Meldungsdatum: 10.02.2026
Das neue Einsatzleitsystem bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich: Eine der zentralen Neuerungen ist die georeferenzierte Alarmierung der Kräfte des Rettungsdienstes. Dies bedeutet, dass das System automatisch das nächstgelegene und am besten geeignete Fahrzeug für einen Einsatz vorschlägt – basierend auf Echtzeitdaten zur Position und Verfügbarkeit. Der Disponent in der Leitstelle erhält also in Sekundenschnelle einen Vorschlag, welche Kräfte mit welchem Fahrzeug für ein bestimmtes Einsatzstichwort alarmiert werden sollen.
Darüber hinaus profitieren die Einsatzkräfte von einem Mehr an Fakten in der Erstalarmierung: Sie erhalten nun detailliertere Informationen auf ihren Meldeempfängern und können sich so schon während der Anfahrt präziser auf den Einsatz vorbereiten.
„Die Anforderungen an den Rettungsdienst und die Feuerwehr werden immer komplexer und die Einsatzlagen vielfältiger“, unterstrich Landrat Heinrich Frieling während einer Zwischenbilanz in der Leitstelle. „Wir investieren gezielt in die Sicherheit der Menschen im Kreis Soest und haben jetzt mit Cobra 4 ein hochmodernes System zur Hand, das die Abläufe noch effizienter macht, wenn jede Sekunde zählt.“
Im Kreis Soest mit seinen 300.000 Einwohnern gingen 2025 in der Rettungsleitstelle insgesamt 64.813 Notrufe über die 112 ein. Das Anrufaufkommen, rechnet man Krankentransporte, Amts- und Behördenleitungen zusammen, lag bei 131.567. Macht in Summe 196.380 Anrufe, die von den Disponenten der Leitstelle zu bearbeiten waren. Außerdem wurden 4.083 Einsätze der Feuerwehr über die Rettungsleitstelle des Kreises ausgelöst und abgewickelt, sodass die Gesamtzahl im vergangenen Jahr bei mehr als 200.000 Anrufen lag.
„Mit der neuen Technik ist der Kreis Soest fit für den Eintritt in den Leitstellenverbund in Südwestfalen“, erklärt Ricarda Oberreuter, Dezernentin für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr. Im Verbund sollen Redundanzen geschaffen und so die Ausfallsicherheit erhöht werden. Für den äußerst seltenen Fall, dass eine Leitstelle ausfällt, werden die Notrufe von einer anderen Leitstelle bearbeitet. Das neue System ermöglicht auch den besseren Austausch mit weiteren Nachbarkreisen wie zum Beispiel den Kreisen Paderborn oder Warendorf. Dabei geht es allerdings nicht um das Schaffen von Redundanzen, sondern um den Austausch von Einsatzinformationen. Das kann bei Einsätzen in den Randgebieten des Kreises wichtig sein.
Vereinfachung durch Vereinheitlichung – das ist für Hans-Peter Trilling, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes, ein weiterer Vorteil im Hinblick zum Beispiel auch auf dringliche Krankentransporte: „Ob bei uns hier im Kreis Soest, im Hochsauerlandkreis oder der Stadt Krefeld – Cobra sorgt dafür, dass es beim selben Einsatzstichwort dieselbe Leistung gibt.“
Der Wechsel zur neuen Software erfolgte im laufenden Betrieb, erläutert Christian Schneider, Leiter der Kreisleitstelle: „Am Tag der Umstellung war die Notrufnummer 112 selbstverständlich durchgehend erreichbar.“ Das System ist das Herzstück der Leitstelle. Im Vorfeld der Umstellung wurden auch die Räumlichkeiten renoviert und die Technik erneuert. Unterm Strich investiert die Kreisverwaltung damit rund 4,3 Millionen Euro in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.
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Die Kreisleitstelle hat eine technische Rundum-Erneuerung erhalten: Das hochmoderne softwarebasierte Einsatzleitsystem „Cobra 4“ wurde Mitte Januar in den Echtbetrieb überführt. Landrat Heinrich Frieling (4. v. r.), Dezernentin Ricarda Oberreuter (2. v. r.), Abteilungsleiter Sebastian Narten (3. v. r.), der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Hans-Peter Trilling (l.) und Christian Schneider als Leiter der Leitstelle (r.) stellten das System gemeinsam mit Disponent Martin Thölke (vorn) vor. Foto: Kira Hönicke/ Kreis Soest
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