Presseinformation

Nr. 145 Steinfurt, 30. April 2015


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Mehr Unterstützung in der Flüchtlingshilfe notwendig
Koordinierungsstelle für Integration ab 15. Mai besetzt

Kreis Steinfurt. Die Fachkonferenz Zuwanderung und Integration im Kreis Steinfurt hofft bei der Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen auf Hilfe der Politik - und das nicht nur auf kommunaler, sondern auch auf Landes- und Bundesebene. Bei einem Treffen der Fachkonferenz kürzlich im Steinfurter Kreishaus forderten die rund 50 Teilnehmer bessere Rahmenbedingungen in der Flüchtlingshilfe.

 

Kreisdirektor Dr. Martin Sommer sieht eindeutig auch Brüssel in der Pflicht: „Humanitäre Katastrophen wie in der vergangenen Woche im Mittelmeer dürfen sich nicht wiederholen. Die politischen Entscheidungsträger der Europäischen Union müssen Lösungen dafür finden.“ Er unterstrich auch die Differenzierung wie sie das Grundgesetz vorsieht. Es müsse zwischen schutzbedürftigen Kriegsflüchtlingen und Armutsflüchtlingen unterschieden werden - zwischen Menschen, die nach dem Asylrecht dauerhaft bleiben dürften und denen, die vorübergehend betreut, dann aber in ihre Heimatländer rückgeführt würden. Gleichwohl betonte Sommer: „Alle haben ein Recht, hier menschenwürdig, fair und respektvoll behandelt zu werden.“ Oliver Klöpper, Leiter des Sachgebiets Zuwanderung, Aufenthalt und Integration beim Kreis Steinfurt, machte auf die steigenden Zahlen der Zuwanderung im Kreis Steinfurt aufmerksam: „Waren es zum 1. Januar dieses Jahres noch 1526 laufende Asylverfahren, sind es aktuell rund 2000 im Kreis Steinfurt, und es zeichnet sich ab, dass es weiterhin mehr werden.“ „All diese Menschen haben bei ihrer Ankunft hier einen Weg in die Ungewissheit hinter sich“, unterstrich Birgit Naujoks, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrates NRW, die aus einem ganz anderen Blickwinkel über Zuwanderung berichtete. Bedrohung durch Hunger, Krankheit, Gewalt, den Verlust von Familienangehörigen und Freunden sowie den eigenen Tod nähmen diese Menschen auf ihrem Fluchtweg in Kauf, um beispielsweise Kriege, Menschenrechtsverletzungen und Umweltkatastrophen zu überleben.

 

In den Arbeitsforen haben die Teilnehmer sämtliche Probleme angesprochen: Engpässe auf dem Wohnungsmarkt für eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge, fehlende Bildungsangebote für junge Erwachsene, professionelle Hilfen als Unterstützung für Ehrenamtliche sowie eine unzureichende Finanzierung dauerhafter Sprachangebote.

 

Eine erfreuliche Nachricht gab es an diesem Tag auch: Im Rahmen der Fachkonferenz hat sich Lili Schmidt vorgestellt, die ab dem 15. Mai für die Akteure im Kreis Steinfurt Ansprechpartnerin in der Koordinierungsstelle für Integration in der Kreisverwaltung ist. Bei ihr laufen die Fäden der kreisweiten Netzwerkarbeit zusammen, wenn es beispielsweise um Auskünfte über Angebote wie Sprachkurse geht oder Ansprechpartner innerhalb der Kreisverwaltung.





Mehr Unterstützung in der Flüchtlingshilfe notwendig