Meldungsdatum: 14.10.2026
Am 13. Oktober kamen in der Stadthalle Datteln zahlreiche Akteur*innen zum 3. Netzwerktreffen des Runden Tisches gegen Gewalt an Frauen im Kreis Recklinghausen zusammen. Vertreten waren unter anderem Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Polizei und Opferschutz, Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser sowie Gleichstellungsbeauftragte, Fachberatungsstellen, Verwaltung und Behindertenhilfe. Gemeinsam verfolgen sie ein Ziel: Frauen und Mädchen wirksam vor Gewalt zu schützen und ihnen Zugang zu passender Unterstützung zu ermöglichen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Gewaltschutz so gestaltet werden kann, dass alle Menschen gleichermaßen davon profitieren. Denn Menschen mit Behinderungen sind besonders häufig von Gewalt betroffen, stoßen beim Zugang zu Beratungs- und Schutzeinrichtungen jedoch oft auf Barrieren. Dazu zählen nicht nur bauliche und kommunikative Hindernisse, sondern auch fehlende Informationen, unzureichende Vernetzung und Unterstützungsangebote, die ihren Bedürfnissen nicht gerecht werden.
Einen fachlichen Impuls zum Thema inklusiver Gewaltschutz gab die Fachstelle Gewaltschutz des Mädchenhauses Bielefeld mit ihrem Angebot „Mädchen sicher inklusiv“. Im Fokus stand, wie Schutzkonzepte und Hilfsangebote so weiterentwickelt werden können, dass auch Frauen und Mädchen mit Behinderungen wirksam vor Gewalt geschützt sind. Praktische Einblicke ergänzte eine Frauenbeauftragte der Recklinghäuser Werkstätten. Sie ist wichtige Ansprechpartnerin für Frauen mit Behinderungen und setzt sich unter anderem für deren Rechte sowie für den Schutz vor Gewalt und Belästigung ein.
Der Austausch machte deutlich: Inklusiver Gewaltschutz bedeutet mehr, als bestehende Angebote zugänglich zu machen. Es braucht ein Verständnis für unterschiedliche Lebensrealitäten, den Abbau von Barrieren und eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Fachbereiche. Das Netzwerktreffen bot Raum, Erfahrungen zu teilen, Schnittstellen zu stärken und konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen zu identifizieren.
Zum Abschluss stellte sich die Fachstelle Eine Welt vor, die Betroffene von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und Zwangsprostitution berät. Sie verdeutlichte, wie wichtig es ist, Menschenhandel zu erkennen – auch dann, wenn er sich hinter anderen Gewaltformen verbirgt. Dafür braucht es Fachwissen, Aufmerksamkeit und verlässliche Unterstützungsstrukturen.
Das Treffen unterstrich: Wirksamer Gewaltschutz ist eine gemeinsame Aufgabe. Nur wenn Fachstellen zusammenarbeiten und Angebote konsequent an den Bedürfnissen der Betroffenen ausgerichtet werden, können Frauen und Mädchen – mit und ohne Behinderungen – den Schutz und die Hilfe erhalten, die sie benötigen.
Kontakt: Öffentlichkeitsarbeit, Svenja Küchmeister, Telefon: 02361/534512, E-Mail: s.kuechmeister@kreis-re.de
Herausgeber: Kreis Recklinghausen
Öffentlichkeitsarbeit
Kurt-Schumacher-Allee 1
45655 Recklinghausen
Telefon: 0 23 61 / 53 45 12
Web: https://www.kreis-re.de
E-Mail: pressestelle@kreis-re.de
Sämtliche Texte und Fotos können unter Angabe der Quelle frei veröffentlicht werden, Belegexemplare sind willkommen.
Die Pressestelle " Kreis Recklinghausen" ist Mitglied bei presse-service.de [ www.presse-service.de]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und als RSS-Feed oder E-Mail abonnieren.