Unter dem Titel „Magdeburg – eine Stadt der Moderne“ lädt das Stadtplanungsamt am 29. Oktober 2015 zu einem Vortrag ein. Beginn ist um 18.00 Uhr im IBA-Shop in der Regierungsstraße 37. Referent ist der Architekt und Stadtplaner Dr. Eckhart W. Peters. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stehen der gemeinnützige Wohnungsbau sowie die Entwicklung des „Neuen Bauens“ in Magdeburg und dessen Einflüsse bis heute.
Neben den Städten Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg und Stuttgart ist vor allem in Magdeburg der soziale Wohnungsbau vom Neuen Bauwillen geprägt. Und – abgesehen von Frankfurt/Main und Berlin – sind die Siedlungen des Neuen Bauens wohl in keiner deutschen Stadt so stadtbildprägend und geschlossen wie in Magdeburg erhalten. Wie es dazu kam, das vermittelt Dr. Peters in seinen Ausführungen.
Um 1900 waren mit Unterstützung des Stadtbaurates Otto Peters die ersten sieben Wohnungsbaugenossenschaften entstanden. Ihre Ziele waren gesunde Wohnverhältnisse und sparsame Grundrisse bei vergleichbar geringen Mieten. Am Rande der Stadt wurde billig Land gekauft – bereits 1912 waren die ersten Wohnungen in „Reform“ und Hopfengarten gebaut. Bruno Tauts Wirken in Magdeburg, gestützt vom Stadtbaurat Otto Peters und dem Genossenschaftler Willy Plumbohm, begann.
Taut war bemüht, für sein „Baudezernat“ einen Stamm befähigter und gleichgesinnter Mitarbeiter zu gewinnen, die „Magdeburger Gruppe“. Diese setzte in der Zeit der Weimarer Republik sein Werk fort und konnte vieles von dem verwirklichen, was zu Tauts Zeiten Idee und Planung bleiben musste.
In seinem Vortrag wird Dr. Peters zudem auf die Bemühungen der Stadtplaner und Architekten nach dem Zweiten Weltkrieg eingehen. Damals wurde die Stadt aufgeräumt und Großwohnungssiedlungskomplexe und Wohnungen wurden geplant und in kurzer Zeit realisiert. Auch auf die Frage, ob die jetzigen Neubauten den Ansprüchen der Moderne genügen, soll im Vortrag am 29. Oktober eingegangen werden.
Der Eintritt zum Vortrag „Magdeburg – eine Stadt der Moderne“ ist frei.