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Hanau, 22. November 2013
Gerechtigkeitsbrunnen erstrahlt in neuem Glanz

Das Gerüst ist abgebaut und der Gerechtigkeitsbrunnen aus dem 17. Jahrhundert auf dem Altstädter Marktplatz erstrahlt wieder in altem Glanz. Oberbürgermeister Claus Kaminsky überzeugte sich dieser Tage an Ort und Stelle von der erfolgreichen Arbeit des Mittelbücher Steinrestaurators Jens Engelhardt. Mit von der Partie waren Peter Jurenda, Vorsitzender des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur in Hanau e.V. und Dr. Eckhard Meise, Ehrenvorsitzender des Hanauer Geschichtsvereins, der die Geschichte des Brunnens eingehend erforscht hat.

Oberbürgermeister Kaminsky zeigte sich hoch erfreut über die gelungene Restauration. „Neben den derzeit neu entstehenden Gebäuden, müssen auch die historischen Stadtzeichen eine besondere Berücksichtigung erfahren, um die Geschichte der Stadt in die Zukunft zu tragen.“ Hierzu gehöre auch die Sanierung des Gerechtigkeitsbrunnens.

Jens Engelhardt erläuterte wie er den Brunnen gereinigt und an vielen Schadstellen den Buntsandstein gesichert und wieder aufgebaut habe. Während seiner Arbeit fand er Spuren der ursprünglichen Bemalung in rot und weiß. Im nächsten Jahr würden am Brunnenring noch diverse Salzstellen bearbeitet, berichtete der Restaurator.

Die Sanierung dauerte rund einen Monat und kostete 13.500 Euro. Entsprechende Mittel wurden vom Fachbereich Stadtentwicklung und Bürgerservice aus dem Titel „Kunst und Kultur im öffentlichen Straßenraum“ im Rahmen des Hanauer Stadtumbaus zur Verfügung gestellt. Der Verein zur Förderung von Kunst und Kultur stellte vor wenigen Monaten 500 Euro für eine Neuanschaffung von Schwert und Waage, der entwendeten Insignien der Justitia, bereit.

 

 

 

Hintergrundinformationen zum Gerechtigkeitsbrunnen:

Bauzeit: 1610/1611.

Bauherr: Der Rat der Altstadt Hanau.

Material: Sandstein aus Miltenberg am Main.

Baumeister / Steinmetzen: vermutlich Gebrüder Büttner/Büdingen.

Aufgerichtet durch Maurermeister Daniel Fischenich (Vertrag vom 15. Mai 1611 zur "Erneuerung zweier „Brunnen [...] uf dem Markt").

Ursprünglich farbig gefasst durch Malermeister Michel Busch. Um den Brunnen herum standen früher Steinbänke zum Abstellen von Eimern. Hier soll das beste Trinkwasser der Altstadt gefördert worden sein. Alljährlich reinigte die Nachbarschaft den Brunnen.

Den Brunnen flankieren zwei kannelierte Säulen mit korinthischen Kapitellen als Auflager eines ganz im Stil der Renaissance mit Medaillons und Diamantierungen verzierten Architravs, das wiederum als Basis der von Löwenfiguren getragenen Wappen der Hanauer Altstadt und der Herren von Hanau-Münzenberg dient. Zwischen diesen wurde die vollplastische Darstellung der Justitia als Symbol kommunaler Gerichtsbarkeit platziert.

1767 wurde auf Geheiß des Erbprinzen Wilhelm das Altstädter Rathaus im Stil des Klassizismus renoviert, die Erker abgeschlagen, das Gebäude verputzt. Der Brunnen wurde (ohne ursprünglich sechseckigen Trog) in der Fassade des Rathauses vermauert.

1928 erfolgte die Rückversetzung auf den Platz als nicht mehr funktionierender Ziehbrunnen. Dabei wurde der neue runde Brunnenring gebaut.

Der Brunnen überdauerte glücklicherweise die Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs.

Letztmalige Restaurierung 1977 zum 675-jährigen Altstadtjubiläum (1978).

Quellen: Denkmaltopografie Hanau 2006

Dr. Eckhard Meise über "Zwei Brunnenbauten in Hanau: Fischbrunnen (1605) und Gerechtigkeitsbrunnen (1611)“ in: Neues Magazin für Hanauische Geschichte des Hanauer Geschichtsvereins 1844 e.V. von 2004, S. 3 bis 26.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664




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Restaurator Jens Engelhard
Restaurator Jens Engelhardt erläutert seine Arbeit


Gerechtigkeitsbrunnen




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