Einwohnerzuwachs belegt Attraktivität von Kesselstadt
Umfassende Informationen für Ortsbeiräte beim fünften Stadtteiltreffen
„Kesselstadt mit der Weststadt ist ein attraktiver Stadtteil, der in seinem Ortsbeirat eine gute Interessensvertretung hat“, war die zusammenfassende Interpretation des aktuellen Zahlenmaterials am Beginn des diesjährigen Stadtteiltreffens durch Stadtrat Axel Weiss-Thiel. Der Einwohnerzuwachs um 99 Menschen auf jetzt 11.341 spreche für das attraktive Wohnumfeld, das sich in der gesamten Gemarkung finde. „124 Anträge, von denen 84 beschlossen wurden, zeigen, dass sich der Ortsbeirat aktiv und rege für die Belange der Menschen im Stadtteil einsetzt.“
Auch beim fünften Stadtteiltreffen, bei dem neben den beiden hauptamtlichen Stadträten Weiss-Thiel und Andreas Kowol auch zahlreiche Vertreter der Verwaltung dem Stadtteilgremium Rede und Antwort standen, zeugte die Bandbreite der diskutierten Punkte von einem regen Stadtteilleben.
Als klaren Erfolg des vor zwei Jahren angestoßenen Stadtteilentwicklungsprozesses werteten alle Anwesenden die Jubiläumsveranstaltung, die im Juli gemeinsam zum 50-jährigen Bestehen der Weststadt ausgerichtet worden war. An diese gelungene Zusammenarbeit soll im Herbst angeknüpft werden, wenn es unter der Federführung des Teams daran geht, die weitere inhaltliche Arbeit zu besprechen.
Immer wieder Thema im Ortsbeirat ist auch das Amphitheater. Stadtrat Weiss-Thiel informierte darüber, dass die Stadt weiterhin Betreiber der Open-Air-Spielstätte bleiben wird, nachdem ein Interessenbekundungsverfahren kein befriedigendes Ergebnis gebracht hatte. Im Fahrwasser eines möglichen Betreiberwechsels gab es in diesem Jahr einen Rückgang bei der Zahl der Veranstaltungen. Die Stadt gehe aber davon aus, dass im kommenden Jahr wieder das alte Niveau von rund 30 Konzertveranstaltungen erreicht wird. „Seit der Einführung der Lärmmessungen durch den städtischen Bühnenmeister gab es auch keine Beschwerden mehr von Anwohnern“, bat Weiss-Thiel um Verständnis dafür, dass tagsüber ein Soundcheck unumgänglich ist. Aber der werde vom Bühnenmeister eingeregelt und kontrolliert.
Ein großes Sanierungsprojekt der Baugesellschaft Hanau steht in der Philipp-Reis-Straße an. Zur Zeit laufen, so informierte der Stadtrat den Ortsbeirat, die Planungen für eine umfassende Aufwertung. „Die beiden Hochhäuser werden auch deshalb vorrangig behandelt, weil sie sich an einer Einfallstraße von Hanau befinden und den ersten Eindruck am Ortseingang nachhaltig prägen.“ Neben der Sanierung und Dämmung von Dach und Fassaden stehen unter anderem eine Neugestaltung der Eingänge, eine Brandschutzertüchtigung für das gesamte Haus sowie die Umgestaltung der Außenanlagen auf dem Programm.
Positives konnte Weiss-Thiel als Schuldezernent von den drei Schulen im Stadtteil berichten. Die Heinrich-Heine-Schule und die Wilhelm-Geibel-Schule als Grundschulen werden von 269 bzw. 167 Kindern in besucht. An der Heine-Schule ist der erste Abschnitt der Erneuerung von Fenstern und Sonnenschutzanlagen abgeschlossen, ein zweiter folgt in 2016. An der Geibel-Schule wurden die Klassenraumtüren erneuert und die ehemalige Hausmeisterwohnung für eine Nutzung durch die schulische Mittagsbetreuung umgebaut und saniert.
Die Otto-Hahn-Schule, in deren Mensa auch das Stadtteiltreffen stattfinden konnte, registrierte nach den Worten des Schulleiters Rollmann einen Zuwachs von 100 auf insgesamt 1.728 Schülerinnen und Schülern, von denen 61 Prozent oder 1.055 aus Hanau kommen. Die gewünschte Einzäunung des Schulgeländes einschließlich der Sporthalle konnte abgeschlossen werden. Für das nächste Schuljahr 2016/17 kündigte Weiss-Thiel an, dass die Sanierung des Umkleide- und Sanitärbereichs in der Otto-Hahn-Halle angegangen wird, vorausgesetzt der Wirtschafts- und Haushaltsplan würden genehmigt. Schulleiter Rollmann nutzte die Gelegenheit, um auch auf das bevorstehende Jubiläum der Schule in 2017 hinzuweisen und anzuregen, dass eine Neugestaltung des Eingangsbereichs zu diesem Termin wünschenswert wäre.
Eine zügige Wiederbesetzung der Leitung im Weststadtbüro wünschen nach den Worten des Stadtrats alle an der Finanzierung beteiligten Partner. Erste Gespräche wurden bereits aufgenommen, um die Arbeit des Weststadtbüros auf dem bisherigen Niveau zu sichern.
Angespannt ist dagegen nach wie vor die bauliche Situation rund um das evangelische Gemeindezentrum. Weiss-Thiel konnte jedoch von vielversprechenden Kontakten zu einem potentiellen Investor berichten. Teil dieser Gespräche sei auch die Entwicklung des Jugendzentrums, das für den Stadtteil als zentrale Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche dringend gebraucht werde.
Mit der Nachricht, dass im Bürgerpark Hochgericht noch in diesem Herbst die vom Ortsbeirat gewünschte Boccia-Bahn eingerichtet wird, konnte Stadtrat Andreas Kowol seinen Part eröffnen. Erfreulich war auch die erfolgreiche Pflanzaktion zum „Tag des Baumes“, bei der 15 Feldahorne gepflanzt werden konnten. Wie er weiter erläuterte, werden die Freizeiteinrichtungen im Par stark genutzt. Bedauerlicher Nebeneffekt ist eine starke Verschmutzung, der man nur Herr wird, in dem auch sonntags vonseiten der Stadt gereinigt wird. Ein weiteres Problem, das latent immer wieder auftritt, ist nach seinen Worten die Beschädigung der Geräte durch Vandalismus. Seit Eröffnung des Geländes wurde mehrfach die Hängemattenschaukel zerstört, Tische und Bänke verbrannt sowie Bäume beschädigt. Die vorhandene mobile Toilette wurde wegen der ständigen Beschädigungen in 2015 gar nicht mehr in Betrieb genommen.
Die Arbeiten am Schloss Philippsruhe machen sichtbare Fortschritte. Wie Kowol im Ortsbeirat berichtete, ist die Sanierung der rechten Seite des Hauptgebäudes abgeschlossen. In Abhängigkeit von der noch nicht abgeschlossenen Museumskonzeption wird der Innenausbau folgen. Die Sanierung des Turms auf der linken Seite soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Auch die zum Mainufer führende Treppe an der Schlossterrasse konnte in 2015 saniert werden. Mit den Arbeiten am nördlichen Turm soll noch in diesem Jahr begonnen werden. „Für das Gesamtvorhaben Schloss Philippsruhe sind nach aktueller Kostenschätzung rund 5,6 Millionen Euro veranschlagt“, rief Stadtrat Kowol den Anwesenden in Erinnerung, wie hoch die Investitionen der Stadt in dieses „identitätsstiftende Bauwerk“ sind.
Eine Absage musste der Stadtrat dem Ortsbeirat in Sachen Teufelsbrunnen erteilen. Das Stadtteilgremium hatte beschlossen, den Magistrat um die Sanierung des Brunnens zu bitten. Nach einem Ortstermin mit Fachfirma, so Kowol, sowie Gesprächen zwischen dem Eigenbetrieb Hanau Infrastrukturservice und dem Denkmalschutzamt gebe es keine akute Gefährdung für die Passanten aus statischen Gründen. „Es gibt derzeit keinen Handlungsbedarf, deshalb müssen wir darauf verzichten.“
Vorbereitet wird dagegen derzeit der Bau einer neuen Feuerwehrfahrzeughalle in der Karlsbader Straße. Nachdem Landesmittel in Höhe von 116.000 Euro bewilligt worden sind, ist der Baubeginn der Halle für 2016 geplant.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929
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