Meldungsdatum: 22.06.2026

Pressemitteilung der Koordinierungsstelle Gewaltschutz für Frauen und Mädchen

Hochrisikomanagement bei häuslicher Gewalt: Kreisweites Netzwerk setzt auf stärkere Zusammenarbeit

Wie können Opfer häuslicher Gewalt mit besonders hohem Gefährdungsrisiko frühzeitig erkannt und schwere Gewalttaten bis hin zu Tötungsdelikten verhindert werden? Mit dieser zentralen Frage beschäftigte sich der Kreisweite Runde Tisch (KRT) gegen Gewalt an Frauen am Mittwoch,17. Juni, im Treffpunkt Altstadt in Dorsten.

Das kreisweite Netzwerk wird von der Koordinierungsstelle Gewaltschutz für Frauen und Mädchen (KGFM) organisiert. Ihm gehören Vertreterinnen und Vertreter sozialer Einrichtungen und Beratungsstellen sowie von Polizei, Justiz und weiteren Institutionen an. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, den Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt kontinuierlich zu verbessern.

Im Mittelpunkt der Sitzung stand ein Fachvortrag der Rechtspsychologin Stefanie Horn zum Thema „Hochrisikomanagement in Fällen häuslicher Gewalt“. Sie erläuterte aktuelle Entwicklungen und Anforderungen bei der Analyse sogenannter Hochrisikofälle und zeigte auf, wie besonders gefährdete Personen frühzeitig identifiziert werden können. Ein entscheidender Baustein für einen wirksamen Opferschutz sind interdisziplinäre Fallkonferenzen, in denen Fachkräfte aus Frauenhilfe, Jugendamt, Polizei, Justiz und weiteren Bereichen ihre Expertise bündeln und gemeinsam geeignete Schutzmaßnahmen entwickeln.

Solche Fallkonferenzen werden bereits erfolgreich in mehreren Bundesländern – darunter Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz – durchgeführt. Auch im Kreis Recklinghausen soll dieses Instrument künftig etabliert werden. Die Arbeitsgruppe „Intervention gegen häusliche Gewalt“ des Kreisweiten Runden Tisches hat sich zum Ziel gesetzt, entsprechende Strukturen aufzubauen. Erste Pilotprojekte sollen im kommenden Jahr starten.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Romina Knicza vom Ambulanten Sozialen Dienst (ASD) der Justiz ihre Arbeit als psychosoziale Prozessbegleiterin vor. Sie begleitet und unterstützt Menschen, die Opfer einer Straftat geworden sind, während des gesamten Strafverfahrens. Dazu gehört insbesondere die Vorbereitung auf eine mögliche Zeugenaussage vor Gericht sowie die persönliche Betreuung während des Prozesses.

Mit dem fachlichen Austausch und der geplanten Einführung interdisziplinärer Fallkonferenzen setzt der Kreisweite Runde Tisch ein deutliches Zeichen für eine noch engere Zusammenarbeit aller beteiligten Institutionen. Ziel ist es, Betroffene häuslicher Gewalt frühzeitig zu schützen und das Risiko schwerster Gewalttaten nachhaltig zu reduzieren.

Weitere Informationen zum Kreisweiten Runden Tisch unter www.rundertisch-kreis-recklinghausen.de

 

Kontakt: Öffentlichkeitsarbeit, Lena Heimers, Telefon: 02361/53-4712, E-Mail: l.heimers@kreis-re.de


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Arbeitsgruppe

©  Kira Dreffke
Arbeitsgruppe

Von links nach rechts: Sabrina Müthing (Jugendamt Datteln), Mara Brennecke (Frauenberatung Herten), Annabelle Johannböcke (Frauenberatung Recklinghausen), Hanna Wibbecke (Jugendamt Marl), Anna Weber (KGFM), Stefanie Horn (Referentin), Karin Gottwald (Frauenberatung Marl).


Gruppenfoto des Netzwerks „Kreisweiter Runder Tisch gegen Gewalt an Frauen

©  Eva Sennekamp
Gruppenfoto des Netzwerks „Kreisweiter Runder Tisch gegen Gewalt an Frauen