Meldungsdatum: 27.01.2026
Der Johannes-Selenka-Platz an der Hochschule für Bildende Künste (HBK), heute in erster Linie Durchgangsfläche für den Fuß- und Radverkehr, wird in diesem Jahr neugestaltet. Die Arbeiten im Rahmen des Entwicklungskonzepts für das Sanierungsgebiet „Soziale Stadt – Westliches Ringgebiet“ sollen im Frühjahr beginnen.
„Das Westliche Ringgebiet ist in der Gründerzeit Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und dem Stil der Zeit entsprechend dicht bebaut, mit wenig Grün- und Freiflächen“, sagt Stadtbaurat Gerold Leppa. „Der Johannes-Selenka-Platz ist eine der wenigen Ausnahmen. Gestalterisch bislang weit unter Wert, bietet er aufgrund seiner Größe und Lage die Chance, ein neuer beliebter Aufenthaltsort zu werden, für Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers ebenso wie für die Studierenden der HBK. Dieses Potenzial wollen wir mit der Neugestaltung aktivieren.“
Zur Vorbereitung der Bauarbeiten werden in Kürze insgesamt 17 Bäume im Bereich des Radwegs gefällt, die in keinem erhaltenswerten Zustand sind und die nach Fertigstellung des Platzes durch Neupflanzungen mit erheblich verbesserten Standortbedingungen ersetzt werden. Die Hainbuchenhecke und die Kirschbaumreihe im Norden bleiben erhalten und werden durch Neupflanzungen ergänzt.
Um vielfältige Gestaltungsideen zu erhalten, hatte die Stadt einen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren ausgelobt, den das Landschaftsarchitekturbüro nsp landschaftsarchitekten stadtplaner PartGmbB schonhoff schadzek depenbrock aus Hannover gewann. Zwei Beteiligungsveranstaltungen ermöglichten es den Bürgerinnen und Bürgern, Wünsche und Ideen zu äußern. Als Konzept kristallisierte sich ein Mix aus Stadtplatz und Pocket-Park heraus. Auch die HBK wurde in den Planungsprozess einbezogen.
Der neue Johannes-Selenka-Platz soll aus zwei Hauptelementen bestehen: einer offenen Platzfläche, die einen klaren Rahmen bietet und als großzügiges Entrée zum Haupteingang der HBK dient, und dem kreisförmigen, grünen „Paradies“, einer lebendigen Gartenlandschaft, die eine eigenständige Atmosphäre schafft und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bietet. Das „Paradies“, mit einer Grünfläche von ca. 380 Quadratmetern wird ausdrucksstarkes Zentrum und bietet Raum zum Sitzen, Liegen und Spielen. Darüber hinaus kann es auch als Ausstellungsort für künstlerische Aktivitäten oder für Freiluftkino genutzt werden. Offene Grünflächen tragen zur Kühlung im Sommer bei und fördern die Stadtökologie. Ein neuer Trinkbrunnen am Radweg zum Ringgleis ist geplant.
Zugleich soll die Wegebeziehung zwischen Straße, Bushaltestelle und HBK erhalten bleiben und mit einem taktilen Leitsystem ausgestattet werden. Fahrradstellplätze werden gebaut, die Sitzbänke an der Nordseite des Platzes bleiben stehen.
Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro werden 690.000 Euro aus Städtebaufördermitteln finanziert. Außerdem werden 175.000 Euro von der Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig getragen, da sich ein kleinerer Bereich des Platzes in ihrem Eigentum befindet.
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