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Hanau, 10. Januar 2014
„Ich freue mich auf eine rege Diskussion“
Ausschuss befasst sich mit Denkmal für Moritz Daniel Oppenheim

Eine für alle interessierten Hanauerinnen und Hanauer offene Führung durch die eigens dafür im Congress Park Hanau aufgebaute Ausstellung aller sechs Entwürfe sowie die öffentliche Präsentation des von Jury und Magistrat bereits einstimmig ausgewählten Kunstwerks von Robert Schad bilden am Montag, 20. Januar, den Auftakt zur Sitzung des Ausschusses für Kultur, Schule und Sport, die sich ausschließlich mit der Gestaltung des künftigen Denkmals für Moritz Daniel Oppenheim befasst. „Die Präsentation durch den Künstler selbst sowie die sich anschließende Fragestunde bietet allen am Thema Interessierten einmal mehr die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden“, lädt Oberbürgermeister Claus Kaminsky alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich im Rahmen der Präsentation selbst ein Bild zu machen und sich an der Diskussion zu beteiligen. Bei dieser Gelegenheit werde sich der Künstler sich auch zu Beschaffenheit und Material des Werkes äußern.

Der Entwurf von Robert Schad hat im November bereits die hochkarätig besetzte Jury sowie den Magistrat überzeugt. Das Kunstwerk mit dem Titel  „Moritz und das tanzende Bild“ setzte sich in beiden Gremien mühelos unter den sechs eingereichten Vorschlägen durch. „Mit dieser Skulptur gelingt es uns, dem Leben und Werk des in Hanau geborenen und international bekannten jüdischen Malers Moritz Daniel Oppenheim ein im Wortsinne unübersehbares Denkmal zu setzen“, kommentierte OB Kaminsky bei der Bekanntgabe des Magistrats-Votums. Dabei übernimmt das Denkmal nach den Worten des OB nicht nur eine ästhetische Funktion für den Betrachter. Vielmehr werde die Persönlichkeit des Künstlers durch das markant gestaltete Denkmal nachhaltig in der Mitte des Hanauer Stadtlebens positioniert.

Dabei waren die Rahmenbedingungen und das Verfahren zur Gestaltung des Oppenheim-Denkmals bereits im Januar 2012 mit der Grundsatzentscheidung „Kunst und Kultur im öffentlichen Straßenraum“ durch einen einstimmigen Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung festgelegt worden. Wie bereits bei der Auswahl des Kunstwerks am Kurt-Blaum-Platz wurden auch für das geplante Oppenheim-Denkmal im Rahmen einer beschränkten Auslobung acht international anerkannte Künstlerinnen und Künstler von der Jury eingeladen, einen Entwurf einzureichen. Ein Kolloquium im Mai, bei dem sich Jury und Kunstschaffende in Hanau getroffen hatten, bot die Gelegenheit, vor Ort Fragen und Ideen für den Wettbewerb ausgiebig zu diskutieren. Neben einer Einführung in das Leben und Werk des Malers Moritz Daniel Oppenheim, des neben den Grimms und Paul Hindemith international bedeutendsten Hanauers, bot sich den Teilnehmern dabei auch die Gelegenheit, die Baustelle Freiheitsplatz zu besichtigen, um ein Gespür für das Umfeld zu entwickeln, wo zukünftig das Oppenheim-Denkmal angesiedelt sein wird.

Die sechsköpfige Jury, der neben OB Kaminsky und dem Kulturbeauftragten der Stadt Hanau, Klaus Remer, auch der Bildhauer Prof. Claus Bury, der Architekt Prof. Alfred Jacoby, die Architektin Prof. Gesine Weinmiller und der Ehrenvorsitzende des Hanauer Geschichtsvereins 1844 e.V Dr. Eckhard Meise angehören, war zu dem einstimmigen Ergebnis gekommen, dass Robert Schad mit seinem Entwurf für das Denkmal im Dialog zwischen figürlicher und abstrakter Gestaltung ein urbanes und selbstbewusstes Stadtzeichen setzt. In der fachkundigen Erläuterung heißt es, dass in der Gestaltung ein ideales Zusammenspiel von klar gegliederter Gebäudefassade und kraftvoller, aber zugleich verspielter Skulptur besteht. Das Denkmal fügt sich nach Ansicht der Fachleute organisch in das architektonische Umfeld ein, so dass ein offener  Denk- und Kunstraum auf dem Freiheitsplatz entsteht. „Das Kunstwerk kann sofort erfasst werden und gibt zugleich der Phantasie der Betrachter freien Raum.“

Zuvor war auch der eingesetzte Beirat, der das Verfahren begleitet hat, zu einem klaren Votum zugunsten des Schad-Entwurf gekommen. Der Beirat knüpft an das langjährige Bürger-Engagement für ein solches Denkmal an. Er setzt sich aus Vertretern all jener Institutionen zusammen, die sich seit Jahren für eine angemessene Würdigung  Oppenheims in Hanau engagieren. Dazu gehörten neben dem eigens 2006 gegründeten Förderkreis auch die Jüdische Gemeinde Hanau, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hanau e.V., der Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V., der Arbeitskreis Christen und Juden der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck sowie die Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt e.V..

Nach den Worten von Oberbürgermeister Kaminsky korrespondiert der ausdrucksstarke Entwurf von Robert Schad schließlich auch mit dem erklärten Ziel, „unserer Innenstadt ein unverwechselbares Gesicht zu geben“. Das nach seinen Worten „wichtigste Vorhaben des Gesamtprojektes Kunst und Kultur im öffentlichen Raum“ würdigt in angemessener Weise die Bedeutung des Malers Oppenheim, der bereits zu Lebzeiten zu den populären und international renommierten jüdischen Künstlern zählte.

Es gebe immer wieder kritische Stimmen, so der OB, dass die Innenstädte uniformer, immer gleichförmiger, austauschbarer würden.  Kunst im öffentlichen Raum sei hier das geeignete Instrument, um dem entgegenzuwirken. Er begrüße deshalb explizit die inhaltliche Diskussion um die Gestaltung des Denkmals, denn diese spiegele eine lebendige Kulturszene wider. „ Ich wehre mich aber mit aller Kraft gegen alle Ansätze in die Richtung, Kunst als vermeintlich überflüssigen Luxus zu bezeichnen, den wir uns in Zeiten klammer Kassen nicht leisten können. Diesen Spieß möchte ich umdrehen und sage: wir können es uns nicht leisten darauf zu verzichten.“ Er hoffe, dass möglichst viele Hanauerinnen und Hanauer die Gelegenheit nutzen und sich am 20. Januar im CPH informieren. „Ich freue mich auf einen regen Austausch.“

Die Führung mit Museumsdirektorin Dr. Katharina Bechler beginnt um 17.30 Uhr. Direkt im Anschluss um 18 Uhr wird der Schad-Entwurf „Moritz und das tanzende Bild“ im Brüder-Grimm-Saal vom Künstler selbst vorgestellt und erläutert. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben hier auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen sowie mit dem Künstler und die Mitgliedern der Jury das Werk zu diskutieren. Um 19.30 Uhr beginnt die Sitzung des Ausschusses für Kultur, Schule und Sport.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929


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