Unter dem Titel „Das Magdeburger Recht in Polen“ lädt das Stadtplanungsamt für den 27. Oktober zu einem Vortrag ein. Beginn ist um 18.00 Uhr im IBA-Shop in der Regierungsstraße 37. Referentin ist die polnische Juristin Prof. Dr. Danuta Janicka, die für ihre Forschungen zum Magdeburger Recht 2004 mit dem Eike-von-Repgow-Preis ausgezeichnet wurde.
Das magdeburgische Recht war für die polnische Rechtsentwicklung wesentlicher und wirkungsgeschichtlicher Faktor. Das Magdeburger Recht verbreitete sich im Königreich Polen während der deutschen Siedlungsbewegung. Seine Ausbreitung umfasste sowohl große Gebiete des Königreichs Polen als auch das Großfürstentum Litauen, das sich mit Polen zu einer Union zusammenschloss.
Das sächsisch-magdeburgische Recht gewann anfänglich in Schlesien und dem preußischen Deutschordensstaat an Bedeutung. Im Ordensstaat wurde das Kulmer Recht aus dem Magdeburger Recht abgeleitet. Von Schlesien her dehnte sich die Anwendung des sächsisch-magdeburgischen Rechts nach Großpolen, Kleinpolen und auf weitere Territorien aus.
Im polnisch-litauischen Reich war das sächsisch-magdeburgische Recht das gemeine Recht für die Städte. Für den Bedarf der in Polen wohnenden Bürger und Bauern wurden sächsisch-magdeburgische Quellen ins Latein sowie ins Polnische übersetzt und mehrfach im Druck veröffentlicht. Sie waren sehr verbreitet und genossen in der Praxis bis zu den Teilungen Polens große Autorität.
Der IBA-Shop ist dienstags bis sonntags von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt zum Vortrag „Das Magdeburger Recht in Polen“ am 27.10.2015 ist frei.