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Hanau, 11. August 2015
Die ersten Flüchtlingen sind in Sportsfield eingezogen
Stadtrat wirbt für wohlwollende Haltung der Stadtgesellschaft

Die ersten zwölf Asylsuchenden sind in die neue städtische Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne Sportsfield Housing im Hanauer Stadtteil -Wolfgang eingezogen. Stadtrat Axel Weiss-Thiel betonte bei der Begrüßung, dass sich nach seinem Eindruck die Hanauer Stadtgesellschaft ihrer Verantwortung bewusst sei, Flüchtlinge sicher und menschenwürdig unterzubringen. „Wir stehen für Vielfalt und ein friedliches Zusammenleben.“ Das weiterhin zu pflegen sei eine Aufgabe, der sich nicht nur die hauptamtlichen Kräfte und die vielen ehrenamtlich Engagierten stellten. „Diese Haltung wünsche ich mir von allen Bürgerinnen und Bürgern, die in unserer weltoffenen Stadt mit Menschen aus rund 130 Nationen leben.“

Mit einem Bus kamen die Flüchtlinge direkt aus der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen aus Gießen. Ihr Gepäck bestand meist nur aus einer kleinen Tasche oder einem Plastiksack mit ein paar Habseligkeiten. Bisher haben die meisten der Flüchtlinge, die das Land dem Main-Kinzig-Kreis zugewiesen hat, ein paar Wochen in der kreiseigenen Erstaufnahmeeinrichtung Hof Reith in Schlüchtern verbracht, bevor sie je nach Aufnahmequote in den Kommunen mit Wohnraum versorgt wurden. „Doch durch den steigenden Flüchtlingszustrom gibt es mehr und mehr Zuweisungen direkt aus Gießen“, erklärt Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel. Die Neuankömmlinge stammen aus Syrien, Afghanistan, Äthiopien, Eritrea und Mazedonien. Sie müssen nun so rasch wie möglich beim Kreissozialamt in Gelnhausen und beim Regierungspräsidium in Gießen ihre für das Asylverfahren notwendigen Behördengänge erledigen. Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes hat sich bereit erklärt, einen Fahrdienst zu organisieren.

Die Flüchtlinge leben auf Sportsfield Housing mit fünf bis acht Personen in ehemaligen Wohnungen der US-Armee und müssen sich selbst versorgen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat vier der 22 Gebäude an der Aschaffenburger Straße der städtischen BauProjekt GmbH mietfrei zur Verfügung gestellt. Diese hat zwei der Wohnblocks in den vergangenen vier Monaten saniert und an das kommunale Versorgungsnetz angeschlossen. Bis Frühjahr 2016 werden die zwei anderen Gebäude instandgesetzt. Insgesamt sind für das Herrichten der Flüchtlingsunterkunft drei Millionen Euro veranschlagt. Sie bietet Platz für rund 350 Menschen.

Die Brüder-Grimm-Stadt Hanau habe in der Vergangenheit bewiesen, dass sie offen für Menschen andere Völker sei und sich darum bemühe, sie in die Gesellschaft zu integrieren, so Weiss-Thiel. „Dazu stehen wir nach wie vor. Wir wollen und können die Balance im Verhältnis zwischen Einheimischen und Flüchtlingen nur halten, wenn wir den vor Bürgerkriegen, gewalttätigem Fanatismus und Folter Geflohenen nicht nur ein Obdach bieten, wozu wir gesetzlich verpflichtet sind, sondern auch sozialpädagogische Betreuung und Beratung durch den

Internationalen Bund, Diakonie und Caritas“, ist er überzeugt. In Wolfgang ist dafür in dem Gebäude, das zuerst bezogen wird, eine Wohnung als Anlaufstelle mit entsprechenden Angeboten eingerichtet worden. Anderthalb Vollzeitstellen stehen für rund 160 Menschen zur Verfügung. In einem Zimmer hält ein Hanauer Internist ehrenamtlich zweimal in Woche Sprechstunden ab, vor allem für Beratungen, weniger für Behandlungen. In der gegenüberliegenden Wohnung im Erdgeschoss hat das DRK eine Kleiderkammer eingerichtet.

 Zu dem Betreuungskonzept, das der Fachbereich Bildung, soziale Dienste und Integration entwickelt hat, gehört auch der Einsatz von Willkommens- und Sprachenlotsen und weiterer Ehrenamtlichen aus Kirchengemeinden und anderen Organisationen. Sie kümmern sich derzeit um die dezentral untergebrachten Flüchtlinge, begleiten sie zu Behörden, organisieren Freizeitangebote und bringen ihnen Deutsch bei. Regelmäßig austauschen können sich Lotsen jeden ersten Mittwoch im Monat ab 18 Uhr im Familien-.und Generationenzentrum der Evangelischen Kirche Steinheim.)  Die Stadt Hanau, die im Vorfeld der Ankunft der Flüchtlinge in Wolfgang per Brief und bei einer öffentlichen Veranstaltung über ihre Flüchtlingsarbeit informiert hat, bietet Kontaktmöglichkeiten unter  www.willkommen.hanau.de und auf Facebook unter www.facebook.com/hanau.engagiert.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Andrea Freund, Telefon 06181/295-488




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Stadtrat Axel Weiss-Thiel hieß die ersten Flüchtlinge in der städtischen Unterkunft auf Sportsfield Housing willkommen. Empfangen wurden sie von Mitarbeitenden der Stadt Hanau, des Internationalen Bundes, der Diakonie, des DRK und ehrenamtlichen Dolmetschern. Foto: Stadt Hanau



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