Ideenwerkstatt für den Stadtteilpark Freigericht-Viertel
Wenn es optimal läuft, sollen noch in diesem Jahr die Bagger rollen zwischen Leipziger Straße und Limesstraße. Noch aber ist der Stadtteilpark für das Freigericht-Viertel, gefördert von Bund und Land im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“, im Planungsstadium. In diesem Prozess hat jetzt die erste Bürgerbeteiligung stattgefunden. Die Ideen fließen in einen Vorentwurf des Landschaftsarchitekten Michael Hink ein, den die Stadt Hanau mit der Umsetzung beauftragt hat. Anschließend werden die Bürgerinnen und Bürger nochmals um ihr Urteil gebeten. Stadtrat Axel Weiss-Thiel meinte bei der jetzigen Bürgerbeteiligung: „Wir können im Freigericht-Viertel in den nächsten Jahren noch viel bewegen.“
Der Stadtteil wurde 2014 in das auf zehn Jahre ausgelegte Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen. Hanau erhält daraus nach derzeitigem Stand rund 2 Millionen Euro, die Stadt selbst steuert nochmals rund 700.000 Euro bei. Mit dem Geld sollen die baulichen und sozialen Rahmenbedingungen im Freigerichtviertel verbessert werden.
Auf rund 850.000 Euro schätzt der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) den Aufwand für den Stadtteilpark als tragende Säule des Stadtteil-Umbauprogramms. Ein erster Mosaikstein besteht schon: ein 2014 gebauter, insbesondere von jungen Familien rege genutzter Spielplatz. Für den spendierte die Kathinka-Platzhoff-Stiftung 50.000 Euro; HIS gab insgesamt 220.00 Euro aus, dabei ist ein Zugangsweg ein gerechnet.
Die Wege im entstehenden Stadtteilpark stellen sich als einer der wichtigen Planungsschritte heraus. So sieht es Projektleiterin Anja Ceulaers von der städtischen Bauprojekt Hanau GmbH, die für das Fördermittel-Management zuständig ist. Grundsätzlich sei beispielsweise zu klären, welche Querungsroute aus und in Richtung Aschaffenburger Straße Radler künftig wählen sollten, um erst recht am Spielplatz möglichst wenig mit Fußgängern in Konflikt zu geraten. Am bestehenden Radweg soll nördlich der Bahngleise eine Arena mit vielen denkbaren Funktionen entstehen. Sie hielte auch einen Rundweg auf der großen Grünfläche für sinnvoll, die südlich der Schienen um den neuen Spielplatz bereits besteht und der den schönen Baumbestand besser erschließe. Ceulaers verweist zudem auf die Idee des Landschaftsarchitekten Hink, der sich einen extra breiten Fuß- und Radweg – quasi als „Boulevard“ - am südlichen Bahndamm entlang zur Leipziger Straße vorstellen kann.
An der westlichen Seite des Parks, angrenzend an die Leipziger Straße, erscheint den Planern zudem eine Lärmschutzwand unabdingbar. Wie stark dort der Lärm durch den Verkehr ist, machten sie bei der ersten Bürgerbeteiligung dadurch deutlich, dass sie probeweise große Ohrenschützer anzogen und damit Stille simulierten. Vornehmlich am westlichen Zipfel des künftigen Stadtteilparks, wo viele Bäume stehen, ist noch ein anderes Problem zu regeln: der gehäufte Hundekot, der freilich auch auf der restlichen bestehenden Grünfläche zu finden ist und das künftig beabsichtigte Flanieren im Park unangenehm beeinträchtigen könnte.
Gestaltungsideen für die Planenden brachten die Bürgerinnen und Bürger zuhauf mit. Dazu zählen beispielsweise geschützte, überdachte Sitzplätze und eine Boulebahn. Die vorgesehene Arena mit Leben zu erfüllen, dazu hatte sich eine Gruppe elf- bis 14-jähriger Jungen aus dem Stadtteil-Zentrum Südost ebenso schon Gedanken gemacht wie vorher Landschaftsarchitekt Hink. Umgeben sein soll die Arena mit terrassierten Sitzplätzen auf aufgeschütteten Hügeln. Mittendrin stellen sich die Jungs Plätze für diverse Ballspiele vor. Eine Kletterwand steht ebenfalls auf der Wunschliste.
Die Jungen aus dem Stadtteilzentrum brachten eine weitere Idee mit, die von ihrem Sicherheitsempfinden zum Wohle ihrer jüngeren Geschwister zeugt: Ein Zaun müsse unten am Bahndamm davon abhalten, diesen hoch zu klettern. Die Erfahrung lehrt sie nämlich, dass der Anstieg zu den gefährlichen Gleisen für die abenteuerlustigen Jüngsten ausgesprochen reizvoll erscheint.
Parallel zu dieser Bürgerbeteiligung hat das städtische Kinder- und Jugendbüro bereits Mädchen und Jungen in drei Kitas und einer Schule befragt, was sie sich für den neuen Stadtteilpark vorstellen können. Dabei waren ein Bolzplatz, eine Wasser-Matschanlage, Tunnel- oder Spiralrutsche sowie ein Indianerdorf die Spitzenreiter auf der Wunschliste. Die Forderung nach Hundekot-Tüten und genug Müllbehältern zeigte auch bei dieser Umfrage, dass der liegen gelassene Unrat ein großes Ärgernis darstellt.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266
Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:
Stadtteilpark Freigericht 1
In der geplanten Arena (hier im Modell) können sich diese Jungen vieles vorstellen, vor allem Ballspiele.
Stadtteilpark Freigericht 2
Landschaftsarchitekt Michael Hink sammelte an der Leinwand kreative Idee. Links oben sind die Ohrenschützer zu sehen, welche die Notwendigkeit einer Lärmschutzwand zur Leipziger Straße hin symbolisieren.
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