Am kommenden Montag, 30. November, wird die Reihe „Wissenschaft im Rathaus“ fortgesetzt. In der letzten Folge dieses Jahres wird Björn Bergold vom Institut für Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität erklären, wie unser Geschichtsbild durch Spielfilme und Dokumentationen geprägt und beeinflusst wird. Beginn ist 19.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Geschichtsfilme boomen, besonders in Jahren wie diesem: 100 Jahre Erster Weltkrieg, 75 Jahre Zweiter Weltkrieg, 25 Jahre Mauerfall. Die reine Geschichtsdokumentation ist jedoch fast ausgestorben. Stattdessen produzieren die Sender Doku-Dramen, in denen historisch authentisches Material mit fiktionalem verwoben wird.
Spielfilme wie „Dresden“, „Der Untergang“ oder „Die Flucht“ inszenieren Geschichte bildgewaltig und hochemotional für ein Millionenpublikum. Dabei bestimmen solche Produktionen wesentlich die Trends, woran und in welcher Form wir uns gemeinschaftlich erinnern. Das Forschungsprojekt „GAMe. Geschichtsaneignung in der Mediengesellschaft“ an der Otto-von-Guericke-Universität geht der Frage nach, wie sich der Fernsehzuschauer auf diese Weise „Geschichte“ aneignet
Am Beispiel des ZDF-Dreiteilers „Unsere Mütter, unsere Väter" sollen im Vortrag neueste Entwicklungen der kollektiven Erinnerung diskutiert werden. Zudem werden erste Ergebnisse vorgestellt, die die Frage beantworten, wie die Fernsehzuschauer sich die fiktionalisierte Geschichte im Medium Spielfilm aneignen.
Die Vortragsreihe „Wissenschaft im Rathaus“ wurde im September 2013 gestartet. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Magdeburger Forschungseinrichtungen, der Städtischen Volkshochschule und der Stadtverwaltung. Jeweils am letzten Montag des Monats präsentieren Magdeburger Wissenschaftler ihre aktuelle Forschung und tauschen dafür ihr Forschungslabor und den Hörsaal mit dem Rathaus.Dabei werden aktuelle Forschungsthemen aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen beleuchtet, die sowohl die ganze Bandbreite als auch die Schwerpunkte des Wissenschaftsstandorts Magdeburg verdeutlichen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Zur Planung der Platzkapazitäten wird um eine telefonische Voranmeldung in der Städtischen Volkshochschule unter der Rufnummer 03 91/5 35 47 70 gebeten.