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Hanau, 18. Februar 2016
Landesfördermittel für Schloss Philippsruhe
- Besuch von Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen

Der Tagesplan von Dr. Markus Harzenetter für seinen Aufenthalt in Hanau war prall gefüllt: Schloss Philippsruhe, die Steinheimer Altstadt mit ihren mittelalterlichen Häusern und dem neu erstellten Kellerkataster sowie die Stiftung der Familie Busch und eine ehemalige Schuhleistenfabrik in der Steinheimer Vorstadt standen unter anderem auf dem Programm für den Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, der seit Mai 2015 im Amt ist. „Wir haben viele denkmalgeschützten Schätze hier in Hanau, deren Bedeutung weit über die Grenzen der Stadt hinaus geht“, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky bei der Begrüßung Harzenetters im Schloss Philippsruhe „doch dieses Schloss ist ein Wahrzeichen der Stadt, das uns besonders am Herzen liegt.“ Mit Philippsruhe sei viel Freude, aber auch viel Kummer verbunden, fuhr der der OB fort. „In den vergangenen Jahrzehnten haben wir sehr große Summen in das historische Bauwerk investiert, um es für die kommenden Generationen zu erhalten.“ Man habe mit vielen Widrigkeiten wie einer Feuersbrunst und Schwamm im Gebälk zu kämpfen gehabt und auch die fachgerechte Restaurierung der Räume und Säle sowie der Innenausstattung hätten riesige Summen verschlungen. „Doch wir sind es unseren Bürgerinnen und Bürgern schuldig, dieses wunderbare Erbe unserer Vorfahren zu erhalten“, sagte der OB.

Kaminsky führte Harzenetter zu den Wandmalereien aus dem Jahr 1828, die im vergangenen Jahr im Zuge der umfassenden Restaurierungsarbeiten in einem ehemaligen Toilettenraum entdeckt wurden. Wie Restaurator Hans-Michael Hangleiter erläuterte, wurden die Malereien unter jüngeren Farbschichten entdeckt. Leider seien gegen Ende der 1960er Jahre bereits Teile der wertvollen Gemälde zerstört worden, als die Wand im unteren Bereich gekachelt wurde. „ Große Teile oberhalb der ehemaligen Kachelung sind, nun mit Förderung durch die Denkmalpflege freigelegt worden“, erklärte der Restaurator. „Durch kurzfristige Umplanung und Verlegung der Toiletten wurde hier ein eindrucksvoller Raum wieder gewonnen, der einen Eindruck von der hohen Qualität dieser klassizistischen Wandgestaltung vermittelt“, so Hangleiter. Die Wandmalerei lasse Parallelen zum Badezimmer von Schloss Wilhelmshöhe in Kassel und zum Badehaus im Schloss Fasanerie Fulda-Eichenzell erkennen, erläuterte der Restaurator mit Blick auf die lange Wand der Galerie, die durch Wandfelder mit Arabesken und Vasen gegliedert ist und dazwischen Blicke in eine illusionistische Parklandschaft mit Vasen, Büsten und anderen antiken Fragmenten freigibt.

Harzenetter zeigte sich stark beeindruckt von der Qualität der frei gelegten Wandmalerei, die sich über die gesamte Länge des ebenerdigen zum Park gelegenen Raumes zieht. „Es ist mir bewusst, dass es substanzieller finanzieller Mittel bedarf, um ein historisches und geschichtsträchtiges Gebäude wie dieses zu erhalten, daher freut es mich sehr, dass ich Ihnen heute mitteilen kann, dass Sie in Kürze einen Bescheid des Hessischen Landesamt für Denkmalpflege erhalten werden, der Ihnen eine Förderung im hohen fünfstelligen Bereich zusagt.“ Auf diese Art und Weise wolle das Landesamt sich an den Kosten für die Sanierung des Daches im linken Seitenflügel beteiligen. „Das ist ein schönes Mitbringsel, für das wir hier sehr gute Verwendung haben“ dankte OB Kaminsky. Er lud Harzenetter dazu ein im Sommer die Brüder-Grimm-Festspiele im Amphitheater des Schlossparks zu besuchen und die Gelegenheit für ein ausführliches Gespräch zu nutzen.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Besuch Dr. Harzenetter
Oberbürgermeister Claus Kaminsky (rechts im Bild) begrüßt Dr. Markus Harzenetter in der Galerie von Schloss Philippsruhe, in der die Wandmalerei entdeckt wurde.


Besuch Dr. Harzenetter 2
Dr. Markus Harzenetter und Oberbürgermeister Claus Kaminsky im Gespräch mit Restauratorin Natalie Schaach von der Firma Hangleiter.



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