Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 02. Oktober 2013

15 weitere Stolpersteine erinnern an Magdeburger Opfer des Nationalsozialismus

Erinnerungsmale werden am 11. Oktober verlegt

Ottostadt Magdeburg.

 

 

Zum 18. Mal werden in Magdeburg Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus gesetzt. Der Arbeitskreis „Stolpersteine für Magdeburg" verlegt gemeinsam mit Angehörigen der Opfer sowie Spendern dieser Erinnerungsmale am 11. Oktober insgesamt 15 neue Stolpersteine. Interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger sind eingeladen, an den Verlegungen teilzunehmen und der Opfer zu gedenken.

 

„Mit den 15 neuen Stolpersteinen erinnern wir an das individuelle Schicksal von Magdeburgerinnen und Magdeburgern, die während der NS-Zeit deportiert und ermordet wurden", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Wir gedenken damit ehemaliger Mitbürger und setzen ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen der Nazidiktatur in unserer Stadt." Die 15 Stolpersteine, die am nächsten Freitag verlegt werden, erinnern an ehemalige jüdische Mitbürger, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors geworden sind.

 

Bei den insgesamt sieben Verlegungen taucht der Name „Moosbach“ gleich zweimal auf. Je ein Stolperstein erinnert künftig an die ermordeten Schwiegereltern Antonie und Paul sowie Schwiegertochter Else. Sie müssen miterleben, wie ihr Sohn und Ehemann nach den Novemberpogromen 1938 verhaftet, in das KZ Buchenwald verschleppt und dort misshandelt wird. Nachdem die Familie zwei Visa für England erhalten hatte, konnte der wieder freigelassene Sohn mit dem zehnjährigen Enkel nach England fliehen. Die Ehefrau sollte Ende September 1939 nachkommen. Doch am 1. September begann der Krieg, ein Wiedersehen gab es nicht.

 

Die 15 Stolpersteine werden in der kommenden Woche am Freitag (11. Okt.) in folgender Reihenfolge verlegt: für das Ehepaar Litmanowitz (9:30 Uhr, Lübecker Straße 30a), für Else Moosbach (ca. 9:50 Uhr, Nicolaiplatz 7), für das Ehepaar Moosbach (ca. 10:30 Uhr, ehemalige Andreas-Kritzmann-Straße 4a, Haltestelle Gareisstraße, auf dem Unicampus, Richtung Pfälzer Straße), für das Ehepaar Hirsch (ca. 11:10 Uhr, Schleinufer 12), für Familie Beck (ca. 11:30 Uhr, Keplerstraße 7a), für das Ehepaar Organek und Ida Weiss (ca. 12:15 Uhr, Halberstädter Straße 134) sowie für Adelheid Zadek (ca. 13:00 Uhr, Uhlandstr. 20).

 

Mit der Verlegung der neuen Stolpersteine steigt die Gesamtzahl dieser Erinnerungsmale im Stadtgebiet auf nunmehr 342. In die Messingoberfläche sind die Namen und biografischen Daten der Opfer, der Zeitpunkt ihrer Deportation und der Deportationsort eingraviert.

 

Seit 1997 setzt der Kölner Künstler Gunter Demnig diese zehn mal zehn Zentimeter großen Betonquader mit eingelassener Messingplatte in den Boden vor ehemalige Wohnhäuser und Wirkungsstätten von Opfern des Nationalsozialismus.

 

Finanziert werden die Erinnerungsmale ausschließlich durch Spenden. „Die Bereitschaft, mit Spenden die Patenschaft für die Stolpersteine zu übernehmen, verdient Dank und Anerkennung. Je mehr Menschen dieses Projekt mit einer Spende unterstützen, umso mehr Steine können weiterhin verlegt werden", wirbt Dr. Lutz Trümper gleichzeitig auch für die künftige Unterstützung in der Bürgerschaft.

 

Ein Stein kostet 120,- Euro. Hinzu kommen 25 Euro für die Dokumentation in einem „Magdeburger Gedenkbuch", das möglichst viele Angaben über Leben und Schicksal der ermordeten Menschen aufnimmt. Das Buch wird zusammengetragen von Vereinen, Initiativen, Schulklassen und Einzelpersonen und widmet sich der Spurensuche nach dem Lebensweg der Ermordeten.

 

Spenden für künftige Verlegungsaktionen von Stolpersteinen können auf das Konto 140 00 101 bei der Stadtsparkasse Magdeburg (BLZ: 81053272) überwiesen bzw. eingezahlt werden. Als Verwendungszweck muss dabei unbedingt die Ziffernfolge 37 99 43 11 angegeben werden.

 

Für Fragen und weitere Informationen zu den Stolpersteinen stehen die Mitarbeiter des Kulturbüros der Stadtverwaltung unter der Rufnummer 5 40 21 34 zur Verfügung.

 

 

Hintergrundinformationen

Der Magdeburger Stadtrat hat 2005 auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschlossen, sich der Möglichkeit des Erinnerns und Gedenkens durch so genannte Stolpersteine vor Hauseingängen und auf Gehwegen anzuschließen, von denen es mehr als 35.000 in über 750 Städten und Gemeinden in Deutschland und anderen Ländern Europas gibt.

 

Einen regelmäßig aktualisierten Stadtplan mit den Verlegeorten der Stolpersteine und weitere Informationen gibt es im Internet unter www.magdeburg.de/stolpersteine.




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Stadt Magdeburg
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