
Kreis Steinfurt. Ende August hatte NRW-Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky Vertreter der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt) empfangen, um über den Ausbau leistungsfähiger Breitband-Netze in ländlichen Regionen ins Gespräch zu kommen.
Im Zuge der digitalen Agenda ist das Ziel auf allen Ebenen - von der EU über den Bund bis zum Land - klar definiert: Privathaushalte und Unternehmen sollen teilhaben an den Entwicklungen der digitalen Welt, die immer mehr das Wirtschafts- und Privatleben der Menschen bestimmen. Nur: In einem privatisierten Markt gehen die Anbieter von Telekommunikationsdiensten mit dem Ausbau von Glasfasernetzen eher in die Ballungsräume als aufs Land.
Im Kreis Steinfurt ist es gelungen, Investitionen im zweistelligen Millionenbereich - überwiegend für Glasfasernetze - auszulösen, ohne dass die öffentliche Hand hohe finanzielle Beiträge leisten musste. Dies legten Kreis-Wirtschaftsförderer dem Staatssekretär im August detailliert dar. In dem Gespräch wurde vereinbart, dass die WESt ein ausführliches Papier mit Erfahrungswerten sowie Handlungsempfehlungen an das Land vorlegt. Hieraus ist ein Positionspapier entstanden, das von allen Kreisen im Münsterland sowie der Stadt Münster mitgetragen wird.
Guido Brebaum, Geschäftsführer der WESt, erläutert: „Aus kommunaler Sicht sollte sich das Land stärker engagieren, um mit den Kommunen den Breitband-Ausbau zu fördern." Dazu gehöre eine personell stärker ausgestattete zentrale Beratungsstelle des Landes für Kommunen sowie die Beteiligung an den Kosten für Breitband-Manager auf Kreisebene. Darüber hinaus gebe es aber auch eine Reihe von Maßnahmen, die ohne Einsatz von Geld realisiert werden könnten. „Wir halten es für sinnvoll, wenn das Land mit den großen Telekommunikationsgesellschaften Standards - etwa für die Leerrohrverlegung – verhandeln würde, damit es für Kommunen endlich verlässliche Regelungen gibt", so Brebaum. Auch solle sich das Land dafür stark machen, dass transparenter gemacht werde, wo bereits Glasfaserleitungen verlegt wurden.
In dem Schreiben, das Anfang November an den Staatssekretär geschickt wurde, heißt es, dass der begonnene Dialog nun intensiviert werden sollte - damit auch in ländlichen Regionen niemand von den neuen technischen Möglichkeiten ausgeschlossen bleibe.