Landkreis Kassel. Seit dem Schuljahr 2005/2006 gibt es Schulsozialarbeit an den Schulen im Landkreis Kassel. „Mittlerweile sind wir an 26 Schulen im Kreis präsent und unsere Bilanz der Jahre 2011 und 2012 zeigt, dass wir überall als sinnvolle Erweiterung des schulischen Angebots im Bereich Prävention und Soziales Lernen gesehen werden“, berichten die beiden Fachdienstleiterinnen Melitta Schäfer und Nina Schindewolf. Allein im Schuljahr 2011/2012 haben die 26 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter 1.675 Kinder und Jugendliche mit individuellen Beratungs- und Unterstützungsangeboten erreicht. Nimmt man die Gruppenangebote hinzu, steigt die Zahl der beteiligten Schüler auf über 14.000.
„Die Bandbreite bei den individuellen Unterstützungs- und Beratungsangeboten reicht von der Hilfestellung bei Problemen mit Mitschülern und Lehrern bis hin zu Krisenintervention in Kooperation mit den Betreuungslehrern und den Eltern“, berichten Schäffer und Schindewolf. Schulische Probleme wie Leistungsdruck und Schulangst spielen genauso eine Rolle im „Alltagsgeschäft der Schulsozialarbeit“ wie Mobbing und Konflikte in der Familie. Auch Fragen im Zusammenhang mit dem Übergang von Schule zum Beruf werden behandelt. Wegen des vielgestaltigen Beratungs- und Unterstützungsangebots hatte die Schulsozialarbeit im letzten Schuljahr Kontakte zu 562 Eltern und 983 Lehrergespräche.
Bei den von der Schulsozialarbeit organisierten Gruppenangeboten für ganze Klassen oder Jahrgänge steht die Erweiterung der sozialen Kompetenzen der Schüler im Mittelpunkt.
„Schwerpunkt unserer Arbeit ist hier das Erlernen von Verhaltensmöglichkeiten, um Konfliktsituationen im Schulalltag erst gar nicht entstehen zu lassen“, so die beiden Fachdienstleiterinnen. Diese „Team-Building-Maßnahmen“ auf Klassenebene sind äußerst erfolgreich. „Die Zahl der Kriseninterventionen hat im vergangenen Schuljahr um 5 Prozent abgenommen – wir haben den Eindruck, dass Schüler durch mehr Sozialkompetenz Konfliktsituationen besser allein bewältigen können“, so Schäffer und Schindewolf.
Ein wichtiger Grundsatz der Schulsozialarbeit ist die Vernetzung mit den schulischen Funktionsträgern wie Schulleitung und Zweigleitern. Weitere Ansprechpartner sind das Lehrerkollegium sowie die Schüler- und Elternvertretung. „Diese schulinterne Kooperation wie zum Beispiel bei Konferenzen und Elternabenden ist die Grundlage dafür, einen umfassenden Eindruck von Schülern zu erhalten und sie so besser beraten und fördern zu können“, erläutern Schäffer und Schindewolf. Auch außerhalb der Schule kooperiert die Schulsozialarbeit mit örtlichen Jugendarbeitern, Vereinen, Stadtteilarbeitskreisen bis hin zur Kreishandwerkerschaft. „Durch dieses Netzwerk und die Einbindung in die Beratungsangebote des Fachbereichs Jugend des Landkreises können wir umfassend und auf sehr kurzem Weg Probleme zielgenau behandeln“, so die beiden Fachdienstleiterinnen weiter.
Hintergrund:
Der Kreistag des Landkreises Kassel hatte im März 2005 ein Rahmenkonzept für Schulsozialarbeit und Kooperation von Jugendhilfe und Schule im Landkreis Kassel beschlossen. Mit Beginn des Schuljahres 2005/2006 wurde damit unter bestimmten Voraussetzungen an allen Schulen des Sekundarbereichs I sowie an Berufs- und einigen Grundschulen Schulsozialarbeit im Landkreis Kassel ermöglicht.
Im Februar 2008 beschloss der Kreistag, dass die Schulsozialarbeit ausschließlich über die von den kreisangehörigen Kommunen an den Kreis abzuführende Schulumlage finanziert wird. Aktuell gibt es Schulsozialarbeit an 26 Schulstandorten im Landkreis – die jeweiligen Schulsozialarbeiter sind entweder bei der kreiseigenen Arbeitsförderungsgesellschaft (AGiL), freien Trägern, einer Gemeinde sowie in zwei Fallen beim Landkreis Kassel selbst beschäftigt. Die fachliche Verantwortung liegt beim Landkreis Kassel. Die Kosten für die Schulsozialarbeit belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr.
Schulsozialarbeit gibt es an allen Gesamtschulen im Landkreis, an acht Grundschulen (Bad Karlshafen, Friedrich-Ebert-Schule Baunatal, Calden, Grebenstein, Immenhausen, Espenau, Reinhardshagen und Zierenberg), an der Herwig-Blankertz-Schule (Hofgeismar und Wolfhagen) und der Willy-Brandt-Schule in Kassel-Oberzwehren (beides berufliche Schulen), an der Wilhelm-Filchner-Förderschule in Wolfhagen und Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Kassel-Oberzwehren (Gymnasium).
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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