Landkreis Leer | Presseinformation

Mehr Frauen in den Beruf

Jahresrückblick 2013, Teil 3: Wie der Landkreis Leer strategisch die Erwerbsquote für Frauen steigert / Kampf gegen Fachkräftemangel

27. Dezember 2013.

Leer. Mehr Frauen in den Beruf. So lautet das erklärte Ziel des Landkreises Leer. Frauen und Familienförderung ist deshalb ein Schwerpunkt der Arbeit. Hintergrund ist, dass im Landkreis Leer vergleichsweise wenige Frauen arbeiten. Das verschärft den Fachkräftemangel angesichts einer älter werdenden Gesellschaft und stark sinkenden Geburtenzahl. Landrat  Bernhard Bramlage erklärt in seinem Jahresrückblick: „Um Wohlstand und Wachstum zu sichern, müssen wir mehr Frauen in reguläre Arbeit bringen.“ 

Um dieses Ziel zu erreichen, braucht der Landkreis sichere Angaben auf wissenschaftlicher Grundlage. Er beauftragte deshalb das Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe mit einer Studie zur Frauenerwerbstätigkeit. Das Institut schickte 3700 Frauen einen Fragebogen ins Haus. Ein Drittel antwortete. Im März 2014 liegen die Ergebnisse vor. Das Land Niedersachsen fördert die Studie.

Jutta Fröse, Leiterin der Frauen- und Familienförderung in der Kreisverwaltung, sagt aus ihrer täglichen Erfahrung: „Es stehen auf jeden Fall qualifizierte und hoch motivierte Frauen für den Arbeitsmarkt zur Verfügung.“ Sie verweist dabei auf die Koordinierungsstelle Frauen und Beruf, die Frauen hilft, wieder in den Beruf einzusteigen, und Unternehmen Tipps gibt, die richtigen Arbeitskräfte zu bekommen. Der Zulauf zur Koordinierungsstelle nimmt zu. Nach Angaben von Fröse wollen immer mehr Mütter und auch Väter Beruf und Familie unter einen Hut bringen. Frauen jedoch fürchten auch Altersarmut und wollen deshalb wieder arbeiten.

Bemerkenswert das Profil der Frauen, die von der Koordinierungsstelle beraten werden: So liegt der Anteil der Frauen zwischen 40 und 55 bei 64 Prozent. Fast zwei Drittel sind verheiratet, 18 Prozent erziehen ihre Kinder alleine. Die meisten wünschen eine Teilzeitarbeit, immerhin ein Viertel möchte Vollzeit arbeiten. Die Hälfte hat einen Realschulabschluss, ein Drittel hat Abitur oder die Fachhochschulreife. 64 Prozent leben vom Einkommen ihres Ehemannes, fast die Hälfte ist weniger als sechs Jahre aus dem Beruf heraus.

Die kommunale Ferienbetreuung läuft immer besser. Mehrere Gemeinden bieten sie nicht nur in den Sommerferien an, sondern auch in den Oster- und Herbstferien. Die Nachfrage ist groß, einige Gemeinden melden schon „ausgebucht“ für 2014. Die Zahl der betreuten Kinder kletterte von 186 im Jahr 2011 auf 353 in diesem Jahr. Die Betreuung erfolgt an elf Standorten. In Jemgum besteht kein Bedarf, in Bunde übernimmt der Kindergarten die Aufgabe. Inklusion soll auch in den Ferien praktiziert werden – erstmals 2014 voraussichtlich in Leer, wo zunächst fünf Plätze für Kinder mit Behinderung geplant sind.

Die betriebliche Kinderbetreuung des Landkreises in Kooperation mit dem Klinikum klappt hervorragend.  Sie ist ein „weicher Faktor“ bei der Anwerbung von Fachkräften im Klinikum. Mitarbeiter der Kreisverwaltung nutzen dieses Angebot ebenfalls. Sie können deutlich früher aus der Elternzeit zurückkehren. Während der Kernzeiten sind die 15 Betreuungsplätze vergeben. Die Pflegestelle ist von 5.45 Uhr bis 20 Uhr geöffnet.

Die Frauen- und Familienförderung setzt auch im nächsten Jahr Akzente. So ist im Januar anlässlich des Unternehmertreffens Nordwest in Rhauderfehn ein Kurz-Workshop zur Frauenerwerbstätigkeit vorgesehen.

Ganz neu: Am 21. Januar 2014 fährt erstmals ein „Job-Bus für Frauen“ durch den Landkreis Leer.  Dahinter verbergen sich Unternehmensbesuche von Frauen, die wieder in den Beruf wollen. Sie besuchen Unternehmen, informieren sich und stellen sich vor. Die Koordinierungsstelle wählt zwölf Frauen aus und bereitet sie für die Besuche vor. „Es öffnen sich Türen“, sagt Landrat Bramlage, der an der Fahrt zu den Unternehmen teilnimmt. Der Job-Bus ist Teil der Fachkräfteinitiative der Wachstumsregion Ems-Achse. Die Veranstaltung im Landkreis Leer bildet den Auftakt einer Reihe.

Im Mai steigt zum dritten Mal eine „Info-Börse Frauen und Beruf“. Sie informiert umfassend über berufliche Perspektiven in der Region.


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