Meldungsdatum: 16.04.2026
Gesundheit sei dabei kein Luxus, sondern eine zentrale Aufgabe der Daseinsvorsorge. Neben klassischer Infrastruktur wie Straßen und Schulen gehöre vor allem die verlässliche medizinische Versorgung zu den grundlegenden Verpflichtungen einer Stadt. Das international tätige Unternehmen „Europlasma“ eröffnete seinen dritten Standort in Deutschland. Europlasma ist Teil des französischen Biopharmaziekonzerns LFB und betreibt seit 40 Jahren bereits zahlreiche Zentren in Europa.
Im Mittelpunkt der Eröffnung stand die Bedeutung von Blutplasma, einem wenig bekannten und lebenswichtigen Bestandteil der medizinischen Versorgung. Plasmabasierte Medikamente werden unter anderem zur Behandlung von angeborenen Immundefekten, Autoimmunerkrankungen und Hämophilie eingesetzt. Der Bedarf wächst rasant: Der Verbrauch von Immunglobulinen ist zwischen 2013 und 2023 um rund 120 Prozent gestiegen, während die Plasmaspenden in Deutschland im gleichen Zeitraum lediglich um vier Prozent zunahmen. Diese Entwicklung führt zu einer Versorgungslücke mit konkreten Auswirkungen für Patientinnen und Patienten. Bei der Spende wird ausschließlich das Plasma entnommen, die restlichen Blutbestandteile fließen direkt zurück in den Körper. Das Spenden dauert rund 45 Minuten.
Wie existenziell diese Therapien sind, machte auch Gabi Faust deutlich. Als Betroffene und Bundesvorsitzende der Patientenorganisation „Deutsche GBS CIDP Selbsthilfe e. V.“ berichtete sie eindrücklich aus eigener Erfahrung über die Bedeutung plasmabasierter Medikamente: „Die Spenden helfen dabei, Betroffenen ein Stück Lebensqualität zu ermöglichen.“ In Deutschland sind rund 20.000 chronisch kranke Menschen auf Therapien angewiesen. Ein Patient mit Immundefekt benötigt im Schnitt etwa 130 Plasmaspenden pro Jahr, ein Hämophilie-Patient sogar bis zu 1.200. „Europlasma“-Geschäftsführer Benjamin Méry: „Blutplasma kann nicht künstlich hergestellt werden, daher sind wir auf Spenden angewiesen. Wir freuen uns darauf, wenn viele Menschen in Hanau dies tun. Plasmaspenden sind eine einfache und wirkungsvolle Form der Hilfe. Sie können dazu beitragen, das Leben schwer kranker Menschen entscheidend zu verbessern oder sogar zu retten.“ Und Jürgen Hahn, Acting Country Manager „Europlasma Deutschland“, sagt: „Hanau steht für Geschichte, Zusammenhalt und Zukunft. Wir freuen uns, hier einen Ort zu schaffen, an dem gesellschaftliches Engagement ganz konkret gelebt werden kann.“
Pressekontakt: Dominik Kuhn, Telefon 06181 / 3000 6069
Symbolische Eröffnung des Plasmaspende-Zentrum „Europlasma“ im Amberg-Haus am Kurt-Blaum-Platz mit rotem Band (v. r.) Jürgen Hahn, Acting Country Manager „Europlasma Deutschland“ und Melisa Ylmaz, Leiterin des Hanauer Zentrums, Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Gabi Faust, Bundesvorsitzende der Patientenorganisation „Deutsche GBS CIDP Selbsthilfe e. V.“ und „Europlasma“-Geschäftsführer Benjamin Méry.
Oberbürgermeister Claus Kaminsky bei der Eröffnung des Plasmaspende-Zentrum „Europlasma“ im Amberg-Haus am Kurt-Blaum-Platz.
Gekommen, um zu bleiben: Als äußeres Zeichen des Willkommens schenkte Oberbürgermeister Claus Kaminsky der Leiterin des „Europlasma“-Zentrums Hanau, Melisa Ylmaz, einen Baum, der in Hanau gepflanzt wird.
Gekommen, um zu bleiben: Als äußeres Zeichen des Willkommens schenkte Oberbürgermeister Claus Kaminsky der Leiterin des „Europlasma“-Zentrums Hanau, Melisa Ylmaz, einen Baum, der in Hanau gepflanzt wird.
Beim Rundgang durchs Plasmaspende-Zentrum „Europlasma“, Leiterin Melisa Ylmaz und Oberbürgermeister Claus Kaminsky.
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