Meldungsdatum: 16.06.2026

Stadtwerke Hanau steigern Ergebnis

„Hinter uns liegt ein weiteres sehr erfolgreiches Wirtschaftsjahr“, verkündet Martina Butz, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hanau. Der Energiedienstleister schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Ergebnis von 11,2 Millionen Euro ab.

Wie schon in den Vorjahren entfällt der größte Anteil auf das Segment Standardprodukte. „Dahinter verbirgt sich der klassische Vertrieb von Strom und Erdgas, bei dem wir unser Ergebnis um 3,6 Millionen Euro deutlich steigern konnten“, freut sich Butz und liefert folgende Begründung: „Dieses hervorragende Spartenergebnis resultiert in erster Linie aus einem Zuwachs beim Stromabsatz. Hier konnten wir in 2025 weitere Neuzugänge bei den Privat- und Gewerbekunden verzeichnen.“

Das Ergebnis des Segments Dezentrale Energie fiel dagegen um 2,6 Millionen Euro geringer aus als geplant. „Der Absatz bei Nah- und Fernwärme ist gesunken, nicht zuletzt durch Einsparmaßnahmen der Kundinnen und Kunden. Hinzu kommt, dass sich die Inbetriebnahme des neuen Gemeinschaftskraftwerks verzögert hatte, was wiederum auch den Betrieb unserer Heizwerke und unser Personal belastete.“

Investitionsvolumen um 13,5 Millionen Euro hinter Plan

Die Stadtwerke Hanau haben im Jahr 2025 gemeinsam mit ihrer Tochter Hanau Netz Investitionen in einer Größenordnung von 30 Millionen Euro getätigt, um die Energie- und Wasserversorgung in Hanau effizient und zukunftssicher auszubauen. Dennoch lagen die Investitionen um 13,5 Millionen Euro unter dem ursprünglich geplanten Wert. Ursächlich dafür sind zeitliche Verschiebungen beim Bau der Umspannwerke für die Rechenzentren sowie Verzögerungen bei der Standortsanierung am Gelände der Stadtwerke in der Leipziger Straße.

Ausblick für 2026

Im ersten Halbjahr 2026 sehen die Segmente Wärme, Strom, Erdgas und Wasserversorgung insgesamt eine leichte Ergebnissteigerung vor. Die Geschäftsführerin erwartet für 2026 ein stabiles Ergebnis von um die 9 Millionen Euro.

Auch in diesem Jahr werden die Stadtwerke Hanau in Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung und Digitalisierung investieren. „Unser Gemeinschaftskraftwerk in Großauheim ist nun in Betrieb. Als eigenständiges Projekt ist in den kommenden Jahren die Errichtung einer Großwärmepumpe geplant, um die Abwärme aus Rechenzentren ab 2030/2031 im Gemeinschaftskraftwerk nutzbar zu machen“, so Butz.

Seit März 2026 werden die Gemeindewerke Großkrotzenburg mit Wärme von den Stadtwerken Hanau beliefert. Wie für Hanau ist auch für Großkrotzenburg ab 2028 eine Einspeisung von mindestens zehn Prozent Biomasse aus Hackschnitzeln vorgesehen. „Langfristig streben wir eine erneuerbare Erzeugung von bis zu 100 Prozent in der Wärme an – mit einem Mix aus unserem wasserstofffähigen Blockheizkraftwerk, Biomasse und Pellet-Anlagen sowie der Abwärmenutzung aus dem Rechenzentrum. Ein großer Schritt zur Erreichung unserer Klimaziele“, so die Stadtwerke-Geschäftsführerin.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt unverändert darin, die Trinkwasserversorgung für die Zukunft zu stärken und resilienter zu gestalten. „Dies ermöglichen wir, indem wir die Notstromaggregate in den Wasserwerken mit Reserven auslegen, um sie in Krisenzeiten in Abstimmung mit der Feuerwehr als Wärme-, Licht- und Informationsinseln nutzen zu können. Im Wasserwerk II wird zudem eine umfassende Sanierung des 110 Jahre alten Tiefbehälters durchgeführt.“

„Weiterhin planen wir, langfristig die Stadtteile Steinheim und Klein-Auheim in Eigenregie mit Trinkwasser zu versorgen“, kündigt Butz an. Hierzu werden durch Hanau Netz zwei Verbindungsdüker durch den Main und eine Verbindungsleitung vom Wasserwerk III in Wilhelmsbad nach Mittelbuchen geplant und gebaut. „In diesem Zuge erhöhen wir die Förderkapazität der Brunnen im Wasserwerk III und bauen einen neuen Tiefbrunnen im Wasserwerk I (Wallersee).“

Nicht zu übersehen ist die voranschreitende Sanierung des Stadtwerke-Hauptstandortes in der Leipziger Straße. Dort, wo einst das Werkstattgebäude, eine Stahlhalle und eine Fahrzeughalle standen, befindet sich nun eine gewaltige Baustelle, auf der in den kommenden Jahren eine große Lagerhalle mit zwei Kopfbauten entstehen soll. Bis dahin wird die Stadtwerke-Tochter Hanau Netz Leitungen auf dem Gelände um- und neuverlegen. In den darauffolgenden Jahren steht eine Sanierung des Verwaltungsgebäudes an.

Auch in Sachen Digitalisierung und Automatisierung haben die Stadtwerke Fortschritte gemacht. „Wir haben bereits Systeme im Einsatz, die in Kundenservice und Kundenabrechnung wertvolle Unterstützung gibt, indem sie fest definierte Standardprozesse automatisiert und selbstständig erledigt, um unsere Mitarbeitenden zu entlasten. Da das Mailvolumen in den vergangenen zwei Jahren um 48 Prozent angestiegen ist, jedoch strenge Fristen für die Bearbeitung gelten, gehen wir nun den nächsten Schritt. Wir beabsichtigen, unser bestehendes System an eine virtuelle Maschine mit kognitiver künstlicher Intelligenz anzubinden, die unstrukturierte Daten ordnet und somit die Datenqualität deutlich verbessert.“

„Mit einem sehr erfreulichen Jahresergebnis, der ebenso positiven Prognose für 2026 und zahlreichen Investitionen in Hanaus Energiezukunft haben die Stadtwerke Hanau einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie ein äußerst leistungs- und zukunftsfähiges Unternehmen sind“, freut sich Butz.

Ergebnis und Entwicklungen Hanau Netz GmbH

Die Stadtwerke-Tochter Hanau Netz hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Verlust von 1,2 Millionen Euro abgeschlossen und liegt damit unter Plan. Geschäftsführer Adrián Szabó begründet dies insbesondere mit rückläufigen Durchleitungsmengen und gestiegenen vorgelagerten Netzkosten sowie rückläufigen Mengen bei Industriekunden.

Ein Fokusthema des lokalen Netzdienstleisters ist weiterhin der Netzausbau in Hanau. „In den vergangenen Jahren haben wir sehr viel Erfahrung und Expertise bei der Planung und Umsetzung von Großprojekten gesammelt. Damit sind wir bestens gewappnet für all unsere aktuellen und künftigen Aufgaben, allen voran die Rechenzentrumsprojekte“, erläutert Szabó.

Bereits fertiggestellt, aber noch nicht vollständig in Betrieb ist das Umspannwerk in Großauheim. „Für den Anschluss des Data4-Rechenzentrums warten wir noch auf den Hochspannungsanschluss, der vom vorgelagerten Netzbetreiber bereitgestellt wird. An das Netz der allgemeinen Versorgung ist das Umspannwerk seit vergangenem Jahr eingebunden, wodurch auch die Anschlüsse für das Gemeinschaftskraftwerk der Stadtwerke sowie der Solarpark in Großauheim anteilig in Betrieb genommen werden konnten“, so der Netz-Geschäftsführer.

Die Anschlussarbeiten für das Rechenzentrum CyrusOne, das unweit des Dunlop-Areals errichtet wurde, sind abgeschlossen. Der Investor plant aktuell, das Rechenzentrum zu erweitern und errichtet dafür ein separates Gebäude. „Die Stromversorgung des Standortes wird über eine circa 1,7 Kilometer lange Leitungsanbindung zwischen dem Umspannwerk Wolfgang und dem Grundstück CyrusOne/Dunlop erfolgen, welche wir bis 2028 realisieren werden“, sagt Szabó.

Die Einspeisung erneuerbarer Energien ins Hanauer Netz sieht Szabó auf weiterhin hohem, wenngleich etwas rückläufigen Niveau. „Aktuell sind 1.821 Photovoltaik-Anlagen und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 58 Megawatt gemeldet, außerdem 1.341 Speicher (13,2 Megawatt) und 714 so genannte Balkonkraftwerke (0,6 Megawatt). Für das erste Halbjahr 2026 gehen wir von einem weiteren Zubau von 37 Megawatt aus.“

Für 2026 plant Hanau Netz abermals mit hohen Investitionen: ins Stromnetz in Höhe von 14,6 Millionen Euro, ins Gasnetz 4,8 Millionen Euro, ins Wassernetz 4,4 Millionen Euro und für Straßenbeleuchtung 0,5 Millionen Euro.

Pressekontakt: Dominik Kuhn, Telefon 06181 / 3000 6069