Meldungsdatum: 07.07.2026

Unsichtbare Gefahr erkennen: Kreis bildet erstmals Spezialkräfte für neue CBRN-Erkunderfahrzeuge aus

Giftige Gase sind unsichtbar. Radioaktive Stoffe können wir weder sehen noch riechen. Und auch biologische oder chemische Gefahrstoffe breiten sich oft unbemerkt aus. Wenn bei einem Großbrand in einem Industriegebiet, einem Gefahrgutunfall oder einem Anschlag solche Stoffe freigesetzt werden, müssen Einsatzkräfte innerhalb kürzester Zeit Antworten auf wichtige Fragen finden: Was ist ausgetreten? Wie gefährlich ist der Stoff? Und welche Unterstützungsmaßnahmen sind für die Menschen erforderlich?

Genau für diese Aufgaben stehen den Feuerwehren im Märkischen Kreis künftig modernste CBRN-Erkunderfahrzeuge zur Verfügung. CBRN steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Das Bundesinnenministerium stellt dem Bevölkerungsschutz des Märkischen Kreises zwei dieser hochspezialisierten Fahrzeuge bereit. Aus einsatztaktischen Gründen wird eines in Herscheid stationiert, ein weiteres nach seiner Auslieferung im August in Iserlohn.

Die neuen Fahrzeuge (Kosten jeweils etwa 311.000 Euro) erweitern die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehren erheblich. Modernste Mess- und Analysetechnik ermöglicht das Erkennen und Identifizieren gefährlicher Stoffe. Gleichzeitig können die Fahrzeuge ihre Messdaten digital miteinander austauschen. So entsteht bereits während des Einsatzes ein gemeinsames Lagebild, das den Einsatzleitungen wichtige Informationen für Entscheidungen liefert. Ergänzt wird die Technik durch zusätzliche Messgeräte und eine leistungsfähige Software.

Damit die Möglichkeiten der neuen Fahrzeuge im Ernstfall vollständig genutzt werden können, hat der Märkische Kreis jetzt erstmals einen speziellen Lehrgang im Brandschutz- und Rettungsdienstzentrum (BRZ) Altena-Rosmart durchgeführt. Im Fokus stand der sichere Umgang mit den Messsystemen und der Fahrzeugtechnik. Bereits im Vorfeld wurden mehrere Feuerwehr-Einsatzkräfte aus Herscheid und Iserlohn an der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) in Ahrweiler zu sogenannten „Multiplikatoren“ ausgebildet. Dieses Wissen gaben sie nun im ersten Lehrgang weiter.

Zwölf ausgebildete Einsatzkräfte nach 35 Unterrichtstunden

Den Abschluss bildete eine realitätsnahe Einsatzübung mit Messfahrten in Lüdenscheid. Dort unterstützten die Besatzungen der Erkunderfahrzeuge die Feuerwehr bei einem simulierten Gefahrstoffaustritt. Dabei wurden selbstverständlich keine echten Gefahrstoffe freigesetzt. Die Messwerte wurden durch die Ausbilder simuliert, so dass die Teilnehmer unter möglichst realistischen Bedingungen den Ernstfall trainieren konnten.

Nach 35 Unterrichtsstunden und erfolgreich bestandener Prüfung stehen dem Märkischen Kreis nun zwölf speziell ausgebildete Einsatzkräfte aus den Feuerwehren Herscheid und Iserlohn für den Betrieb der CBRN-Erkunderfahrzeuge zur Verfügung. Namentlich sind das: Christian Balkenhoff, Florian Balkenhoff, Johannes Eichhorn, Jan Lewe, Bastian Maßmann, Torsten Mücke, Tim Sellmann, David Trämer (alle Iserlohn); Alexander Borlinghaus, Florian Dorr, Bastian Fürst und Jannik Hübl (alle Herscheid). Sie bilden künftig einen wichtigen Baustein des Bevölkerungsschutzes im gesamten Kreisgebiet. „Wir bedanken uns beim Ausbilderteam sowie bei den Besatzungen der überörtlichen CBRN-Erkunderfahrzeuge aus Schmallenberg, Hagen und Bochum für ihre Unterstützung bei der Durchführung des Lehrgangs“, sagt Kreisbrandmeister Michael Kling.

Pressekontakt: Alexander Bange / 02351 966 6150


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Nach erfolgreich bestandener Prüfung stehen dem Märkischen Kreis nun zwölf speziell ausgebildete Einsatzkräfte aus den Feuerwehren Herscheid und Iserlohn für den Betrieb der CBRN-Erkunderfahrzeuge zur Verfügung. Foto: Märkischer Kreis

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Nach erfolgreich bestandener Prüfung stehen dem Märkischen Kreis nun zwölf speziell ausgebildete Einsatzkräfte aus den Feuerwehren Herscheid und Iserlohn für den Betrieb der CBRN-Erkunderfahrzeuge zur Verfügung. Foto: Märkischer Kreis