Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 22. Juni 2016

AG Menschen mit Behinderungen mit Schwerpunkt zum barrierefreien Wohnungsmarkt

Sitzung am 30. Juni ab 13.30 Uhr im Alten Rathaus

Die kommunale Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen der Landeshauptstadt Magdeburg trifft sich am 30. Juni 2016 zu ihrer nächsten Sitzung. Sie beginnt um 13.30 Uhr im Franckesaal des Alten Rathauses.

 

Auf der Tagesordnung stehen als ständiges Thema Fragen der Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Personenverkehr, im städtischen Raum und bei öffentlich zugänglichen Gebäuden. Dazu sind Vertreter der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB), des Stadtplanungsamtes und des Tiefbauamtes anwesend.

 

Im Rahmen der diesjährigen „Woche der Barrierefreiheit“ gab es am 10. Mai Rundgänge mit Betroffenen in der Innenstadt, im Zoo und in der MDCC-Arena, um dort alltägliche Barrieren für Menschen mit Behinderungen aufzuspüren. Die Ergebnisse werden in der AG-Sitzung anhand von Fotos präsentiert.

 

Beraten werden soll auch über Erfahrungen auf dem Magdeburger Wohnungsmarkt, wenn Benutzer von Rollstühlen oder Rollatoren, Pflegebedürftige oder mobilitätseingeschränkte Senioren eine barrierefreie Wohnung benötigen. Erfahrungsgemäß ist es schwierig, hier kurzfristig etwas Passendes zu finden, vor allem wenn die Miethöhe „angemessen“ im Sinne des SGB II bzw. SGB XII sein soll. Zu diesem Tagesordnungspunkt ist ein Vertreter der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg mbH eingeladen.

 

Ferner sollen Fragen der ambulanten und stationären Pflege behandelt werden.

 

 

Hintergrund:

An der kommunalen AG Menschen mit Behinderungen beteiligen sich Mitglieder von Behindertenverbänden und -vereinen, Stadträte, Mitarbeiter von Fachbereichen der Stadtverwaltung und engagierte persönlich betroffene Aktive. Die AG ist 1999 als beratendes Gremium und Forum für die Belange behinderter Menschen gegründet worden.

 

In Sachsen-Anhalt lebten 2015 rund 189.000 anerkannte Schwerbehinderte. Das sind 8,5% der Bevölkerung, also weit weniger als im Bundesdurchschnitt. In der Landeshauptstadt Magdeburg sind mit Stand Dezember 2015 rund 18.000 Menschen amtlich als Schwerbehinderte anerkannt (7,5%). Schließt man die Behinderten mit einem Grad der Behinderung (GdB) unter 50 mit ein, sind etwa 25.000 Menschen betroffen (11%).

 

Von den Magdeburger Schwerbehinderten sind rund 9.800 in ihrer Mobilität wesentlich beeinträchtigt (Merkzeichen aG und G); grob geschätzt sind mindestens 2.000 von ihnen auf einen Rollstuhl angewiesen. 293 sind blind, 201 gehörlos und ca. 4.500 haben Anspruch auf die Mitnahme einer Begleitperson im ÖPNV (Merkzeichen B). Als hilflos gelten ca. 2.200 Menschen (Merkzeichen H).

 

Fast 2.300 Magdeburger besitzen das Merkzeichen RF und zahlen aufgrund von Seh- oder Hörbehinderung oder schwerer Behinderung einen ermäßigten Rundfunkbeitrag, soweit sie nicht wegen geringen Einkommens ganz befreit werden. 60% der Betroffenen sind bereits 65 Jahre und älter, während nur 2,3% jünger als 18 Jahre sind; 52% der Behinderten in der Landeshauptstadt sind weiblich.

 

An den beiden Magdeburger Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sind rund 1.050 Betroffene beschäftigt. Rund 880 Menschen mit Behinderungen leben in stationären Einrichtungen (Heime bzw. Wohnstätten an den Werkstätten).

 

Mehr als 7.000 Magdeburger sind pflegebedürftig, rund 3.000 von ihnen werden in stationären Einrichtungen gepflegt, die übrigen in der Familie oder von ambulanten Pflegediensten.

 

Nach der offiziellen Arbeitslosenstatistik waren im Dezember 2015 in Magdeburg 474 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet, davon rund zwei Drittel im Bereich des SGB II (Jobcenter).

 

Ansprechpartner:

Hans-Peter Pischner, Behindertenbeauftragter

Telefon: 0391/ 540 2342

E-Mail: behindert@magdeburg.de




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