Nr. 269 Kreis Steinfurt, 07. August 2026

Die Transformation ermöglichen: Infrastruktur für die Wärmewende im Kreis Steinfurt

Teil 3 der Sommerserie „Was bringt die Energiewende für die Region?

Kreis Steinfurt. Klimaschutz und Energiewende geraten angesichts globaler Krisen immer wieder in den Hintergrund. Doch steigende Energiepreise, unsichere Märkte und auch die zunehmenden Extremwetterereignisse zeigen deutlich: Die Energiewende vor Ort ist entscheidend, um unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden, Treibhausgase zu vermeiden und unsere Region lebenswert und zukunftsfit zu gestalten. Was die Energiewende für den Kreis Steinfurt konkret bringt, zeigt der energieland2050 e. V. in seiner Sommerserie und wirft dabei einen Blick auf Entwicklungen, Projekte und Chancen direkt vor unserer Haustür.

Eine warme Wohnung, heißes Wasser und eine zuverlässige Heizung gehören für die meisten Menschen selbstverständlich zum Alltag. Doch hinter dieser Versorgung steht eine umfangreiche Infrastruktur: Leitungen, Netze, Heizungsanlagen, Speicher und technische Einrichtungen, die über Jahrzehnte entstanden sind. Ein großer Teil davon ist noch auf Erdgas und Heizöl ausgerichtet. Diese Wärmeversorgung Schritt für Schritt auf klimafreundliche und möglichst regionale Energiequellen umzustellen, ist eine der großen Aufgaben der kommenden Jahre.

Dabei geht es nicht darum, von heute auf morgen sämtliche Heizungen auszutauschen. Die Wärmewende ist ein langfristiger Umbau, der gut vorbereitet werden muss. Bestehende Anlagen werden modernisiert, Stromnetze für den zunehmenden Einsatz von Wärmepumpen ausgebaut und neue Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Wärme erschlossen. Je nach Standort können beispielsweise Umweltwärme, Geothermie, Solarthermie, Biomasse oder die bislang ungenutzte Abwärme von Unternehmen eine Rolle spielen.

Eine besondere Verantwortung tragen dabei die Stadtwerke im Kreis Steinfurt. Als kommunale Unternehmen kennen sie die Region, ihre Versorgungsnetze und die örtlichen Bedürfnisse. Sie sorgen täglich dafür, dass Energie und Wasser zuverlässig bei den Menschen und Unternehmen ankommen. Zugleich müssen sie bereits heute die Infrastruktur für die kommenden Jahrzehnte vorbereiten.

„Die Menschen erwarten zu Recht, dass ihre Wärmeversorgung auch künftig sicher, zuverlässig und bezahlbar bleibt“, sagt Dennis Schenk, Geschäftsführer der Stadtwerke Steinfurt und stellvertretender Vorsitzender des energieland2050 e. V. „Genau darin liegt die Herausforderung der Wärmewende: Wir müssen die notwendigen Veränderungen frühzeitig planen und schrittweise umsetzen. Unsere Ziele sind Lösungen, die Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit dauerhaft miteinander verbinden und gleichzeitig zu den örtlichen Gegebenheiten der Kommunen passen.“

Für die Stadtwerke bedeutet die Wärmewende einen grundlegenden Wandel. Über viele Jahrzehnte waren Erdgasnetze eine tragende Säule der örtlichen Energieversorgung. Mit dem schrittweisen Abschied von Erdgas und Heizöl verändern sich die Aufgaben. Stadtwerke werden zunehmend zu Planern, Entwicklern und Betreibern einer vielseitigeren Energieinfrastruktur. Neben klassischen Versorgungsnetzen gewinnen Wärmepumpen, Wärmespeicher, erneuerbare Wärmequellen, digitale Steuerungen und neue Energiedienstleistungen an Bedeutung.

Dieser Umbau ist mit hohen Investitionen verbunden. Stromnetze müssen verstärkt, technische Anlagen errichtet und bestehende Infrastrukturen angepasst werden. Wo Wärmenetze entstehen, müssen Leitungen verlegt, Straßen geöffnet und Gebäude angeschlossen werden. Von der ersten Idee über die technische Prüfung und Finanzierung bis zur Umsetzung können mehrere Jahre vergehen. Entscheidungen müssen deshalb langfristig getroffen und sorgfältig abgewogen werden. 

Dabei steht die Versorgungssicherheit an erster Stelle. Neue Lösungen müssen nicht nur klimafreundlich sein, sondern auch an kalten Wintertagen zuverlässig funktionieren. Gleichzeitig sollen die Kosten für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen möglichst tragbar bleiben. Dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadtwerken, Kommunen, Politik, Handwerk, Wirtschaft und den Menschen vor Ort.

Auch Bürgerinnen und Bürger im Kreis Steinfurt können von diesem Wandel unmittelbar profitieren. Wer den Energiebedarf seines Gebäudes senkt und notwendige Modernisierungen rechtzeitig plant, macht sich unabhängiger von schwankenden Preisen für Erdgas und Heizöl. Eine gute Dämmung und eine zukunftsfähige Heiztechnik können den Wohnkomfort verbessern, den Energieverbrauch reduzieren und dazu beitragen, den Wert und die langfristige Nutzbarkeit einer Immobilie zu erhalten. Geplante Maßnahmen lassen sich zudem meist besser aufeinander abstimmen als ein kurzfristig notwendiger Heizungstausch nach einem plötzlichen Ausfall.

Die notwendigen Investitionen sind somit nicht nur eine Herausforderung, sondern bieten große Chancen für die gesamte Region. Neue Heizungsanlagen, Wärmepumpen, Netze, Speicher und technische Einrichtungen müssen geplant, gebaut, angeschlossen und über viele Jahre gewartet werden. Davon können Planungsbüros, Tiefbauunternehmen, Heizungsfachbetriebe, Elektriker, Anlagenbauer und weitere Dienstleister aus dem Kreis Steinfurt profitieren.

„Die Wärmewende ist weit mehr als ein Klimaschutzprojekt. Sie ist zugleich eine große wirtschaftliche Chance für unsere Region“, betont Schenk und ergänzt: „Jeder Euro, der in lokale Infrastruktur, Handwerk und regionale Energielösungen investiert wird, stärkt Unternehmen, sichert Arbeitsplätze und schafft langfristige Wertschöpfung vor Ort. So verbinden wir Klimaschutz und Versorgungssicherheit mit einem echten Mehrwert für den Kreis Steinfurt.“

Bislang fließt ein erheblicher Teil der Ausgaben für Erdgas und Heizöl aus der Region ab. Werden künftig stärker örtlich verfügbare Energiequellen genutzt und die notwendigen Arbeiten von regionalen Unternehmen ausgeführt, kann mehr Wertschöpfung im Kreis Steinfurt verbleiben. Das stärkt Handwerk und Mittelstand, sichert Beschäftigung und eröffnet jungen Menschen neue berufliche Perspektiven.

Unterstützt wird dieser Prozess durch den energieland2050 e. V. und die beim Kreis Steinfurt angesiedelte Servicestelle Wärme, Effizienz und Wohnen. Sie bringt Kommunen, Stadtwerke, Unternehmen, Handwerk und weitere Fachleute zusammen, bündelt Wissen und fördert den Erfahrungsaustausch. Darüber hinaus begleitet sie Projekte, informiert über technische Möglichkeiten und unterstützt bei der Suche nach passenden Beratungs- und Förderangeboten.

Auch Bürgerinnen und Bürger erhalten Orientierung. Der Kreis Steinfurt und der energieland2050 e. V. bieten unabhängige und kostenlose Einstiegsberatungen zu den Themen Heizungstausch, energetische Sanierung und Energieeffizienz an. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer können sich frühzeitig darüber informieren, welche Maßnahmen zu ihrem Gebäude passen, in welcher Reihenfolge sie sinnvoll sind und welche Fördermöglichkeiten bestehen. Das schafft Planungssicherheit, kann Fehlinvestitionen vermeiden und hilft dabei, Gebäude Schritt für Schritt zukunftsfähig zu machen.

Die Wärmewende wird den Kreis Steinfurt über viele Jahre begleiten. Sie verlangt hohe Investitionen, verlässliche Rahmenbedingungen und einen langen Atem. Zugleich bietet sie die Chance, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern, den Gebäudebestand zu modernisieren, die Versorgung langfristig zu sichern und die regionale Wirtschaft zu stärken. Wenn Stadtwerke, Kommunen, Unternehmen, Handwerk sowie Bürgerinnen und Bürger gemeinsam handeln, kann die Wärmeversorgung von morgen zu einem Gewinn für die gesamte Region werden.

Alle Informationen zum Verein, auch zur Mitgliedschaft, finden Interessierte online unter: www.energieland2050.de/verein/

Prägende Gesichter des energieland2050 e.V.:

Dennis Schenk, Geschäftsführer der Stadtwerke Steinfurt und seit Frühjahr 2026 stellvertretender Vorsitzender des energieland2050 e. V., engagiert sich für eine praxisnahe und wirtschaftlich tragfähige Umsetzung der Energiewende im Kreis Steinfurt. Sein Fokus liegt auf Lösungen, die Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung gleichermaßen berücksichtigen und die Zukunftsfähigkeit der Region stärken.


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Im Gespräch

©  Stadtwerke Steinfurt GmbH
Im Gespräch

Die Energieversorgung von morgen braucht starke Infrastruktur und Fachwissen vor Ort: Dennis Schenk im Gespräch mit einem Mitarbeiter der Stadtwerke.


Prägende Gesichter des energieland2050 e.V.

©  Stadtwerke Steinfurt GmbH
Prägende Gesichter des energieland2050 e.V.

Dennis Schenk, Geschäftsführer der Stadtwerke Steinfurt und seit Frühjahr 2026 stellvertretender Vorsitzender des energieland2050 e. V.