Freiwillige Flüchtlingshelfer und -innen sollen als Dank die Hanauer Bürgerplakette erhalten
„Großartig“ nennt Oberbürgermeister Claus Kaminsky die Leistung, wie rund 250 Einsatzkräfte und Ehrenamtliche am Samstag den Umzug von 830 Flüchtlingen in Hanau bewerkstelligt haben. Er bedankte sich während des Umzugs bei ihnen persönlich in der bisherigen Notunterkunft August-Schärttner-Halle und in der Sportsfield Housing als neuer Außenstelle des Hessischen Erstaufnahmelagers Gießen. Als „Signal der Wertschätzung“ plant die Stadt Hanau Anfang 2016 ein Helferfest für alle Engagierten aus Stadt und Main-Kinzig-Kreis. Zudem kündigte OB Kaminsky eine Magistratsvorlage für das Verleihen der Bürgerplakette an alle Helferinnen und Helfer an.
Mehr als drei Wochen waren Dutzende von Ehrenamtlichen bisher schon im Einsatz. In dieser Zeit kamen rund 2900 Flüchtlinge in der August-Schärttner-Halle an und wurden versorgt. In der Sportsfield Housing begannen Ehrenamtliche und Freiwillige Feuerwehren am Freitag damit, 90 Wohnungen mit jeweils zehn Feldbetten samt Decken, Laken und Kissen zu bestücken. Zum Schlafen in der Nacht zuvor noch gebrauchte Liegen wurden am Samstag rasch abgebaut und nach Wolfgang transportiert. Parallel dazu beförderte die Hanauer Straßenbahn jeweils 60 Flüchtlingen in zwei Gelenkbussen zur Sportsfield Housing. Das Gepäck gelangte in einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr dorthin.
Mit dem Auszug begannen in der August-Schärttner-Halle die Aufräum- und Reinigungsarbeiten sowie Instandhaltungsreparaturen, die nicht von den Flüchtlingen verursacht wurden und die ohnehin geplant waren. Der Hohen Landesschule steht ihre Sporthalle nun nach den Herbstferien vom 2. November an wieder zur Verfügung. Sportvereine sollen – je nach Verlauf der Arbeiten – schon früher wieder dort trainieren können; die städtische Fachstelle Sport unterrichtet sie über den konkreten Zeitpunkt. An diesem Montag begann auch der Abbau der Messezelte, die an der August-Schärttner-Halle zusätzlich als Unterkunftsräume für die Flüchtlinge gedient hatten.
Dass binnen drei Wochen in der Sportsfield Housing dank „großen Einsatzes städtischer Gesellschaften und Eigenbetriebe“ die lange unbewohnten Häuser dort wieder für Flüchtlingswohnungen hergerichtet worden seien, nennt Kaminsky „ein überdurchschnittliches Zeichen“. Wenn das Regierungspräsidium Darmstadt im Auftrag des Zentralen Erstaufnahmelagers Gießen und die Johanniter-Unfallhilfe als Camp-Betreiberin in Wolfgang in den nächsten Tagen noch Hilfe brauche, dann werde die Stadt Hanau „unbürokratisch unterstützen“.
All das Entgegenkommen dürfe aber nicht so missverstanden werden, dass Hanau abermals bereit sei eine Notunterkunft wie die in der Schärttner-Halle zu „stemmen“. Ergehe an den Main-Kinzig-Kreis als zuständiger Unterer Katastrophenschutz-Behörde ein neuerlicher Einsatzbefehl des Landes Hessen, dann lasse er den Landrat vor der Auswahl einer Notunterkunft jetzt schon wissen: „Der Main-Kinzig-Kreis besteht aus mehr Kommunen als nur der ehemaligen Kreisstadt Hanau.“
Die Brüder-Grimm-Stadt könne eine weitere Notunterkunft auch deshalb nicht verkraften, weil der Einsatz der Freiwilligen nicht überstrapaziert werden dürfe. Die Ehrenamtlichen hätten dem Gemeinwesen einen „vorbildlichen Dienst“ erwiesen und in Hanau „eine Willkommenskultur gezeigt, die sich mit der in großen deutschen Städten vergleichen lässt“.
In dieser Auffassung bestätigt sieht er sich durch vielfältiges Lob bis hin zu Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid. Kaminsky zitiert einen Feuerwehrmann aus der Technischen Einsatzleitung, der die Dankesworte des OB am Samstag so kommentierte: „Hier in der Notunterkunft ist etwas zusammengewachsen.“ Er habe viele lächelnde Flüchtlingskinder gesehen, die immer wieder am Feuerwehr-Container vorbei kamen.
Frohe Kinder und Eltern erlebte Hanaus Oberbürgermeister auch in einer der Sportsfield-Wohnungen. Ein Familienverband aus Syrien bedankte sich für die Hilfe der Stadtgesellschaft und forderte Kaminsky zu einem Gruppenfoto als Erinnerung auf. Ein syrischer Vater erzählte auf Englisch, dass seine Frau schwanger sei und sie schon überlegt hätten ihr Kind „Hanau“ zu nennen.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266
Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:
Flüchtlingsumzug 1
Dieser syrische Familienverband bat um ein Erinnerungsfoto mit OB Claus Kaminsky (Bildmitte)und Sven Holzschuh (hinten) vom Johanniter-Regionalvorstand; die Johanniter betreiben das Camp auf Sportsfield.
Flüchtlingsumzug 2
Helferinnen und Helfer organisieren sich in der neuen Sportsfield-Umgebung
Flüchtlingsumzug 3
OB Kaminsky bedankt sich bei diesem Dolmetscher.
Flüchtlingsumzug 4
OB Kaminsky bedankt sich bei den Feuerwehrkräften der Technischen Einsatzleitung.
Flüchtlingsumzug 5
OB Kaminsky bedankt sich bei den Helferinnen in der Kleiderkammer.
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