Am 29.04.15 kommt das ALFA-Mobil des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V. (BVAG) nach Magdeburg, um gemeinsam mit der Volkshochschule Magdeburg Werbung für Lese- und Schreibkurse für Erwachsene zu machen. Von 10 bis 14 Uhr wird es in der Innenstadt, am Breiten Weg, stehen.
„Viele Menschen sprechen uns spontan an und informieren sich über Kursangebote vor Ort“, sagt Projektleiterin Julia Kuhlmann. Deshalb arbeitet das bundesweit tätige Projekt mit lokalen Ansprechpartnern zusammen. In Magdeburg wird deshalb am ALFA-Mobil Stand auch Kathlen Kahl von der VHS Magdeburg vertreten sein.
„Die besten Botschafter für Kurse sind natürlich Kursteilnehmer selbst“, sagt Projektmitarbeiterin Agnieszka Jaworski. Deshalb werden viele der Aktionen von (ehemaligen) Betroffenen begleitet. Viele erzählen, dass sie lange gebraucht haben, bis sie sich zum Lernen in einem Kurs entschlossen haben. Im Kurs werden sie nicht nur sicherer im Lesen und Schreiben, sondern steigern auch ihr Selbstvertrauen.
Am ALFA-Mobil informieren die Mitarbeiter des BVAG bundesweit in Innenstädten und vor Weiterbildungseinrichtungen zum Thema Analphabetismus in Deutschland. Auf einer Leinwand laufen Spots und Reportagen zum Thema. Am Stand treffen sich lokale Akteure, um sich über die Arbeit vor Ort auszutauschen. Die Mitarbeiter, die langjährige Erfahrung in der Beratung von Betroffenen am ALFA-Telefon haben, beraten mit Info-Materialien und Ansichtsexemplaren von Unterrichtsmaterial. Betroffene und deren Angehörige nutzen das niedrigschwellige Angebot, um sich über Kurse zum Lesen- und Schreibenlernen in ihrer Nähe zu informieren.
Seit dem 1. Januar 2015 fährt das ALFA-Mobil als Informationseinrichtung des BVAG in dem Projekt „Aufsuchende Beratung am ALFA-Mobil – Öffentlichkeitswirksame Kampagne im Rahmen der Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung“ durch Deutschland. Das Projekt wird im Jahr 2015 gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Entwickelt worden ist die Marke ALFA-Mobil bereits in einem Projekt, das von 2004 bis 2007 lief. Seite 2 von 3
Mehr als sieben Millionen Erwachsene haben so geringe Lese- und Schreibkenntnisse, dass sie keine Texte lesen und schreiben können. Sie gelten damit als funktionale Analphabeten. Diese Größenordnung des funktionalen Analphabetismus in Deutschland wurde 2011 in der leo. – Level-One Studie der Universität Hamburg ermittelt. Es gibt in der heutigen Zeit kaum Berufe, in denen keine Lese- und Schreibkenntnisse benötigt werden. Betroffene arbeiten deshalb überdurchschnittlich oft in prekären Arbeitsverhältnissen mit geringem Einkommen und wenig Aufstiegschancen.
An Volkshochschulen und bei einigen privaten Anbietern sowie Vereinen werden Kurse angeboten, in denen Erwachsene das Lesen und Schreiben nachträglich erlernen können. Doch gerade einmal ein Prozent der 7,5 Millionen Betroffenen lernt jährlich in diesen Kursen. Über typische schriftliche Mittel der Öffentlichkeitsarbeit wie Programmhefte und Flyer können sie kaum erreicht werden. Außerdem haben viele Betroffene Angst davor, anderen von ihren Problemen zu erzählen. Sie fühlen sich häufig gesellschaftlich ausgeschlossen und stigmatisiert.
Mit den ALFA-Mobil-Aktionen sollen Betroffene sowohl direkt als auch indirekt über eine breite Öffentlichkeit angesprochen werden. Die Aktionen sind Teil der Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutschland, die 2012 u.a. vom BVAG, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Kultusministerkonferenz, der Bundesagentur für Arbeit und den christlichen Kirchen unterzeichnet wurde. Gemeinsames Ziel der Nationalen Strategie ist es, die Betroffenen „zur besseren beruflichen, sozialen und ökonomischen Teilhabe zu befähigen“.
2015 können bereits gute Erfolge verzeichnet werden: In zahlreichen Projekten werden Maßnahmen ergriffen, um den Zielen der Strategie näher zu kommen. Bundesweit bilden sich regionale und lokale Netzwerke. Die Kampagne „Mein Schlüssel zur Welt“ und das beim BVAG angesiedelte Projekt iCHANCE erreichen die Zielgruppe: In Zeiträumen, in denen die Kampagne aktiv in die bundesweiten Medien eingebunden ist, steigen die Anruferzahlen beim Beratungstelefon ALFA-Telefon um mehr als das Dreifache.
Träger des Projekts ist der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. Der Verein fördert das Lesen und Schreiben. Er bedient das aus TV-Werbespots bekannte Beratungstelefon ALFA-Telefon und pflegt eine bundesweite Kursdatenbank. Der BVAG ist die einzige bundesweite Fach-, Service- und Lobbyeinrichtung dieser Art in Deutschland. Er bündelt die Erfahrung und Kompetenz aus 30 Jahren Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit. 500 Personen und Institutionen sind Mitglied in dem als gemeinnützig anerkannten Verband. Die Vereinsarbeit wird durch Mitgliedsbeiträge, Spenden sowie Verkaufserlöse finanziert. Ernst Klett Sprachen sowie zahlreiche weitere Kooperationspartner unterstützen den Verband.
Aufsuchende Beratung: Am ALFA-Mobil-Stand informieren Mitarbeiter interessierte Bürger und Menschen mit Lese-und Schreibschwierigkeiten.
Weiterführende Informationen
Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.: www.alphabetisierung.de
Nationale Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung: http://www.bmbf.de/de/426.php
Kampagne „Mein Schlüssel zur Welt“: http://www.mein-schlüssel-zur-welt.de/
BMBF-Projekt iCHANCE: www.profi.ichance.de und www.ichance.de
Übersichtliches Presseheft zur leo. –Level-One Studie: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/leo/files/2011/12/leo-Presseheft_15_12_2011.pdf
Kursfinder: Das aktuelle Kursangebot kann recherchiert werden über: http://www.alphabetisierung.de/service/kurssuche.html
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Kontakt Projekt Alfa-Mobil
Mobil: 0151/270 053 58
Julia Kuhlmann (Projektleiterin)
Fon: +49 (0)2 51.49 09 96-84
j.kuhlmann@alphabetisierung.de
Agnieszka Jaworski (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Fon: +49 (0)2 51.49 09 96-53
a.jaworski@alphabetisierung.de
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