Kultur nicht nur für Besserverdienende!
- Informationsaustausch über Kulturloge in Hanau
Die Einrichtung einer "Kulturloge" ist Teil des Kulturentwicklungsplans der Stadt Hanau, den Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Kulturbeauftragter Klaus Remer und Martin Hoppe, Fachbereichsleiter Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen, dieses Frühjahr vorlegten. Zu einem Informationsbesuch weilte nun die 1. Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Kulturloge e.V. Hilde Rektorschek in Hanau und traf sich mit Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck und Martin Hoppe. Die Marburgerin zeigte sich beeindruckt von dem Maßnahmenkatalog und den kulturellen Einrichtungen Hanaus, vor allem vom neuen Kulturforum. Rektorschek gründete 2010 die erste Kulturloge in Marburg und ist heute deren Ehrenvorsitzende. 2010 war die Initiative Projektpreisträger des Aktiv-Wettbewerbs Bündnis für Demokratie und Toleranz. 2011 erhielt Rektorschek für ihr Engagement den Freiherr-vom-Stein-Preis für gesellschaftliche Innovation.
Inzwischen existieren über zwei Dutzend Kulturlogen in Deutschland. Sie funktionieren nach dem Prinzip der Tafeln. "Freie Kartenkontingente für Theatervorstellungen, Konzerte, Kino, Lesungen aber auch Sportveranstaltungen werden an bedürftige Interessenten vermittelt. Die Kulturlogen stellen Menschen mit geringem Einkommen mit ihren Interessen in den Mittelpunkt und handeln dabei behutsam, würdevoll und nachhaltig", so Hilde Rektorschek. Gäste der Kulturloge können etwa Hartz IV-Empfänger, Arbeitslose, Seniorinnen und Senioren mit Grundsicherung, Alleinerziehende und Familien mit kleinen Bezügen, aber auch Flüchtlinge sein. Sie melden sich über Flyer bei sozialen Einrichtungen und kreuzen an, welche Kultursparte sie am liebsten besuchen mögen. Rektorschek: "Hat die Kulturloge nicht verkaufte Eintrittskarten zu vergeben, werden die Interessenten angerufen. Die Karten werden dann auf ihre Namen an der Abendkasse hinterlegt, so dass niemand weiß, dass die Kulturgäste ein Logenticket erhalten."
Beate Funck und Martin Hoppe wollen zusammen mit Oberbürgermeister und Kulturdezernent Claus Kaminsky sowie Sozial- und Schuldezernent Axel W. Weiss-Thiel dieses andernorts bereits erfolgreich praktizierte Modell nun auch in Hanau ganz im Sinne von "Kultur für alle" etablieren. Bereits nach der Winterpause soll es ein erstes Treffen möglicher Kooperationspartner im Hanauer Rathaus geben. Hilde Rektorschek wird dabei gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664
Zu dieser Meldung können wir Ihnen ist folgendes Medium anbieten:
Informationsgespräch Kulturloge
Zum Foto: Hilde Rektorschek und Beate Funck erörtern die Möglichkeiten einer Kulturloge in Hanau
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