Meldungsdatum: 03.07.2026
Mit einem kleinen Festakt hat der Kreis Recklinghausen am 1. Juli das 50-jährige Bestehen des Kreises in der heutigen Form gefeiert. Ein Jahr nach vielen anderen Kreisen. Denn die Gebietsreform sah vor, dass Gladbeck der Stadt Bottrop zugewiesen wird. Eine Klage hat dies verhindert. Und so gehören dem Kreis Recklinghausen seit 50 Jahren zehn Städte an.
Einen durchaus emotionalen Moment gab es nicht nur für Landrat Bodo Klimpel und den Moderator des Abends, Manni Breuckmann. Zwei ehemalige Steiger zogen mit Grubenlampe ein, die Gäste sangen gemeinsam das Steigerlied, begleitet von der Schützenkapelle Rhade. „Da läuft es mir immer noch den Rücken runter, das hört einfach nie auf“, gestand der Moderator.
„Wenn wir heute 50 Jahre Kreis Recklinghausen feiern, dann feiern wir nicht in erster Linie eine Verwaltungsstruktur. Wir feiern die Menschen, die diesen Kreis ausmachen. Wir feiern die Menschen, die den Strukturwandel nicht nur erlebt, sondern stetig gestaltet haben. Und wir feiern eine Region, die immer wieder gezeigt hat, dass sie Herausforderungen nicht aus dem Weg geht“, betonte Bodo Klimpel.
Ein wenig Geschichte des Kreises, aber auch seine Besonderheiten, Bildung und Perspektiven waren Themen in der anschließenden Talkrunde. Manni Breuckmann entlockte Bodo Klimpel, NRW-Schulministerin Dorothee Feller und Rainer Weichelt, dem ausgewiesenen „Glabotki“-Experten so manches persönliche Statement.
Woran man merkt, dass man im Kreis Recklinghausen ist? „Es gibt eine gute Verbindung zwischen Industrie und Landwirtschaft – und die Menschen sind sehr engagiert“, sagte Dorothee Feller. Bodo Klimpel ergänzte: „Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Menschen hier im Vergleich zu anderen Regionen direkter sind.“ Für Rainer Weichelt ist es das: „Kanal, Lippe, Autobahnen und die Arbeit, das alles verbindet die Menschen hier und hat sie schon immer verbunden, über und unter der Erde.“
Manni Breuckmann fragte auch nach der Kreis-Identität. „Der Kreis nimmt Aufgaben für alle zehn Städte wahr wie Gesundheitsfürsorge oder Jobcenter. Das macht er ganz hervorragend. Das Prinzip Einheit in Vielfalt funktioniert gut“, so der Blick aus städtischer Sicht von Rainer Weichelt, dem früheren Stadtarchivar und Beigeordneten der Stadt Gladbeck. Er gibt unumwunden zu: „Liebe war’s nicht, die Gladbeck in die Arme des Kreises Recklinghausen getrieben hat.“ Vielmehr sei der Kreis der Rettungsanker gewesen. Denn die Gebietsreform von 1975 sah vor, dass Gladbeck zusammen mit Kirchhellen zu Bottrop gehören sollte. Die Stadt wäre damit nur noch ein Stadtteil der ungeliebten Nachbarstadt gewesen. Dagegen legten die Gladbecker Verfassungsbeschwerde gegen das Ruhrgebietsgesetz ein und bekamen am 6. Dezember 1975 Recht. „Glabotki“ war Geschichte.
Seit dem 1. Juli 1976 verbindet eine 500 Meter lange Grenze die Städte Gladbeck und Dorsten – und macht damit den Kreis in seiner heutigen Form komplett. Bettina Weist sagte – auch im Namen ihrer Bürgermeisterkollegen: „Unsere Städte sind unterschiedlich, in ihrer Geschichte, ihrer Struktur und auch in ihren aktuellen Herausforderungen. Und trotzdem erleben wir im Kern sehr ähnliche Aufgaben: den Strukturwandel, die Frage nach guter Arbeit, nach Bildung, nach einer starken Zukunft für unsere Kinder.“
Und sie fasste zusammen: „Vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis aus 50 Jahren Kreis Recklinghausen: Dass Eigenständigkeit nicht verloren geht, wenn man zusammenarbeitet. Lieber Bodo, lieber Kreis Recklinghausen: Herzlichen Glückwunsch zu 50 Jahren. Und von Herzen danke, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen.“
Kontakt: Öffentlichkeitsarbeit, Svenja Küchmeister, Telefon: 02361/534512, E-Mail: s.kuechmeister@kreis-re.de
Auf dem Podium zum 50-jährigen Kreis-Bestehen: Moderator Manni Breuckmann, Landrat Bodo Klimpel, NRW-Schulministerin Dorothee Feller und Glabotki-Experte Rainer Weichelt.
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