Am Samstag, dem 18. Oktober, veranstaltet das Umweltamt der Landeshauptstadt Magdeburg im Alten Rathaus den 22. Landschaftstag. Die Veranstaltung findet in diesem Jahr unter dem Motto „Zwischen Zuckerrübe und Elbe – Magdeburg im Landschaftsraum Elbe“ statt. Neben einer Vortragsreihe ist auch eine Exkursion zum Bördemuseum in Ummendorf geplant.
„Mit dem Landschaftstag möchten wir interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger wieder für ihre natürliche Umwelt sensibilisieren", begründet der Beigeordnete für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung Holger Platz die diesjährige Themenauswahl. „In diesem Jahr steht die Bedeutung der umliegenden Ackerflächen für die Stadt und die Entwicklung der Landwirtschaft im Börderaum im Mittelpunkt. Auf die Besucher warten eine Exkursion und spannende Referate.“
Zu den Referenten gehören unter anderem ein Vertreter des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Mitte Wanzleben, eine Dozentin der Hochschule Anhalt Bernburg, ein Mitarbeiter der IHU Geologie und Analytik GmbH in Stendal sowie der Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebes Meine und Claus GbR in Osterweddingen.
Nach den einzelnen Referaten besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Eine Exkursion zum Bördemuseum in Ummendorfergänzt das Tagungsprogramm. Dabei wird der botanische Schaugarten für Wild- und Kulturpflanzen im mitteleuropäischen Raum mit rund 400 Pflanzenarten besichtigt. Im Außenbereich der Burg können die Besucher ihr Wissen zur Zuckerrübe erweitern.
Eröffnet wird der 22. Landschaftstag vom Beigeordneten für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung, Holger Platz. Der Tag findet seit 1993 jährlich statt. Mit der Veranstaltungsreihe möchte das Umweltamt Anregungen zur Auseinandersetzung mit der Umwelt und zur Diskussion über ökologische Problemstellungen geben. Die Inhalte der jeweiligen Landschaftstage werden in einem Tagungsband veröffentlicht, der im Folgejahr als Broschüre erscheint.
Zum 22. Landschaftstag sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Zahl der Teilnehmer für die um 14.00 Uhr beginnende Exkursion ist wegen der Transportmöglichkeiten jedoch begrenzt. Eine individuelle Anreise zum Bördemuseum in Ummendorfist möglich.
Das vollständige Programm des Landschaftstages kann im Internet unter www.magdeburg.de aufgerufen werden.
Hintergrundinformationen
Die Geschicke der Stadt Magdeburg waren früher eng mit dem Landschaftsraum Börde verknüpft. Während in der Börde die Produktion von Nahrungsmitteln erfolgte, wurden diese in Magdeburg weiterverarbeitet und verkauft.
In den vergangenen Jahrzehnten kamen neue Aspekte hinzu. Wo früher noch weite Flächen für die Landwirtschaft reserviert waren, werden heute Gewerbegebiete, Siedlungen oder Straßen gebaut. Auch wird seit der Thematisierung von Umweltproblemen die Landwirtschaft auf kommunaler Ebene wieder diskutiert. Der Landwirt ist gefordert, die Gestaltung der Landschaft mit seinem Wissen zu bereichern und zur Pflege der Landschaft beizutragen. In der Verantwortung der Kommunen liegt es wiederum, mit der kostbaren Ressource Boden sorgsam umzugehen. Gefragt sind landwirtschaftliche Betriebe im Umland, um eine Versorgung mit Lebensmitteln aus der Region zu ermöglichen. Auch belasten geringere Transportwege die Umwelt weniger.
Das Stadtumland ist aber auch ein Lebensraum für Flora und Fauna sowie das Ziel für Freizeitaktivitäten der Menschen. Mit der Biotopverbundplanung wird angestrebt, die für die Kulturlandschaft Börde typischen Strukturen zu erhalten bzw. zu entwickeln. Hecken und artenreiche Raine an Wegen und Bächen bilden nicht nur wichtige Habitate für Flora und Fauna, sondern verschönern das Landschaftsbild und mindern die Erosion.