Meldungsdatum: 20.07.2026

Kreis Recklinghausen erhält den zweiten Stern der IGA für die Entwicklung des ehemaligen WASAG-Geländes in Haltern am See

Das ehemalige WASAG-Gelände in Haltern am See ist auf der Zielgeraden zur Internationalen Gartenausstellung 2027: Die IGA Metropole Ruhr 2027 hat dem Kreis Recklinghausen am Montag, 20. Juli, den zweiten Stern für das Projekt am ehemaligen Sprengstoff-Standort verliehen.

Mit dem Ende der Sprengstoffproduktion hat der Kreis Recklinghausen die Zukunft des WASAG-Geländes in Haltern am See in die Hand genommen. Nach dem Kauf des rund 220 Hektar großen Geländes entwickelt der Kreis den Altstandort in enger Kooperation mit der Stadt Haltern am See.

Dennoch will man die Geschichte dieses besonderen Ortes nicht aus dem Blick verlieren. 1898 begann die Westfälisch-Anhaltische Sprengstoff AG (WASAG) mit der Produktion von Sprengstoffen für den Bergbau, die bis 2018 andauerte. Der Standort erzählt mit seinen historischen Gebäuden und seiner besonderen Geländestruktur die Geschichte einer heute fast vergessenen Zeit – und soll dies auch künftig tun.

Zur Internationalen Gartenausstellung IGA 2027 werden die Werkstore für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Auf dem WASAG-Gelände werden dann die spezielle Industrielandschaft und ihre Transformation bei geführten Rundgängen begehbar und erlebbar gemacht.

Im Mittelpunkt der Entwicklung des Geländes stehen neben der Geschichte und der Transformation eines Altstandorts zu einem zukunftsfähigen Quartier die Sanierung der Boden- und Grundwasserbelastungen sowie das Naturerlebnis, da das Gelände über wertvolle Wälder, Moore und besondere Biotopstrukturen verfügt.

„Das ehemalige WASAG-Gelände ist für die Bürgerinnen und Bürger meiner Heimatstadt Haltern am See ein Buch mit sieben Siegeln. Ich freue mich sehr, dass wir diesen besonderen Ort mit all seiner Geschichte öffnen und den Menschen in unserer Region zurückgeben werden“, sagt Landrat Bodo Klimpel.

„Die IGA 2027 erhält mit dem ehemaligen WASAG-Gelände einen weiteren Ort, der beispielhaft zeigt, wie das Ruhrgebiet mit seiner Geschichte umgeht und daraus Zukunft gestaltet. Hier werden Industriekultur, Naturentwicklung und nachhaltige Flächenentwicklung auf eindrucksvolle Weise miteinander verbunden. Solche Projekte machen die Vielfalt des Ruhrgebiets erlebbar und laden die Besucherinnen und Besucher der IGA 2027 dazu ein, auch außerhalb der Zukunftsgärten außergewöhnliche Orte im Ruhrgebiet zu entdecken“, sagt Horst Fischer, Geschäftsführer der IGA 2027 Ruhrgebiet.

Aus insgesamt rund 80 landschaftsgestalterischen, städtebaulichen oder touristischen Vorhaben mit investivem Charakter hatten sich fast die Hälfte in einem anspruchsvollen Auswahlverfahren für den ersten Stern und damit als grundsätzlich geeignet im Sinne der IGA 2027 qualifiziert. Der Beirat „Unsere Gärten“ der IGA 2027 verleiht dann den zweiten Stern, wenn ein Projekt einen Förderantrag gestellt und auch vom Fördergeber positive Hinweise zur Förderfähigkeit des Projektes erhalten hat.

Den dritten Stern erhält ein Projekt, wenn es einen Fördermittelbescheid bekommen hat und damit die Umsetzung des Projektes gesichert ist. „Wir erwarten, dass sich rund 25 Projekte der Region als IGA 2027-Projekte präsentieren können“, so Fischer weiter.

IGA Metropole Ruhr 2027
Unter dem Motto: „Wie wollen wir morgen leben?“ präsentiert die Internationale Gartenausstellung Metropole Ruhr 2027 auf internationaler Bühne und in drei Ebenen innovative Lösungsideen für Zukunftsfragen der Grünen Infrastruktur und der Stadtentwicklung in Metropolregionen. Die Ebene der „Zukunftsgärten“ bietet daneben auch die Kulisse für die Präsentationen des Garten- und Landschaftsbaus und der Pflanzenproduktion sowie für ein vielfältiges Veranstaltungsangebot. Die Kommunen zeigen auf der Ebene „Unsere Gärten“ die grünen Schätze der Region. Die Ebene „Mein Garten“ gibt den Bürgerinnen und Bürgern Raum sich zu beteiligen mit privaten Initiativen und Kooperationen.

Die Ebene „Unsere Gärten“
Die Metropole Ruhr verfügt über beeindruckende Garten- und Parkanlagen aus unterschiedlichen Epochen, über spektakuläre Landmarken der Industriekultur, artenreiche Industrienatur und regionale Grünzüge mit enormem Freizeitwert. Für die IGA 2027 rücken die Kommunen auf der Ebene „Unsere Gärten“ diese in den Fokus, werten sie auf, schaffen Neues und entwickeln auch neue Verbindungen: Auf neuen Radwegen und Themenrouten können Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucherinnen und Besucher diese beeindruckende Grüne Infrastruktur und eine Vielzahl von touristischen Attraktionen der Region erleben.

Der Auswahlprozess
Um sich an der Ebene „Unsere Gärten“ im Rahmen der IGA 2027 zu beteiligen, stellten sich rund 80 investive Projekte einem anspruchsvollen Auswahlprozess ähnlich den REGIONALEN. Für den ersten Stern machte das IGA 2027-Konzept fünf zentrale Merkmale zur Bedingung: eine klare regionale Bedeutung, die Stärkung der Zukunftsgärten, den unmittelbareren Bezug zur IGA-Leitfrage „Wie wollen wir morgen leben?“, den ausgewiesenen Modellcharakter sowie einen strukturwirksamen Nachhaltigkeitsanspruch. Nicht zuletzt galt es, auch den grundsätzlichen Vorgaben der Deutschen Bundesgartenschau GmbH zu entsprechen – angefangen bei der Sicherung beziehungsweise Rückgewinnung von Freiflächen und Landschaftsräumen über einen zentralen Bildungsauftrag, die Kulturförderung und den Denkmalschutz bis hin zu wirtschaftlichen Impulsen, Klimaschutz-Beiträgen sowie einer Stärkung des Images, des Bürgersinns und des sozialen Gefüges.

 

Kontakt: Öffentlichkeitsarbeit, Lena Heimers, Telefon: 02361/53-4712, E-Mail: l.heimers@kreis-re.de


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2. Stern IGA

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2. Stern IGA

Sie freuen sich über den zweiten Stern: Landrat Bodo Klimpel (r.), Horst Fischer (Mitte), Geschäftsführer der IGA 2027 Ruhrgebiet, und Gerrit Tranel, Fachdezernent für Umwelt, Infrastruktur und Kreisentwicklung beim Kreis Recklinghausen.