen mit dem Ziel der Förderung von demokratischer Kultur und zivilgesellschaftlichem Engagement gegen demokratiefeindliche Phänomene wie Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus.
„Mein Ziel ist es, dass wir für den Fall, dass die NPD ihre Ankündigung wahrmacht und erneut unsere Stadt zum Ziel einer Kundgebung macht, diesem mit einem wuchtigen Ausrufezeichen aus Weltoffenheit und Toleranz begegnen können, um deutlich zu machen, dass Fremdenhass und Rassismus in unserer Stadt keinen Platz haben,“ so OB Kaminsky und ergänzt, dass er nach wie vor daran festhält, dass es gefährlich ist, dem Phänomen des Rechtsextremismus mit Schweigen und Ignorieren begegnen zu wollen. „Nur weil man ein Problem nicht sehen will und die Augen davor verschließt, verschwindet es nicht.“
Neben der Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, den Stadtverordnetenfraktionen von SPD, CDU, FDP, BfH, Grünen, AF und Linke sowie dem DGB mit verschiedenen Einzelgewerkschaften, Frauenplenum, dem Ausländebeirat und den Kirchen haben bereits viele Organisationen und Gruppierungen, die sich bereits im „Bündnis für Vielfalt“ engagiert haben, auch ihre Teilnahme beim Runden Tisch zugesagt. Die breite Zustimmung, die das rege Interesse dokumentiert, machen nach den Worten von OB Kaminsky Mut und zeigen besser als alles andere, dass die Menschen in der Brüder-Grimm-Stadt nicht bereit sind, rechtsextremistisches Gedankengut in ihrer Mitte zu tolerieren.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
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