Presseinformation

Nr. 285 Steinfurt, 12. August 2015


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Nach der Elternzeit: Wie der Wiedereinstieg in den Job gut gelingt
WESt startet Wettbewerb „Betriebsplus Familie“ im September

Kreis Steinfurt. Die Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt) startet im kommenden September den Unternehmenswettbewerb „Betriebsplus Familie 2015“ zur guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Kreis Steinfurt. In einer Artikelserie stellt die WESt verschiedene Aspekte und Handlungsansätze für Familienfreundlichkeit in Unternehmen vor.

Heute: Elternzeit und Wiedereinstieg - eine Herausforderung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die Geburt eines Kindes ist für die Familie ein freudiges Ereignis, hat aber auch Auswirkungen auf das Erwerbsleben der Eltern. Während der Elternzeit genießen Beschäftigte Kündigungsschutz, und mit dem Elterngeld gibt es für wenigstens zwölf Monate eine finanzielle Unterstützungsleistung vom Staat. Spätestens seit es einen Elterngeld-Bonus für das Aufteilen der Elternzeit innerhalb einer Familie gibt, nehmen auch immer mehr Männer zumindest ihre zwei „Vätermonate“ in Anspruch.

Für den Arbeitgeber ist die Elternzeit eine Herausforderung: Wie organisiere ich die Vertretung? Wie halte ich die Elternzeitler auf dem Laufenden über neue Entwicklungen im Beruf? Wie kann einen guter Wiedereinstieg organisiert werden?

„Das klappt alles leider oft nicht so, wie sich das alle Beteiligten vorstellen“, weiß Ingmar Ebhardt, Projektleiter Betriebsplus Familie bei der WESt, dem gleich mehrere negative Beispiele einfallen. „Wenn Absprachen über Aufgabenbereiche nach der Rückkehr nicht eingehalten oder gar nicht erst getroffen werden und die Einsatzmöglichkeiten erst dann überlegt werden, wenn die Beschäftigten wieder im Büro stehen, ist der Frust vorprogrammiert. Unter solchen Umständen fallen einem Wechselgedanken viel leichter.“

Dass es auch anders geht, zeigen viele gute Beispiele aus den vergangenen Runden des „Betriebsplus Familie“-Wettbewerbs. Vorbildlich ist der Umgang mit der Elternzeit bei der Kreissparkasse Steinfurt. Dort finden nicht nur regelmäßig Informationstage für die Elternzeitler statt. In den Abteilungen gibt es Paten, die dafür zuständig sind, den Kontakt zu den jungen Müttern und Vätern zu halten. Die Teilnahme an Fortbildungen während der Elternzeit wird selbstverständlich unterstützt. Die Rückkehr wird frühzeitig und individuell mit den Vorgesetzten geplant.

Aber auch kleine Unternehmen nutzen die Möglichkeiten, über eine gute Organisation und den Kontakt während der Elternzeit die Mitarbeiterbindung zu erhöhen, wie zum Beispiel das Reisebüro Stehning aus Rheine. „Nur zu Hause bleiben? Das ist meinen Mädels schnell langweilig“, lacht der Inhaber Johannes Stehning. „Die allermeisten kommen bereits kurz nach Beginn der Elternzeit als Aushilfe wieder an ein oder zwei Nachmittagen ins Büro.“ So bleiben sie auf dem Stand, und der gleitende Wiedereinstieg ist bereits eingeleitet.

Teilzeit mit der Option zur späteren Vollzeittätigkeit kann ein geeignetes Mittel sein, um einen frühzeitigen, familienverträglichen Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Unterstützung gibt es dafür mittlerweile auch vom Bund. Durch das Elterngeld Plus werden neue Unterstützungsleistungen für Eltern geschaffen, die frühzeitig in Teilzeit wieder in den Job einsteigen möchten.

Weitere Informationen über Vorteile und die Möglichkeiten, die sich daraus auch für Unternehmen ergeben, gibt es auf der Homepage des Betriebsplus Partnernetzwerks Erfolgsfaktor Familie: www.erfolgsfaktor-familie.de.