Meldungsdatum: 24.09.2026

Schuleingangsuntersuchungen: Förderung für erfolgreichen Schulstart wichtig

Jährlich werden rund 4.000 Kinder im Märkischen Kreis eingeschult. Vorab durchlaufen sie die landesweit einheitliche und gesetzlich vorgeschriebene Schuleingangsuntersuchung des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes des Gesundheitsamtes. Im Ausschuss für Gesundheit und Soziales stellte Fachdienstleiterin Gabriele Wolff die Ergebnisse der Untersuchungen für das Einschulungsjahr 2025/2026 vor. Der Bericht ist im Detail unter https://t1p.de/shgex abrufbar.

Ziel ist es, den Entwicklungsstand der Kinder zu erfassen und mögliche Förderbedarfe frühzeitig zu erkennen.  Die gute Nachricht: Die Mehrheit der Kinder bringt gute Voraussetzungen für einen gelungenen Schulstart mit. Dabei wirkt sich ein dreijähriger KiTa-Besuch in der Regel positiv auf die Testergebnisse aus. Für den Schuljahrgang 2024/2025 stellten sich insgesamt 4.162 Kinder im Gesundheitsamt vor, 2025/2026 wurden 4.135 Kinder untersucht, davon 2182 Jungen und 1953 Mädchen. 113 Kinder (2,37 Prozent) wurden vom Schulbesuch zurückgestellt.

„Sprachkompetenz wirkt sich von Anfang an auf die Bildungschancen von Kindern aus. Sprachliche Bildung sollte daher so früh wie möglich ansetzen“, machte Fachdienstleiterin Gabriele Wolff deutlich. Bei der Untersuchung der altersgerechten Sprachkompetenz unterscheiden die Kinderärztinnen zwischen einer Störung der Sprachentwicklung und mangelnden Deutschkenntnissen. Bei 35,2 Prozent der untersuchten Kinder stellten sie eine nicht altersgerechte Sprachkompetenz fest.  

Bei 63 Prozent der vorgestellten Kinder ist Deutsch die Muttersprache. 37 Prozent der Kinder sprechen eine andere Muttersprache. Von diesen 37 Prozent verfügt nur etwa ein Drittel der Kinder über ausreichende Deutschkenntnisse. 15,3 Prozent der Kinder sprechen gar kein Deutsch und 22,8 Prozent sprechen radebrechend Deutsch. Die große Mehrheit (70,5 Prozent) der Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen besucht keinen Kindergarten. Für einen KiTa-Besuch spricht: Nur 4,2 Prozent der Kinder, die mehr als drei Jahre die KiTa besucht haben, können kein Deutsch sprechen. Die Ergebnisse zeigen, dass vor der Einschulung eine intensive Deutschförderung bei Kindern mit Zuwanderungsgeschichte erforderlich ist.

Im Bereich der Visuomotorik, also der Koordinierung von visueller Wahrnehmung und Bewegungsabläufen, zeigten 18,7 Prozent der untersuchten Kinder Auffälligkeiten. Weiterhin wurden bei 14,4 Prozent der schulpflichtigen Kinder Auffälligkeiten im Bereich Zahlen und Mengenwissen festgellt. Die Auffälligkeiten im Bereich selektive Aufmerksamkeit betrug 13,6 Prozent und im Bereich Visuelle Wahrnehmung und Schlussfolgern 14 Prozent. Bei der Körperkoordination zeigten 15,6 Prozent der Kinder Auffälligkeiten und beim Verhalten 14 Prozent.

Nach wie vor ist Übergewicht und Adipositas im Kindesalter ein Problem. Im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen wurden bei 6,6 Prozent der Kinder Übergewicht festgestellt und bei 5,7 Prozent die Diagnose Adipositas gestellt. Kinder, die bereits im Einschulungsalter stark übergewichtig sind, schaffen es nur selten wieder ein Normalgewicht zu erreichen. Häufig gehen Übergewicht und Adipositas mit körperlichen Einschränkungen und Stigmatisierung einher.

Bei den Einschulungsuntersuchungen waren 94,3 Prozent der schulpflichtigen Kinder im Märkischen Kreis gegen Masern geimpft. Als Zielmarke hat die Weltgesundheitsorganisation eine Durchimpfung von 95 Prozent vorgegeben. Gegen Tetanus lag ein vollständiger Impfschutz bei 91,9 Prozent vor.

Förderbedarf identifizieren

Die Bilanz des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes ist eindeutig: Die regelmäßig durchgeführten Schuleingangsuntersuchungen sind ein wesentliches Instrument, um frühzeitig Förderbedarf zu identifizieren und Schulen sowie Eltern gezielt zu beraten. Die steigenden Zahlen von Entwicklungs-, Sprach- und Verhaltensauffälligkeiten machen eine verstärkte Unterstützung für Kinder und Familien erforderlich.

Frühzeitige Förderung durch das Märkische Entwicklungsscreening

Ergänzend zur Schuleingangsuntersuchung bietet der Märkische Kreis auf freiwilliger Basis das Entwicklungsscreening für Kinder an, die in zwei Jahren schulpflichtig werden. Über das Entwicklungsscreening erhalten Eltern bei Auffälligkeiten frühzeitig individuelle Empfehlungen für die Förderung ihres Kindes.

Die aktuellen Zahlen sind für den Kinder- und Jugendärztlichen Dienst ein Signal, wie wichtig frühzeitige Fördermaßnahmen sind, um allen Kindern einen bestmöglichen Schulstart zu ermöglichen. Fachbereichsleiterin Leslie Kamphuis warb darum, die Netzwerke für Gesundheitsförderung und Prävention zu stärken, neue Angebote und Maßnahmen zu entwickeln und so jedem Kind einen gesunden Start in die Schulzeit zu ermöglichen. Der Kinder- und Jugendärztliche Dienst nimmt dabei kreisweit eine zentrale Koordinationsrolle ein.

Pressekontakt: Ursula Erkens 02351 966 6149


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Digitale Sehtestgeräte gehören zur modernen Ausstattung des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes. Foto: Hannah Heyn / Märkischer Kreis

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Digitale Sehtestgeräte gehören zur modernen Ausstattung des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes. Foto: Hannah Heyn / Märkischer Kreis