Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 09. Juni 2016

Gedenken an Opfer des KZ-Außenlagers der Polte-Werke und der Zwangsarbeit in Magdeburg

Amt für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt lädt ein

Das Amt für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg lädt am 14. Juni um 16.00 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung am Tor des ehemaligen Konzentrationslagers der Polte-Werke ein. Erinnert wird damit an die über 3.000 weiblichen und 600 männlichen Häftlinge, die bis zum April 1945 in das Lager in der Liebknechtstraße 63 deportiert worden waren.

Gemeinsam mit dem Netzwerk „Politischer Runder Tisch der Frauen Magdeburg“, dem „Bündnis gegen Rechts“, Schülern des Magdeburger Konservatoriums „Georg Philipp Telemann“, Vertretern des Stadtrates und des Schauspielhauses Magdeburg sowie engagierten Bürgern werden die Opfer der damaligen Zeit in Ehren gehalten und ihrer gedacht. Seit 2006 engagieren sich die Frauen des Politischen Runden Tisches jährlich für die Gedenkveranstaltung und ließen 2008 eine zusätzliche Tafel mit Informationen zur Geschichte des Lagers anbringen.

 

Zur Erinnerung an die Errichtung dieses Außenlagers des Frauen-KZ Ravensbrück bzw. des KZ Buchenwald durch die Polte-Rüstungswerke Magdeburg wird am Dienstag ein Gedenkgebinde niedergelegt. Umrahmt wird die Veranstaltung von einer Ansprache der Gleichstellungsbeauftragten der Landeshauptstadt und Musikstücken sowie Lesungen.

 

 

Hintergrundinformationen KZ-Außenlager der Polte-Werke

Am 14. Juni 1944 erreichte ein Transport von etwa 1.000 weiblichen Häftlingen die Polte-Werke in der Liebknechtstraße. Bis zur Auflösung des KZ-Außenlagers waren hier insgesamt 3.090 Frauen inhaftiert. Sie kamen aus den Konzentrationslagern Ravensbrück, Stutthof und Bergen-Belsen nach Magdeburg. Die Mehrzahl von ihnen waren  polnische und sowjetische Frauen, die als Zwangsarbeiterinnen ins Deutsche Reich verschleppt worden waren. Dazu kamen 600 Jüdinnen aus Ungarn, Polen, Litauen, Lettland, Rumänien und Österreich. Das KZ für Frauen wurde ab November 1944 durch ein KZ für Männer ergänzt. In diesem waren bis Kriegsende etwa 1.000 Juden aus Ungarn, Polen und Litauen inhaftiert. Einzelne Häftlinge kamen auch aus Deutschland, Jugoslawien, Italien und der Tschechoslowakei. Von den Inhaftierten überlebten nur etwa 600 Frauen und wenige hundert Männer das Ende des Krieges.




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