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Hanau, 23. Februar 2016
Kultur als Menschenrecht
- Hanauer Kulturloge kommt

Auch in Hanau wird es eine Kulturloge geben. Dies wurde dieser Tage auf einem Treffen im Kulturforum deutlich, zu dem Oberbürgermeister und Kulturdezernent Claus Kaminsky zusammen mit Sozialdezernent Axel W. Weiss-Thiel und Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck eingeladen hatten. 

Rund 20 Veranstalter und Vertreter von Sozialpartnern hörten einen Vortrag von Hilde Rektorschek. Sie hatte 2010 die Kulturloge in Marburg gegründet und fungiert als Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Kulturlogen e.V. Nach nur einer Stunde wurde deutlich: die Anwesenden wollen das Instrument, das "Kultur für alle" ermöglicht, auch in der Brüder-Grimm-Stadt installieren. 

Demnach könnten freie Kartenkontingente für Kultur - und auch Sportveranstaltungen schon ab dieses Jahr bedürftigen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt werden. Einmütig wurde die Gründung eines Vereins "Kulturloge Hanau" als sinnvoll erachtet, der seinen Sitz im Haus am Steinheimer Tor beziehen soll.

Gäste der Loge können Hartz IV-Empfänger, Arbeitslose, Senioren mit Grundsicherung, Alleinerziehende und Familien mit kleinem Einkommen, aber auch Flüchtlinge sein. Sie melden sich über Flyer bei sozialen Einrichtungen als Vertrauensstelle und kreuzen an, welche Kultursparte sie am liebsten besuchen mögen: bespielsweise Theater, Konzert, Kino oder Lesungen. Hat die Kulturloge nicht verkaufte Karten zu vergeben, werden die Interessenten angerufen. Die Karten werden dann auf ihre Namen an der Kasse hinterlegt, so dass niemand weiß, dass die Kulturgäste ein Logenticket erhalten. 

Oberbürgermeister Claus Kaminsky dankte allen Beteiligten für die Entscheidung, das im Kulturentwicklungsplan 2015 vorgeschlagene Instrument konkret und zukunftsweisend anzugehen: "Kultur ist ein Motor der Gesellschaft. Sie bringt Menschen zusammen und ins Gespräch miteinander." Sozialstadtrat Weiss-Thiel ergänzt: "Niemand sollte von Kulturangeboten ausgeschlossen werden. Die Größe des Geldbeutels darf eine Teilhabe nicht verhindern". Wenn Veranstaltungen nicht ausverkauft sein sollten, freuten sich Veranstalter und Künstler zudem über durch interessierte Besucherinnen und Besucher und auf gefüllte Häuser, so der OB und Kulturdezernent, der die Arbeit der Kulturlogen als „behutsam, würdevoll und nachhaltig“ lobt.

Auf Veranstalter-Seite wollen sich für die Hanauer Kulturloge bereits engagieren: Kinopolis, Volksbühne, Brüder Grimm Festspiele, Congress Park Hanau, Shooter-Promotion, Veranstaltungsbüro und der Fachbereich Kultur der Stadt Hanau. Von den Sozialpartnern waren von der Idee sehr angetan: Stiftung Lichtblick, Lebenshilfe, Diakonisches Werk, Aidshilfe, Pro Familia, Lebensberatung der katholischen Kirche, Sprungbrett, Pilot und der Behindertenbeauftragte der Stadt. 

Weitere Interessenten melden sich bitte bei Wolfgang Kischel vom Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen, der die Projektkoordination bis zur Vereinsgründung übernommen hat, unter Telefon Hanau 295-969 oder  E-Mail, wolfgang.kischel@hanau.de.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664


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