In der Vortragsreihe „Magdeburg im Ersten Weltkrieg 1914 - 1918. Eine Großstadt an der ‚Heimatfront’“ hält die Kunsthistorikerin Sabine Ullrich am 30. September den Vortrag „Beten und Mahnen. Ein wenig bekannter Kriegs-Gedenkaltar aus St. Johannes Baptist in Magdeburg-Salbke“. Die Veranstaltung im Alten Rathaus beginnt um 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Sabine Ullrich beschreibt in ihrem Vortrag die Entstehungsgeschichte des Altars und ordnet ihn in die Erinnerungskultur und in den Kontext der Magdeburger Gefallenen-Denkmäler ein. Gedenkorte für Gefallene des Ersten Weltkriegs in Kirchen sind in der Regel schlichte Tafeln aus Holz oder Stein. Im öffentlichen Raum ist die Mehrzahl der Gedächtnisse aus monolithischen Gedenksteinen oder einfachen Stelen mit Inschrift geschaffen worden. Seltener wurden aufwändige Denkmäler mit künstlerischem Anspruch in Auftrag gegeben, so wie das berühmte Denkmal von Ernst Barlach aus dem Jahr 1929 im Magdeburger Dom.
Zu den künstlerisch beachtenswerten Arbeiten gehört auch der Gedenkaltar in der katholischen Kirche Magdeburg-Salbke, den die Gemeinde bereits vor Kriegsende bei dem Münchner Bildhauer Hans Faulhaber bestellte. Er ist nur in Fragmenten erhalten und in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Im Rahmen der Inventarisierung des Kunst- und Kulturgutes im Bistum Magdeburg ist dieser Altar erfasst und somit eine wissenschaftliche Betrachtung ermöglicht worden.
Interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger sind zu der Veranstaltung am kommenden Dienstag herzlich willkommen. Die diesjährige Vortragsreihe zum Ersten Weltkrieg wird gemeinsam vom Stadtarchiv, der Stadtbibliothek und den Magdeburger Museen veranstaltet.