Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 16. November 2015

28 weitere Stolpersteine erinnern an das Schicksal Magdeburger Opfer des Nationalsozialismus

Erinnerungsmale werden an diesem Mittwoch verlegt

Zum 24. Mal werden in Magdeburg Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus gesetzt. Der Arbeitskreis „Stolpersteine für Magdeburg" verlegt gemeinsam mit Angehörigen der Opfer sowie Spendern dieser Erinnerungsmale am 18. November insgesamt 28 neue Stolpersteine. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper nimmt an einer Verlegung um 9.25 Uhr in der Walther-Rathenau-Straße in Höhe des östlichen Tunnelausgangs teil. Interessierte Magdeburgerinnen und Magdeburger sind eingeladen, an den Einweihungen teilzunehmen und der Opfer zu gedenken.

 

„Mit den 28 neuen Stolpersteinen erinnern wir an das individuelle Schicksal von Magdeburgerinnen und Magdeburgern, die während der NS-Zeit deportiert und ermordet wurden", so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Wir gedenken damit ehemaliger Mitbürger und setzen ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen der Nazidiktatur in unserer Stadt."

Die 28 Stolpersteine werden an diesem Mittwoch in folgender Reihenfolge verlegt: für die Familie Henschke (9.00 Uhr, Hohenstaufenring 9 – gegenüber dem Nordpark, ca. 200 Meter westlich vom Pfälzer Platz), für die Mitglieder der Familie Blumenfeld (9.25 Uhr, Walther-Rathenau-Straße in Höhe des östlichen Tunnelausgangs), für die Familie Kreisel (10.00 Uhr, Breiter Weg, in der Nähe des Katharinenturms), für die Familie Zelichower (10.25 Uhr, Am Krökentor, Straße auf der westliche Rückseite des Breiten Weges), für die Familie Bick/Korn (11.00 Uhr, Julius-Bremer-Straße, nahe der Durchfahrt zum Parkhaus des Marietta-Blocks), für die Familie Stern/Hammelburger (11.25 Uhr, Ernst-Reuter-Allee/Ecke Jakobstraße), für Adolf Billmann (12.00 Uhr, Krügerbrücke in Höhe des Ulrichplatzes), für die Familie Weiss (12.35 Uhr, Otto-von-Guericke-Straße 48), für Otto Friedrich Könnecke (13.15 Uhr, Braunschweiger Straße 102), sowie für Ernst Friedeberg (14.00 Uhr, Herderstraße 17).

Mit der Verlegung der neuen Stolpersteine steigt die Gesamtzahl dieser Erinnerungsmale im Stadtgebiet auf nunmehr 446. In die Messingoberfläche sind die Namen und biografischen Daten der Opfer, der Zeitpunkt der Deportation und der Deportationsort eingraviert.

Seit 1997 setzt der Kölner Künstler Gunter Demnig diese zehn mal zehn Zentimeter großen Betonquader mit eingelassener Messingplatte in den Boden vor ehemalige Wohnhäuser und Wirkungsstätten von Opfern des Nationalsozialismus. Finanziert werden die Erinnerungsmale ausschließlich durch Spenden.

„Die Bereitschaft, mit Spenden die Patenschaft für die Stolpersteine zu übernehmen, verdient Dank und Anerkennung. Je mehr Menschen dieses Projekt mit einer Spende unterstützen, umso mehr Steine können weiterhin verlegt werden", wirbt Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper gleichzeitig für die künftige Unterstützung in der Bürgerschaft.

Ein Stein kostet 120 Euro. Hinzu kommen 25 Euro für die Dokumentation in einem „Magdeburger Gedenkbuch“, das möglichst viele Angaben über Leben und Schicksal der ermordeten Menschen aufnimmt. Das Buch wird zusammengetragen von Vereinen, Initiativen, Schulklassen sowie Einzelpersonen und widmet sich der Spurensuche nach dem Lebensweg der Ermordeten.

Spenden für künftige Verlegungsaktionen von Stolpersteinen können auf folgendes Konto überwiesen bzw. eingezahlt werden: Kontoinhaber: Landeshauptstadt Magdeburg, IBAN: DE02 8105 3272 0014 0001 01, BIC: NOLADE21MDG, Verwendungszweck: 37 99 43 11/Stolpersteine

Für Fragen und weitere Informationen zu den Stolpersteinen stehen die Mitarbeiter des Kulturbüros der Stadtverwaltung unter der Rufnummer 03 91/5 40 21 34 zur Verfügung.


Hintergrundinformationen
Der Magdeburger Stadtrat hat 2005 auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschlossen, sich der Möglichkeit des Erinnerns und Gedenkens durch so genannte Stolpersteine vor Hauseingängen und auf Gehwegen anzuschließen, von denen es mehr als 53.000 Steine (Stand: Juni 2015) nicht nur in Deutschland, sondern auch in 18 weiteren europäischen Ländern gibt.

Einen regelmäßig aktualisierten Stadtplan mit den Verlegeorten der Stolpersteine und weitere Informationen sind im Internet unter www.magdeburg.de/stolpersteine zu finden.




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