Kreis Unna - Presse und Kommunikation

15. November 2016

Mehr Schulverweigerer, weniger Mobbing-Fälle

Rat der Schulpsychologen gefragt

Kreis Unna. (PK) Schulverweigerung oder aggressives Verhalten, psychische Probleme, Prüfungsangst oder auch erhebliche Schwierigkeiten beim Schreiben, Lesen und Rechnen: Manchmal brauchen Lehrer, Eltern und Schüler Unterstützung. In diesen und vielen anderen Situationen sind die sechs Schulpsychologen der Schulpsychologischen Beratungsstelle für den Kreis Unna die richtigen Ansprechpartner.

 

Im vergangenen Schuljahr waren sie erneut stark gefragt. Das geht aus dem Arbeitsbericht hervor, den der Leiter der Beratungsstelle, Dipl.-Psychologe Andreas Hunke jetzt im Ausschuss für Bildung und Kultur vorstellte.

 

Schulberatung, schülerbezogene Beratung und Krisenintervention – in diesen drei Aufgabenfeldern wurden die Schulpsychologen des Kreises im Schuljahr 2015/16 in 441 Fällen tätig. Damit hat sich die Gesamtzahl im Vergleich zum Vorjahr (387) deutlich erhöht. „Damit haben wir wieder das Niveau der Jahre 2011 bis 2014 erreicht“, erläutert Andreas Hunke.

 

Hauptgrund, warum die Schulpsychologen zu Rate gezogen wurden, war im vergangenen Schuljahr der Absentismus, also das unentschuldigte Fernbleiben vom Unterricht. „Die Ursachen sind vielschichtig“, berichtet Andreas Hunke. „Sie reichen von Angststörungen bis zu familiären Belastungen, die so schwer sein können, dass Schüler nicht mehr in die Schule kommen.“

 

Erfreulich dagegen ist der Rückgang der Anmeldungen in der Beratungsstelle wegen Mobbings. „Wir haben dieses Thema jahrelang intensiv bearbeitet, und diese Arbeit scheint sich nun auszuzahlen“, sagt Hunke und verweist auf Fortbildungen und Projekte wie das Lüner Anti-Mobbing-Projekt, bei dem Lehrer und Sozialpädagogen viele praktische Tipps zur Vorbeugung und Intervention bei Mobbing und Cybermobbing an die Hand bekommen haben.

 

Krisenprävention und Krisenintervention ist ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der Schulpsychologischen Beratungsstelle. Im vergangenen Schuljahr unterstützte sie beispielsweise fünf Schulen nach einem Todesfall in der Schulgemeinde. Wegen akuter Bedrohungen durch Schüler wurde viermal um Beratung gebeten. „Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Zahl konstant geblieben“, erläutert Andreas Hunke. Alle Fälle konnten durch die gute Zusammenarbeit von Schule und Psychologen, manchmal mit der Beteiligung von Polizei und Jugendamt geklärt werden.

 

Mit 121 Anfragen hatten Grundschulen den größten Beratungsbedarf, gefolgt von Gymnasien (87), Gesamt- und Sekundarschulen (59) und Realschulen (57). Weitere Anfragen kamen aus Förderschulen (19), Hauptschulen (15), Berufskollegs (10) und sonstigen Schulen (4).

 

Anlage: Tabellen und Grafiken mit einem Überblick über die Anmeldegründe, auch aufgeschlüsselt nach Kommunen, Schulformen und Klassenstufen




Pressekontakt: Kreis Unna - Presse und Kommunikation, Birgit Kalle, Fon 02303 27-1113, E-Mail birgit.kalle@kreis-unna.de
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Grafiken Jahresbericht Schulpsychologische Beratungsstelle

Tabellen und Grafiken mit einem Überblick über die Anmeldegründe, auch aufgeschlüsselt nach Kommunen, Schulformen und Klassenstufen
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