Am kommenden Sonntag, den 9. August 2015, gedenken die Landeshauptstadt Magdeburg und der Ökumenische Arbeitskreis Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung Magdeburg mit einem Schweigemarsch und mit einer Kranzniederlegung der Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Bürgerinnen und Bürger sind ab 18.00 Uhr am Fuße des Lukashügels am Schleinufer dazu eingeladen, sich dem Gedenken anzuschließen. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt.
70 Jahre ist es her, dass amerikanische Flugzeuge Atombomben auf japanische Städte warfen, um einen Krieg zu beenden, der in Europa bereits seit drei Monaten beendet war. Die Gedenkveranstaltung für die Opfer und Strahlengeschädigten, die bis heute an den Folgen der Atombombenabwürfe leiden, ist Teil der Erinnerung der Landeshauptstadt Magdeburg zu 70 Jahren Kriegsende. Das Gedenken der Bürgerinnen und Bürger bietet der Landeshauptstadt erneut die Möglichkeit die Forderungen nach einer atomwaffenfreien Welt zu erneuern. Seit 1985 ist Magdeburg Mitglied im Bündnis der Städte „Bürgermeister für den Frieden“.
Bürgermeister Klaus Zimmermann wird als Vertreter der Landeshauptstadt die Gäste der Gedenkveranstaltung begrüßen, bevor es dann um 18.00 Uhr mit einem gemeinsamen Schweigemarsch von der Lukasklause zur Stele der Völkerfreundschaft auf dem Lukashügel geht. Nachdem Kränze und Blumen niedergelegt worden sind, sprechen Bürgermeister Klaus Zimmermann und Pfarrerin Eva Hadem vom Ökumenischen Arbeitskreis Worte des Gedenkens. Abschließend gibt es ein Gebet für den Frieden. Musikalisch umrahmt wird das Gedenken durch Götz Baerthold am Saxophon.
Bürgermeister für den Frieden
Bürgermeister für den Frieden („Mayors for Peace“) ist eine internationale Nichtregierungsorganisation von Städten, die sich der Friedensarbeit, insbesondere der atomaren Abrüstung, verschrieben haben. Die Organisation wurde 1982 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Hiroshima, Takeshi Araki, gegründet.
Die Initiatoren starten regelmäßig Aktionen, um den Erhalt des Friedens auf der Welt zu fördern und die Verbreitung von Atomwaffen einzudämmen. Im Oktober 2003 hat die Organisation die Kampagne „2020 Vision“ gestartet. Mayors for Peace ruft ihre momentan 6.779 Mitgliedsstädte in 161 Ländern auf, die Kampagne zu unterstützen, um sich so in die Verhandlungen über Atomwaffen einzumischen. Sie werden dabei von Friedensgruppen auf der ganzen Welt sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene unterstützt.
Die erste „Weltkonferenz der Bürgermeister für den Frieden durch Solidarität zwischen den Städten“ fand vom 5. bis 9. August 1985 in Hiroshima und Nagasaki zum Thema „Für die völlige Beseitigung der Atomwaffen“ statt. Magdeburg gehörte neben Dresden und Ostberlin zu den Teilnehmerstädten aus der ehemaligen DDR und wird auch weiterhin als Mitgliedsstadt geführt.
Auf der 5. Weltkonferenz, die vom 4. bis 9. August 2001 in den Städten Hiroshima und Nagasaki stattfand, wurde der Beschluss gefasst, die „Weltkonferenz der Bürgermeister für den Frieden durch Solidarität zwischen den Städten“ in „Bürgermeister für den Frieden“ umzubenennen.
Im Juni 2005 unterschrieb der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg im Rahmen einer internationalen Kampagne der „Weltkonferenz der Bürgermeister für den Frieden“ die Erklärung deutscher Bürgermeister zur Abschaffung von Atomwaffen.