Im Auftrag der Stadtverwaltung beginnt der Unterhaltungsverband Ehle/Ihle in der kommenden Woche mit den Arbeiten für den 2. Bauabschnitt des Furtlakengrabensystems in Ostelbien. Dabei werden ein Entlastungsgraben vom Graben A zu Hermickes Kiesloch und eine Rohrleitung vom Puppendorfer Weg in die Furtlake geschaffen sowie der Graben H ausgebaut. Insgesamt investiert die Landeshauptstadt rund 1,8 Mio. Euro.
„Ziele des Ausbaus sind die Gewährleistung der Oberflächenentwässerung und eine erhebliche Minimierung der Vernässung von privatem und öffentlichem Eigentum sowie auf landwirtschaftlichen, gewerblich und industriell genutzten Flächen“, so der Beigeordnete für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung Holger Platz. „Nach Abschluss der Arbeiten kann das natürliche Grundwasserniveau wieder schneller erreicht werden als bislang. Durch den gezielten Wasserabfluss aus dem Gebiet wird es zukünftig nicht mehr zu einer zusätzlichen Grundwasseranreicherung kommen. Damit wird sich die hydraulische Gesamtsituation des ostelbischen Polders erheblich entspannen.“
Schwerpunkt des neuen Abschnitts ist der Bau einer Rohrleitung vom Puppendorfer Weg bis zur Furtlake. Auf einer Länge von rund 830 Metern sollen vor allem das bei Hochwasser anfallende Drängewasser und von unten drückendes Grundwasser auf dem schnellsten Weg in die Furtlake abgeleitet werden. Das führt zu einer deutlichen Entlastung der Altläufe und der bebauten Gebiete am Furtlakengrabensystem.
Für den Bau der Rohrleitung und den Anschluss des Entlastungsgrabens an Hermickes Kiesloch müssen ab kommender Woche rund 40 Bäume gefällt werden. In Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde wurden verschiedene Varianten untersucht, wobei die ausgewählte Rohrleitungsbauvariante ökologisch am verträglichsten ist. Als Ausgleichsmaßnahme sind Ersatzpflanzungen geplant. Darüber hinaus wird im Zuge der Arbeiten als vorgezogene artenschutzrechtliche Kompensationsmaßnahme auch ein Ausweichquartier für Fische und Amphibien geschaffen.
Zudem kommt es während der Baumaßnahmen zu Verkehrsbeeinträchtigungen an den Baustellen. Dies betrifft insbesondere den Puppendorfer Weg, den Gübser Weg sowie die Straße An der Lake zwischen der Berliner Chaussee und dem Durchlass An der Lake. Die Stadtverwaltung bittet die betroffenen Anwohner bereits im Vorfeld um Verständnis.
Mit den jetzt beginnenden und voraussichtlich im September endenden Baumaßnahmen werden die fast vollständig beendeten Arbeiten des 1. Bauabschnitts fortgesetzt. Dazu gehörten der Gewässerausbau an den Gräben E und F sowie am Prester-Verbindungsgraben auf einer Gesamtlänge von rund 3.100 Metern.
Der Start für den Ausbau des Steingrabens mit dem Schöpfwerk hängt vom Verlauf des Planfeststellungsverfahrens ab. Der Antrag für das Verfahren wurde im vergangenen Jahr vom Unterhaltungsverband Ehle/Ihle als Vorhabenträger eingereicht.
Der letzte Bauabschnitt für das Furtlakengrabensystem wird ab dem Jahr 2015 realisiert. Dazu gehören der Ausbau des Faulen Seegrabens, der Gräben A, B, C, G, Neugrüneberg und eines weiteren Bereiches des Grabens H.
Die Gesamtinvestition beträgt rund zwölf Mio. Euro. Darin eingeschlossen sind auch die Kosten für die Planung.