Lärmaktionsplan: Kowol will Straßenabschnitte mit Tempo 30 ebenso ausdehnen wie Grüne Welle
Der seit 1998 eingeführte „Tag gegen Lärm“ findet in diesem Jahr am 27. April statt. Er dient nach Angaben des Umweltbundesamtes dazu, über Ursachen und Folgen des Lärms aufzuklären. Hanaus Stadtrat Andreas Kowol nimmt das zum Anlass und thematisiert speziell den Straßenlärm.
Es soll leiser werden auf Südhessens Straßen – und damit auch in Hanau. So sieht es zumindest der fast 400 Seiten starke Lärmaktionsplan vor, den das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt erstellt hat. Wirksamstes Mittel ist demnach das Mindern des erlaubten Fahrtempos auf 30 Stundenkilometer. Welche Straßen in der Brüder-Grimm-Stadt davon im Einzelnen betroffen sind, das lässt Kowol derzeit von den Fachleuten im Rathaus noch genauer untersuchen.
Hanaus Verkehrs- und Umweltdezernent stellt folgenden Vergleich an: „50 Autos, die mit Tempo 50 unterwegs sind, machen so viel Lärm wie 100 Autos, die Tempo 30 fahren.“ Lärm – auch der auf der Straße – sei nicht nur störend, sondern könne nach Aussagen von Ärzten und Wissenschaftlern auch krank machen in Gestalt von Herz-Kreislauf- und Schlafstörungen. Dem solle der Lärmaktionsplan entgegenwirken, ist er sich einig mit Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid.
Kowol verweist zudem auf eine Langzeitstudie, mit der in London über 20 Jahre hinweg die Effekte von 30er Zonen untersucht wurden. Ein bemerkenswertes Ergebnis bestand darin, dass in diesen Bereichen der britischen Hauptstad die Zahl der Verkehrsopfer um rund 40 Prozent zurückging.
Der Stadtrat will in Hanau parallel zu neuen Tempo 30-Abschnitten „den Straßenverkehr verstetigen“. Damit meint er einen besseren Verkehrsfluss, indem vor allem durch eine verbesserte Ampelsteuerung die Grüne Welle zum Standard auf Hauptverkehrsstraßen wie dem City-Ring werden soll. Auf der Lamboystraße will der Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service das bereits in diesem Jahr umsetzen.
Ein „abgesenktes Temponiveau“ sei das Ziel, so Kowol, daher plane die Stadt auch weitere Kontrollanlagen, die Geschwindigkeiten messen. Wo diese Blitzer stehen sollen, stehe noch nicht fest.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266
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