Nr. 279 Kreis Steinfurt, 31. August 2026

Sparkassen-Naturschutzpreis 2026 im Kreis Steinfurt: Flächen in Gewerbe- und Industriegebieten leisten Beitrag zum Erhalt von Flora und Fauna

Auch kleine Schritte führen zum Ziel

Kreis Steinfurt/Emsdetten. Der Baubetriebshof der Stadt Emsdetten ist ein besonders herausragendes Beispiel dafür, wie sich wirtschaftliche Nutzung und Naturschutz sinnvoll verbinden lassen. Denn fast die Hälfte des rund 30.000 Quadratmeter umfassenden Geländes mit seinen 2023 fertiggestellten Gebäuden und Hallen wurde durch umfangreiche Begrünungsmaßnahmen ökologisch aufgewertet. Durch eine dort ehemals bestehende Hofstelle war bereits ein naturnaher Raum vorhanden, der bewusst in die Planung integriert wurde. Dadurch sind unterschiedliche und wertvolle Lebensräume für Flora und Fauna entstanden.

„Wir haben beispielsweise robuste und blütenreiche Stauden so ausgewählt und gepflanzt, dass sie nach kurzer Anwachszeit den Boden bedeckt haben, uns kaum Arbeit machen und Insekten ganzjährig Nahrung sowie Unterschlupf bieten“, erläutert Sven Mendelin, Leiter des Emsdettener Baubetriebshofes, die naturnah und nachhaltig gestaltete Gewerbefläche an der Gustav-Wayss-Straße.

Darüber hinaus wurden auch kleine Flächen und Streifen mit robusten Wildstauden bepflanzt. Außerdem hat der Baubetriebshof in den Randbereichen wilde Ecken mit Spontanvegetation, Totholz für Igel und Co. sowie Sandböschungen für Insekten insbesondere Wildbienen zugelassen. „Derartige Flächen sind weniger kostenintensiv als versiegelte oder geschotterte Flächen, die nach einigen Jahren erneuert werden müssen“, hebt Mendelin hervor. Beate Jung-Goldenberg, Referentin für Spenden/Sponsoring bei der Kreissparkasse Steinfurt, bringt es auf den Punkt: „Ein Staudengarten ist etwas für Faule, sieht dabei hervorragend aus und bietet vielen Tierarten einen wertvollen Lebensraum.“ Die Kreissparkasse Steinfurt und der Kreis Steinfurt sind gespannt, ob sich der Emsdettener Baubetriebshof für den Sparkassen Naturschutzpreis 2026 bewerben wird.

Denn in diesem Jahr zeichnen die Kreissparkasse Steinfurt und die Naturschutzstiftung des Kreises Unternehmen und Institutionen aus, die sich unter dem Motto „Mehr Biodiversität in Gewerbe- und Industriegebieten“ an dem mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Sparkassen Naturschutzpreis 2026 beteiligen. Bewerbungen sind noch bis zum 30. September unter www.kreis-steinfurt.de/naturschutzpreis möglich.

„Der Emsdettener Baubetriebshof ist ein Best-Practice-Beispiel für eine naturnah und nachhaltig gestaltete Gewerbefläche. Wir möchten insbesondere Unternehmen und Gewerbebetriebe ermutigen, sich mit ihren eigenen Projekten zu bewerben. Es müssen nicht immer große oder aufwendige Maßnahmen wie hier in Emsdetten sein. Auch kleinere Projekte und Einzelmaßnahmen können einen wertvollen Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten und für eine Bewerbung interessant sein“, unterstreicht Udo Schneiders, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung des Kreises Steinfurt. „Wir freuen uns auch auf die Bewerbung von kleinteiligen Aktionen“, betont Maria Balaban vom Amt für Planung, Naturschutz und Mobilität des Kreises Steinfurt, „so etwa die Umwandlung von Schotterflächen in blütenreiche Staudenrabatten oder die Anlage eines Sandariums“.  

Hintergrundinformation: Am Sparkassen Naturschutzpreis können Unternehmen und Betriebe, Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer, Verbände, Vereine und Initiativen, Schulen und Hochschulen sowie private Projektgruppen teilnehmen. Voraussetzung ist, dass die Projekte bereits umgesetzt wurden, sich in der Umsetzung befinden oder als dauerhafte Maßnahmen angelegt sind. Reine Projektideen können nicht berücksichtigt werden. Der Preis kann an mehrere Preisträgerinnen und Preisträger vergeben werden.


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Naturnah und nachhaltig

©  Kreis Steinfurt/Matthias Lehmkuhl
Naturnah und nachhaltig

Sven Mendelin (Leitung Baubetriebshof Emsdetten, 2. v. l.) erläutert Beate Jung-Goldenberg (Referentin Spenden/Sponsoring Kreissparkasse Steinfurt, l.), Udo Schneiders (Geschäftsführer Naturschutzstiftung Kreis Steinfurt, 2. v. r.), und Maria Balaban (Projektkoordination Naturschutzpreis und Amt für Planung, Naturschutz und Mobilität, Sachgebiet Planung, r.) die umgesetzten Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz auf dem Gelände des Emsdettener Baubetriebshofes.


Randbereich

©  Kreis Steinfurt/Matthias Lehmkuhl
Randbereich

Der Emsdettener Baubetriebshof hat auf seinem Betriebsgelände in den Randbereichen auch wilde Ecken mit Spontanvegetation, Totholz und Sandböschungen zugelassen.