Meldungsdatum: 26.05.2026
Die gesundheitlichen und sozialen Folgen von Alkohol sind wissenschaftlich eindeutig belegt: Jede Form des Alkoholkonsums, selbst in geringen Mengen, kann langfristig schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit zählt Alkoholkonsum zu den wesentlichen Risikofaktoren für mehr als 200 Erkrankungen, darunter Krebs, Demenz, Leber- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie psychische Beeinträchtigungen. Auch Unfälle stehen häufig im Zusammenhang mit Alkohol.
Trotzdem gehört Alkohol in Deutschland zu den gesellschaftlich akzeptierten Drogen. Sein Konsum wird kaum hinterfragt. „Besonders problematisch ist, dass Alkohol in vielen Alltagssituationen nicht nur toleriert, sondern aktiv gefördert wird. Wer keinen Alkohol trinkt, muss sich oft rechtfertigen“, weiß Alexa Krause, Suchtpräventionskraft beim Kreis Soest. Diese gesellschaftliche Erwartungshaltung erschwere es vielen Menschen, gesundheitsbewusste Entscheidungen zu treffen.
Die Arbeitsgemeinschaft „Prävention im Team“, ein freiwilliger Zusammenschluss von Personen, Diensten und Einrichtungen im Kreis Soest, ruft daher Erwachsene dazu auf, ihre Vorbildfunktion ernst zu nehmen und Kindern sowie Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang vorzuleben. „Erwachsene können durch ihr Verhalten zeigen, dass Genuss auch ohne Alkohol möglich ist. Sie können bewusst Grenzen setzen, alkoholfreie Alternativen wählen und offen über Risiken sprechen“, ergänzt Stefanie Gernhold, Leitung der Suchtberatungsstellen der Diakonie Ruhr-Hellweg im Kreis Soest.
Gleichzeitig werden auch positive Trends deutlich: Der Alkoholkonsum in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt zurückgegangen. Insbesondere Jugendliche trinken laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit seltener oder beginnen später damit. Auch alkoholfreie Alternativen gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Dennoch bleibt Handlungsbedarf: Deutschland gehört im internationalen Vergleich weiterhin zu den Hochkonsumländern, und Rauschtrinken ist bei Jugendlichen weiterhin verbreitet.
„Unser Ziel ist es, den Kreis Soest kinder- und gesundheitsfreundlich zu gestalten und das Bewusstsein dafür zu stärken, dass Alkohol nicht selbstverständlich zu jedem Fest dazugehören muss. Durch Aufklärung fördern wir das Risikobewusstsein und möchten Erwachsene dazu ermutigen, ihre Rolle als Vorbilder aktiv wahrzunehmen“, verdeutlicht Alexa Krause das Leitbild von „Prävention im Team“. Neben Eltern und Bezugspersonen seien auch Veranstalter und Festwirte gefragt. Sie tragen Mitverantwortung dafür, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Jugendschutz ernst nehmen und alkoholfreie Alternativen sichtbar machen.
Hintergrund: „Prävention im Team"
Die Arbeitsgemeinschaft „Prävention im Team“ (PiT) versteht sich als Netzwerk, das sich aus verschiedenen Arbeitsbereichen, wie dem Kreisgesundheitsamt, der Jugendämter, der Kreispolizeibehörde und dem Medienzentrum des Kreises Soest, zusammensetzt. Auch Fachkräfte aus der Schulsozialarbeit, der Suchtberatung der Diakonie sowie der LWL-Kliniken sind Teil des Netzwerks. Ziel ist es, durch Präventivarbeit für die Risiken des Alkoholkonsums zu sensibilisieren und alkoholassoziierte Probleme wie Konflikte und Unfälle zu reduzieren. Wesentliche Ansatzpunkte dabei sind die Lebenskompetenzförderung, die Förderung der Genussfähigkeit sowie das Aufzeigen von Alternativen zum Konsum. Medienkompetenz und Gesundheitsförderung fließen als weitere wesentliche Aspekte in das Gesamtkonzept mit ein.
Dieser Meldung ist ein Foto zugeordnet!
Pressekontakt: Pressestelle, Hannah Osterhoff, Telefon 02921/30-3733
Die im Presse-Service zum Download angebotenen Fotos dürfen nur mit Fotonachweis und gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema verwendet werden, in deren Zusammenhang sie veröffentlicht wurden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht gestattet. Bei Ausstellungen ist die Reproduktion nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung erlaubt. Bei einer anderweiten Nutzung sind Sie verpflichtet, selbstständig die Fragen des Nutzungsrechts zu klären.
Die Arbeitsgemeinschaft „Prävention im Team“ setzt auf moderne Suchtprävention, die über eine Verbotskultur und reine Informationsvermittlung hinausgeht. Ziel ist es, die Zusammenarbeit der beteiligten Personen, Angebote und Institutionen zu verbessern, um verschiedene Dialoggruppen zu erreichen und zu unterstützen. Foto: Susanne Schulte-Nölle/ Kreis Soest
Alkohol gehört in Deutschland zu den gesellschaftlich akzeptierten Drogen. Insbesondere auf Schützenfesten wird der Alkoholkonsum trotz erheblicher Risiken kaum hinterfragt und ist für viele fester Bestandteil der Feierlichkeiten. Foto: Hannah Osterhoff/ Kreis Soest
Sämtliche Texte und Fotos können unter Angabe der Quelle frei veröffentlicht werden, Belegexemplare sind willkommen.
Die Pressestelle " Kreis Soest" ist Mitglied bei presse-service.de [ www.presse-service.de]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und als RSS-Feed oder E-Mail abonnieren.
Die Kreisverwaltung Soest im Überblick:
Die Kreisverwaltung Soest mit rund 1.600 Bediensteten arbeitet für rund 300.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Kreisgebiet. Mit dem Kreistag ist sie Teil der kommunalen Selbstverwaltung und nimmt Aufgaben in vielen Bereichen wie Bildung, Jugend, Gesundheits- und Verbraucherschutz, Bau, Kataster, Straßen, Umwelt, Soziales und Gefahrenabwehr war. Sie betreibt den Rettungsdienst, zwei Zulassungsstellen, drei berufsbildende Schulen, sechs Förderschulen, eine Heilpädagogische Kindertagesstätte, ein Archiv sowie ein Medienzentrum. Außerdem ist sie an der Entsorgungswirtschaft Soest GmbH, der Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH und weiteren Einrichtungen beteiligt. Der Kreistag gestaltet und kontrolliert mit seinen Mitgliedern die Aufgabenwahrnehmung.