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Hanau, 27. November 2013
Weiss-Thiel bietet Diskurs mit Tümpelgarten-Schule an

„Alle Kinder, die aktuell die vierte Klasse, die Förderstufe oder höhere Klassenstufen in der Tümpelgarten-Schule am Akazienweg besuchen, sollen ihre Schullaufbahn dort ordentlich beenden können.“ Mit dieser Aussage reagiert Bildungsdezernent Axel Weiss-Thiel auf Gerüchte, die Tümpelgarten-Schule mit Förderstufe sowie Haupt- und Realschulzweig werde ab dem nächsten Schuljahr geschlossen. „Die Schule bleibt noch sechs Jahre bestehen“ versichert er. Sie soll allerdings keine neuen Schüler mehr in der Sekundarstufe 1 aufnehmen. Während dieser Übergangszeit soll das in die Jahre gekommene Schulgebäude schrittweise saniert und in Kombination mit einem Kita-Neubau in ein Bildungszentrum für Kinder von  Null bis zehn Jahre umgewandelt werden.

Ein Kurswechsel in der Hanauer Haupt- und Realschullandschaft sei angesichts sinkender Schülerzahlen und immer knapperer  Finanzmittel unabdingbar, betont Weiss-Thiel. „Unsere Grundlage ist Zahlenmaterial aus diesem Jahr und den vergangenen sechs Jahren und das spricht eine eindeutige Sprache: Die Hauptschule ist abgewählt, die Eltern haben mit den Füßen abgestimmt.“ Das könne auch die GEW nicht negieren, der im Übrigen die aktuellen Zahlen ebenfalls vorliegen würden. „Wenn  der Vorsitzende des GEW-Kreisverbandes  Heinz Bayer nun öffentlich behauptet, die Stadt habe ihm diese verweigert, nenne ich das unredlich“, kritisiert Weiss-Thiel. Der von der Interessensvertretung der Lehrerschaft aufgemachten Rechnung, dass das Schulzentrum Hessen-Homburg im Lamboygebiet, die Eppstein-Schule in Steinheim und die Otto-Hahn-Schule in Kesselstadt den  durch die Konversionsentwicklung zu erwartenden  Zuzug nicht auffangen könnten, wenn der Haupt- und Realschulzweig an der Tümpelgarten-Schule nach sechs Jahren entfällt, widerspricht der Bildungsdezernent. „Ein angenommenes Bevölkerungswachstum von 5000 Menschen wird sich in den drei Schulen nur geringfügig auswirken, denn der Zuzug verteilt sich weit über das Jahrzehnt hinaus, über alle Altersgruppen, Schulformen, Schulen und Klassenstufen.“ Als Beispiel führt er die Pioneer-Kaserne an, wo die Stadt mit Wohnraum für rund 2000 Bürgerinnen und Bürgern kalkuliert. Auf der Basis von Erfahrungswerten des Instituts für Wohnen und Umwelt Darmstadt würden davon 100 Kinder auf die Altersgruppe sechs bis zehn Jahre und  108 in die Gruppe der Zehn- bis 15-Jährigen entfallen.

Diese Entwicklung hat Axel Weiss-Thiel in den Leitlinien für den Schulentwicklungsplan für die Jahre 2014 bis 2018 berücksichtigt, der voraussichtlich im Sommer nächsten  Jahres verabschiedet wird. „Ich habe die Leitlinien zur Weiterentwicklung der Hanauer Schullandschaft bewusst den Haushaltsberatungen vorgezogen, damit in den politischen Gremien und mit der Schulgemeinde Zeit für Diskussionen ist“, betont der Bildungsdezernent. „Damit schließe ich ausdrücklich auch den Diskurs mit der Elternschaft ein.“

Der Schulentwicklungsplan, der per Gesetz alle fünf Jahre neu aufzulegen ist, muss den Ist-Zustand und eine langfristige Zielplanung darstellen. „Ich kann nicht die Augen davor verschließen“, so Weiss-Thiel, „dass sich die Stadt Hanau als Schulträger trotz sinkender Zahlen im Hauptschulbereich in einem Stadtteil mit dem Schulzentrum Hessen-Homburg und der Tümpelgarten-Schule zwei Haupt- und Realschulen leistet. Das musste auf den Prüfstand.“  Eine Kommune, die unter dem Rettungsschirm des Landes Hessen stehe, müsse ihre Ressourcen bündeln - und das an künftig  drei Standorten. Dazu gehöre dann auch, dass die rund 250.000 Euro, die jährlich für die Jugendberufshilfe ausgegeben werden, mit einer Konzentration von Beratung und Betreuung der Haupt- und Realschüler  an nur drei Schulen effizienter und zielgerichteter eingesetzt werden könnten.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Andrea Freund, Telefon 06181/295-488


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