Meldungsdatum: 26.06.2026
Mit rund 130 Teilnehmenden war der FASD-Fachtag „Herausforderungen verstehen, Chancen gestalten“ in der Aula der Europaschule Hemer ein voller Erfolg. Die große Resonanz zeigte in der vergangenen Woche eindrucksvoll, wie wichtig Austausch, Information und Vernetzung zum Thema Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) sind.
Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen, Schulen, Jugendhilfe, Medizin, Beratungsstellen, Verwaltung und Pflege kamen gemeinsam mit Betroffenen und Angehörigen zusammen, um ihr Wissen zu vertiefen und neue Impulse für ihre tägliche Arbeit zu gewinnen.
Organisiert wurde die Veranstaltung von den Hemeraner Netzwerken „Familienzentren in Hemer“ und „Frühe Hilfen – Familie meistern“ sowie der Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle, der Fachberatung Eingliederungshilfen und der Koordinierenden Kinderschutzfachkraft der Stadt Hemer.
Im Mittelpunkt stand die Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) – eine der häufigsten angeborenen Behinderungen in Deutschland und gleichzeitig eine der am wenigsten bekannten. Die lebenslangen Beeinträchtigungen können selbst durch geringsten Alkoholkonsum während der Schwangerschaft entstehen und sind vollständig vermeidbar. Deshalb ist Prävention von besonderer Bedeutung.
Die Fachvorträge und Workshops machten deutlich, wie wichtig eine frühzeitige Erkennung ist. Viele betroffene Kinder und Jugendliche reagieren besonders sensibel auf Reize und Stress. Verhaltensweisen, die häufig missverstanden werden, sind oft Ausdruck einer neurologischen Beeinträchtigung – nicht von mangelnder Motivation oder fehlendem Willen. Für einen Großteil der Betroffenen ist auch im Erwachsenenalter kein eigenständiges Leben möglich.
Ziel des Fachtages war es, Verständnis zu schaffen, Vorurteile abzubauen und Fachkräfte darin zu stärken, betroffene Kinder, Jugendliche und ihre Familien angemessen zu begleiten. Dabei wurde deutlich: Nur durch eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Berufsgruppen kann eine nachhaltige Unterstützung gelingen.
Ergänzt wurde das Programm durch einen „Markt der Möglichkeiten“, der Raum für Austausch und Information bot. Die Stadtbücherei Hemer und der Buchladen am Neuen Markt, FASD Deutschland e. V., die Lebenshilfe Lüdenscheid Märkischer Kreis e. V. mit ihrer Selbsthilfegruppe „Gewitter im Kopf“ sowie Ella Hübner stellten ihre Angebote vor und zeigten, wie engagiert die Akteurinnen und Akteure in der Region bereits zusammenarbeiten.
Die Organisatorinnen Claudia Grau, Nadine Schütz, Bettina Zeppenfeld und Angelika Kellmann ziehen ein durchweg positives Fazit: Der Fachtag hat nicht nur großes Interesse geweckt, sondern einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung und Prävention geleistet. Er hat einen Perspektivwechsel angestoßen – weg von der Frage „Was stimmt mit diesem Kind nicht?“ hin zu der entscheidenden Frage: „Was braucht dieses Kind?“
Gerade für die Präventionsarbeit ist diese Haltung von zentraler Bedeutung. Denn jeder vermiedene Alkoholkonsum während der Schwangerschaft verhindert vermeidbares Leid und ermöglicht Kindern einen gesunden Start ins Leben.
Der große Zuspruch und die vielen positiven Rückmeldungen zeigen: Das Thema FASD muss weiterhin sichtbar bleiben. Der Fachtag war ein wichtiger Schritt, um Wissen zu vermitteln, Netzwerke zu stärken und Prävention nachhaltig in der Region zu verankern.
Mit rund 130 Teilnehmenden war der FASD-Fachtag „Herausforderungen verstehen, Chancen gestalten“ in der Aula der Europaschule Hemer ein voller Erfolg.
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