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Hanau, 19. August 2014
Boulen wird auch in Hanau immer beliebter
Dank von der Stadt eingerichteter und gepflegter Bahnen

Nicht viele Freizeitbeschäftigungen in Hanau sind in so idyllischer Umgebung möglich wie beim Boulen. Wer dem vor allem aus Frankreich bekannten Kugelspiel in der Brüder-Grimm-Stadt frönen will, hat gleich auf fünf vom Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) eingerichteten und gepflegten  Spielstätten im Grünen Gelegenheit dazu: zentral neben reizvoller Altstadt-Gastronomie in der Metzgerstraße, in der Grünanlage „Hainal“ mit wunderschönem Blick auf des Großauheimer Mainufer, auf dem alten Wolfgänger Sportplatz unter Schatten spendenden Bäumen, auf dem ausgedehnten  Spielplatz Emdener Straße unmittelbar an Mittelbücher Streuobstwiesen und quartierszentral im Grünzug an der Klein-Auheimer Lilienstraße.

„Unsere Boulebahnen haben alle ihren eigenen Charme“, findet Hanaus Gründezernent Andreas Kowol. Und er misst diesen Freizeit-Sportstätten „eine nicht unbedeutende Rolle in einer Stadt mit Lebensqualität“ bei. Mit relativ geringen Mitteln habe HIS hier „kleine Oasen geschaffen“. Zu wünschen sei  nur noch, dass die eine oder andere Bahn intensiver genutzt werde.

Hanau war 2006 sogar einmal Austragungsort  der Deutschen Meisterschaften. Mehrere jeweils auf zwölf mal drei Meter abgemessene Bahnen waren in und vor der Orangerie angelegt. Doch aus der Hoffnung des Hessischen Petanque-Verbandes, diese schöne Spielstätte dauerhaft für das französische Kugelspiel zu gewinnen, „wurde nichts“, wie Martin Schmidt (Langenselbold) als Präsident des Hessischen Petanque Verbandes zu berichten weiß.

Petanque, die seit 1910 weltweit am meisten verbreitete Variante des Boulespiels,  spielen in Deutschland mittlerweile schätzungsweise eine Million nicht organisierte Freizeitspieler, so der Verband. Nach dem Zweiten Weltkrieg französische Besatzungssoldaten und später  Frankreich-Urlauber „importierten“ das Spiel mit den sechs Stahlkugeln nach Deutschland.  Die näher an die „Sau“ (kleine Zielkugel) heranzubringen,  als es die Mitspieler vermögen, wird als Wettkampf hierzulande immer beliebter. Auch auf Hanaus Boule-Bahnen ist das meist mit Sauvoir-vivre verbunden, denn wie in Frankreich gehören Rotwein, Baguette und Käse zu den Spielpausen dazu.

So beispielsweise an der Großauheimer Mainpromenade, wohin  das „Hanauer Aktivteam“ jeden dritten Dienstag im Monat von 14 bis 16 Uhr zum „Französischen Nachmittag mit Gute-Laune-Boule“ einlädt. Das ehrenamtliche Aktivteam hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere sportferne Menschen mit Bewegung an einen aktiven, gesunden Lebensstil heranzuführen und  das soziale Miteinander der teilnehmenden vornehmlich Älteren zu fördern. Gisela Krux, unter deren Leitung sich am „Hainal“ ein  Teilnehmerkreis aus Hainburg, Großkrotzenburg, Maintal und  der Brüder-Grimm-Stadt zusammengefunden hat, sieht Boule als „spannend, unterhaltsam und körperlich kaum belastend“ an.

Nur hin und wieder rät sie den Mitspielenden: „Besser in die Knie gehen“. Das befördert einen zielgenaueren Wurf aus dem Handgelenk heraus, um  der „Sau“ möglichst nahe zu kommen oder eine gut postierte Kugel von der kleinen Zielkugel wegzustoßen.

Bei diesem Gratis-Angebot gibt es keinen Zwang zu kommen und keinen Zwang Mitglied zu werden. 2012 begonnen, ist es so beliebt geworden, dass HIS eine zweite  Boulebahn direkt neben der ersten anlegte. In einem nahen Café lassen  sich Boulekugeln leihen, das Aktiv Team freilich bringt eigene Spielgeräte mit und stellt sogar eine Anzeigetafel für den jeweiligen Spielstand auf. Der Altersschnitt der Spielenden liegt bei rund 60 Jahren. „Wir hatten auch schon Aktive über 90“, erzählt Krux.

Sie schwärmt vom „Hainal“: „Das ist ein idealer Platz, nie zu heiß.  Und wir können stets den vorbeifahrenden Schiffen nachschauen.“ Spaziergänger auf dem Mainuferweg sähen immer wieder angetan zu, leider habe sich von denen noch keiner fürs Mitwirken gewinnen lassen.  „Hier spielen aufgeschlossene Menschen“, fasst sie die Atmosphäre zusammen, die über den Boulebahnen an der Mainpromenade liegt, ehe sie dazu auffordert zwischendurch einen Roten „als Zielwasser“ zu genießen.

Kaum weniger idyllisch, statt am Fluss an der alten Stadtmauer gelegen ist die vor zwei Jahren von HIS angelegte Boulebahn auf dem Spielplatz in der Metzgerstraße. Ihr soll demnächst eine zweite direkt daneben folgen. So lasse sich dort auch mal ein Turnier spielen, begründet Thorsten Alt den Wunsch der Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt (IGHA). Wie wichtig der IGHA dieser Attraktionspunkt zwischen besetztem Haus und der Gaststätte „Goldener Bock“ ist, lässt sich daran ablesen, dass die Initiative ehrenamtlich Bank und Papierkörbe gestrichen hat, die Spielgeräte sogar aufwendig in bunten Farben. Die Stadtwerke Hanau stifteten eine LED-Leuchte, die speziell im Herbst und Winter angeschaltet werden kann. Denn jeden Dienstag um 18 Uhr heißt es hier „Allez les boules!“.  Wer zu anderen Zeiten selbst spielen will, kann sich im  „Goldenen Bock“ nebenan Kugeln ausleihen.

Dieter Wörn, wie Alt regelmäßig beim Spiel um die „Sau“ dabei, schätzt an der Boulebahn die Kombination mit dem Spielplatz: „So wird Generationen und Geschlechter übergreifend die Neugier auch bei Eltern und Kindern geweckt, wenn wir uns hier betätigen.“   Und gegenüber den Menschen im besetzten Haus, an das die Bahn direkt grenzt, gebe es keinerlei Berührungsängste.

Ein buntes, vorwiegend älteres Völkchen trifft sich auch auf Wolfgangs altem Sportplatz. Hier in unmittelbarer Nähe der Robinsonschule ist unter Schatten spendenden Bäumen auf einer ehemaligen Leichtathletik-Anlage die Boulebahn entstanden. HIS hat zusätzlich eine Bankgruppe aufgestellt, die das Sauvoir-vivre fördert.   Die Gruppe hat einen Rechen mitgebracht, um die Bahn aufzulockern, bevor sie loslegt. Gespielt wird hier immer mittwochs von 16 bis 18 Uhr.

Boule-Interessierte wenden sich an Gisela Krux (Telefon: 06181-4133283, Thorsten Alt: 015204883771 oder Walter Tietje: 571506).   

 



Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Boulen 1
Mit wunderschönem Blick auf den Main: Die Boulebahn in der Großauheimer Grünanlage "Hainal".


Boulen 2
Wer kommt der "Sau", der kleinen Zielkugel, am nächsten? Diese Frage steht auch immer wieder auf der Boulebahn an der Metzgerstraße im Mittelpunkt.


Boulen 3
Kurzweil und Geselligkeit bestimmen das Boulen in Wolfgang.



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