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Hanau, 24. Oktober 2013
Sie haben ihre Spuren im Museum hinterlassen
Mädchengruppe aus dem Stadtteilzentrum Süd-Ost gestaltet MuseobilBoxen

Sieben Mini-Museen aus Hanau stehen im Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt. Sie sind 40 Zentimeter hoch, breit und lang und bergen Geschichten von Mädchen aus dem Stadtteilzentrum Süd-Ost. Die Neun- bis 13-Jährigen haben am Projekt „MuseobilBox“  teilgenommen, das vom Bundesverband  Museumspädagogik entwickelt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.

Wenn Irem, Arzu, Alena, Derya, Zaynap, Duygu und Rozalin durch das große Tor des Senckenbergmuseums treten sind sie kaum zu halten. „Wir kennen uns hier aus“ – und schon sind in einem der Ausstellungsräume verschwunden. Mehtap Albayrak lässt sie gewähren. Die Sozialpädagogin kennt die wissbegierigen Mädchen aus ihrer Gruppenarbeit  im Stadtteilzentrum Süd-Ost und begleitet das Projekt.  MuseobilBox ist ein Angebot für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“.  Erfolgreich beworben hatten sich das Stadtteilzentrum aus Hanau und das Kinderzentrum Euckenstraße aus Frankfurt. Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel begrüßt die Teilnahme an dem Projekt, denn Bildungsteilhabe höre nicht an der Schultür auf. Die Welt der Museen zu entdecken, in Hanau und darüber hinaus, öffne Kindern den Horizont und mache sie darüber hinaus zu wichtigen Multiplikatoren. Denn positive Erlebnisse in anderen Bildungsstätten als der Schule würden weitergetragen, in die Familie, den Freundeskreis, in die Klasse. 

„Ich war vorher noch nie in einem Museum“, sagt Rozalin. Und da ist sie nicht die einzige aus der Gruppe. Fünfmal waren die jungen Hanauerinnen dort zu Gast. Den Stress, direkt nach der Schule mit der S-Bahn nach Frankfurt zu fahren und erst um 19.30 Uhr wieder zuhause zu sein, nahmen sie gerne in Kauf. „Die Schulaufgaben wurden trotzdem erledigt“, berichtet Mehtap Albayrak. Die Schülerinnen seien selbstbewusster geworden, hätten gespürt, dass sie ihren Tag  mit kleiner Unterstützung selbst organisieren konnten.

Um das Projektthema „Spuren hinterlassen“ begreifen zu können, bestaunten sie im Museum die Jahrmillionen alten Spuren von Menschen, Tieren und Pflanzen. Sie durften sogar hinter  die Kulissen schauen und ließen sich Geschichten zur  Steinwerkzeugsammlung und zu   Urmenschenschädeln erzählen. Doch welche Spuren wollen sie hinterlassen, bewahren und öffentlich ausstellen?  Anregung war, die selbst gebastelten oder ausgewählten Ausstellungsstücke in Beziehung zur eigenen Persönlichkeit oder Familiengeschichte zu setzen.

Dass ihnen diese Aufgabe gelungen ist, beobachtete Museumsleiter Dr. Bernd Herkner bereits kurz nach Eröffnung der Ausstellung.  Die Neugier der kleinen und großen Besucherinnen und Besucher sei groß, die „individuellen Stempel der Kinder“ zu betrachten. Vor allem in den  Boxen von Zaynap und Rozalin, die ihre „Spuren“ als einzige hinter kleinen Vorhängen verborgen hatten - zwei Hello Kitty-Plüschkatzen und ein kleiner gelber Dinosaurier. Ihre Lieblinge für viele Wochen einem Museum zu überlassen und damit auch Fremden einen Einblick in ihre Seele zu gewähren, das erforderte doch ein gewisses Maß an Überwindung, erzählt Mehtap Albayrak. Bis bei den beiden und den anderen fünf Mädchen feststand, womit sie ihre MuseobilBox bestücken, wurde viel geredet mit den beiden Frankfurter  Museumspädagogen Daniela Schimanski und Marco Kirsch. Inspiration holten sich die Mädchen bei ihren Museumsbesuchen, die immer am Anfang der Bastelaktionen standen.

Die Ergebnisse dieses Prozesses sind noch bis 14. November im Senckenbergmuseum im   zweiten Stock  zu bestaunen:  Fotos von den weltbeste Freundinnen, bunte Unterwasserwelten, die Kombination aus Mineralien und Mumien, Gedanken über  das Aussehen von Sauriern, Lieblingsspielzeuge wie Klangfrosch und  Kaleidoskop, die zwei Kittys und Dino, der die Besitzerin schon seit ihrem vierten Lebensjahr begleitet.  Im neuen Jahr reisen die Boxen  nach Hanau und werden im Stadtteilzentrum Süd-Ost ausgestellt.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Andrea Freund, Telefon 06181/295-488




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Die Mädchengruppe aus dem Stadttzeilzentrum vor den MuseobilBoxen im Senckenbergmuseum. Foto: Stadt Hanau


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Lieblingspielzeuge von Zaynap. Foto: Stadt Hanau


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Rozalins Dino in der MuseobilBox. Foto: Stadt Hanau



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